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22.12.2011

16:36 Uhr

Sal. Oppenheim

Ex-Manager müssen vor Gericht

Vier ehemalige Führungskräfte von Sal. Oppenheim müssen sich wegen Untreue in einem besonders schweren Fall vor Gericht verantworten. Zu den Details der Anklage wollte sich die 220 Jahre alte Traditionsbank nicht äußern.

Der Sitz der Vermögenstreuhand des Bankhaus Sal. Oppenheim in Köln. dpa

Der Sitz der Vermögenstreuhand des Bankhaus Sal. Oppenheim in Köln.

FrankfurtDie frühere Spitze der Traditionsbank Sal. Oppenheim muss sich wegen umstrittener Immobiliengeschäfte vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Köln bestätigte am Donnerstag, dass sie Anklage gegen vier ehemalige Verantwortliche des Bankhauses wegen Untreue in einem besonders schweren Fall erhoben hat. Das gelte auch für eine weitere Person „einer der Bank verbundenen Unternehmensgruppe“. Es gehe um zwei Immobilienprojekte, bei denen der Bank insgesamt ein Schaden von fast 68 Millionen Euro entstanden sei. Bei einer Verurteilung drohen den Beschuldigten bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Zu den Beschuldigten gehört Christopher Freiherr von Oppenheim. Dessen Anwalt Klaus Volk hatte Reuters schon Anfang Dezember gesagt, die Anklage stehe vor der Tür. Am Donnerstag wollte er sich nicht zur Sache äußern. Oppenheim und drei weitere persönlich haftende Gesellschafter hatten das Institut vor knapp zwei Jahren kurz vor dem Notverkauf an die Deutsche Bank verlassen.

Sal. Oppenheim, mehr als 220 Jahre alt, war wegen Beteiligungen an dem mittlerweile insolventen Arcandor-Konzern in Schieflage geraten. Die Staatsanwaltschaft Köln hatte im März 2010 ein Ermittlungsverfahren gegen die Ex-Führung der Bank eingeleitet. Nun betonte sie, die erhobene Anklage sei eine erste und umfasse nur einen Teilkomplex. Im Kern drehen sich die Vorwürfe darum, dass die Manager zwei Immobilien in Köln zu überhöhten Preisen gekauft beziehungsweise gemietet haben sollen. Wann mit einem Prozessauftakt vor dem Landgericht Köln zu rechnen ist, blieb zunächst offen.

Sal. Oppenheim wollte sich zu Details der Anklage nicht äußern. Das Institut erklärte lediglich, eine zügige und konsequente rechtliche Aufarbeitung der Vergangenheit zu unterstützen. Die neue Führung prüfe zudem eigene Ansprüche. Bankchef Wilhelm von Haller will jetzt nach vorne schauen. „Sal. Oppenheim hat die Wende erfolgreich gemeistert und wird bereits in diesem Jahr in die Gewinnzone zurückkehren“, erklärte er.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Mutti-droht

23.12.2011, 15:41 Uhr

Die Höchstrafe wie immer .... eine Geburtstagsfeier im Kanzleramt

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