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09.08.2014

16:59 Uhr

Sal. Oppenheim-Prozess

Staatsanwaltschaft weitet Ermittlungen aus

Es geht um Untreue, Erpressung und Beihilfe zur Untreue: Die Staatsanwaltschaft Köln weitet ihre Ermittlungen gegen Ex-Führungskräfte der Privatbank Sal. Oppenheim aus. Die Behörde verschwieg allerdings Details.

Eingang des Bankhauses Sal. Oppenheim. Im Sommer 2009 war Sal. Oppenheim in eine schwere Krise geraten. dpa

Eingang des Bankhauses Sal. Oppenheim. Im Sommer 2009 war Sal. Oppenheim in eine schwere Krise geraten.

FrankfurtIm Sal.-Oppenheim-Prozess hat die Staatsanwaltschaft Köln ihre Ermittlungen im Zusammenhang mit der Schieflage der einstmals größten Privatbank in Europa ausgeweitet. Die Behörde bestätigte am Wochenende, dass sie wegen Untreue, Erpressung und Beihilfe zur Untreue gegen Ex-Führungskräfte der Kölner Bank, ihrer früheren Tochter BHF und einen ehemaligen hochrangigen Finanzaufseher ermittelt.

Sal. Oppenheim: Aufstieg und Niedergang

1789

Der 17-jährige Salomon Oppenheim gründet in Bonn ein Kommissions- und Wechselhaus.

1798

Oppenheim verlegt den Sitz des Unternehmens nach Köln.

1904

Die erste Krise: Nach Fehlinvestitionen in der Elektroindustrie wird die Bank in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt. Die Disconto-Gesellschaft, damals die zweitgrößte deutsche Bank, steigt bei Oppenheim ein.

1929

Die Gründungsgesellschafter sind wieder Alleineigentümer.

1938

Die Bankiers müssen auf Druck der Nationalsozialisten das Institut umfirmieren in Pferdemenges & Co. Robert Pferdemenges war seit 1931 Teilhaber und entpuppte sich als Retter in der Not.

1947

Das Bankhaus erhält seinen ursprünglichen Namen zurück.

1964

Der Ururenkel des Gründers, Alfred Baron von Oppenheim, wird persönlich haftender Gesellschafter. Er baut die Vermögensverwaltung als zweite Säule neben dem Firmenkundengeschäft aus.

1993

Die Oppenheim-Esch-Holding wird gegründet.

1999

Der Bereich Firmenkredite wird zum Großteil aufgegeben.

2005

Sal. Oppenheim steigt mit der Übernahme der BHF-Bank zur größten unabhängigen Privatbank Europas auf.

2008

Sal. Oppenheim wird durch Kredite an die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz Großaktionär bei Arcandor. Die Pleite von Arcandor reißt Oppenheim in die Krise. Zudem fallen im Investment-Banking Verluste an.

2009

Matthias Graf von Krockow und Carl Janssen schließen den Einstieg eines externen Investors aus. Doch dann wird das Institut an die Deutsche Bank verkauft. Der Deal ist 2010 besiegelt. Die Tradition von 220 Jahren als eigenständiges Geldhaus sind vorbei.

Insider bestätigten laut „Wirtschaftswoche“, dass sich die Ermittlungen gegen im Sommer 2009 amtierende Vorstände der BHF richten. Dabei gehe es um eine Transaktion zwischen der früheren Privatbank und der BHF. Im Sommer 2009 war Sal. Oppenheim in eine schwere Krise geraten. In ihrer Not drängten die Rheinländer ihre Frankfurter Tochter, ihnen kurzfristig mit einem Kredit auszuhelfen. Die BHF überwies 100 Millionen Euro zur Stabilisierung an Sal. Oppenheim. Eine Woche später floss das Geld zurück. Die BHF-Bank wollte sich zu dem Bericht nicht äußern, bei Sal. Oppenheim war niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Seit der Beinahe-Pleite ihrer früheren Mutter Sal. Oppenheim gehörte die BHF zur Deutschen Bank. Diese bekam im Frühjahr nach langem Ringen mit der Finanzaufsicht Bafin schließlich grünes Licht, die BHF an den vom früheren Dresdner-Bank-Vorstand Leonhard Fischer geführten Finanzinvestor RHJ zu verkaufen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Manfred Zimmer

11.08.2014, 11:21 Uhr

Nicht die Ermittlungen gegen Herrn Sanio, wie die WiWo ausführt, sondern dessen Gegenstrategie dürfte die interessante Variante sein.

Es dürfte nicht Sanio sein, würde er nicht über Dossiers verfügen, andere in bedrohliche Schieflage zu bringen.

Bekanntlich werden Staatsanwaltschaften nur dann aktiv, wenn öffentliches Interesse dahin steht. Gehen wir also davon aus, dass alsbald die Erklärung folgt, dass kein öffentliches Interesse mehr dahinter steht, den Fall aufzuklären.

Vor den deutschen Gesetzen sind halt eben nicht alle gleich, vor Richtern erst recht nicht.

Sind wir nicht nach der Machart unserer Politiker alle zum "Member of the Republic Banana" verkommen?

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