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26.04.2012

12:15 Uhr

Sanierung ohne Partner

Österreich will ÖVAG die Eigenständigkeit lassen

Das Spitzeninstitut der Volksbanken soll in erster Instanz ohne Partner die Sanierung durchlaufen. Zuerst müsse die ÖVAG gesund werden, so Österreichs Staatsbankenaufseher. Danach könne man weiterdenken.

Mehr als eine Milliarde Euro hat der Staat schon in die ÖVAG gesteckt. Reuters

Mehr als eine Milliarde Euro hat der Staat schon in die ÖVAG gesteckt.

WienÖsterreich will nach dem Einstieg des Staates das Volksbanken-Spitzeninstitut ÖVAG zunächst ohne Partner sanieren. Im Vordergrund stehe derzeit nicht eine Fusion mit der Bawag oder dem Raiffeisensektor oder ein Verkauf ins Ausland, sagte der Staatsbankenaufseher Klaus Liebscher am Donnerstag im österreichischen Radio. Zunächst müsse die ÖVAG gemeinsam mit ihren Hauptaktionären - den gut 60 regionalen Volksbanken - auf gesunde Beine gestellt werden.

„Angestrebt wird derzeit den gesamten Sektor inklusive des Spitzeninstituts quasi wie ein Institut zu sehen und daher glaube ich, dass man zunächst diese Art der Stand-Alone-Lösung forcieren wird“, sagte Liebscher im Morgenjournal. Erst danach könnten Überlegungen für eine Partnersuche angestellt werden. Der Volksbanken-Sektor habe aber - nach derzeitiger Einschätzung - auch Chancen, alleine zu überleben.

Liebscher ist Vorstand der Fimbag, die die Interessen des Staates bei den Problembanken Hypo Alpe Adria, Kommunalkredit und ÖVAG wahrnimmt. An dem Volksbanken-Spitzeninstitut hält die Republik künftig bis zu 49 Prozent der Anteile. Der Staatseinstieg soll auf der Hauptversammlung am Donnerstag formal beschlossen werden. Dort wird nach der Wahl eines neue Aufsichtsrat auch ein Vorsitzender des Kontrollgremiums bestimmt und voraussichtlich die Suche nach einem neuen Vorstandschef in die Wege geleitet.

Der Staat hat bereits mehr als eine Milliarde Euro an Kapital und Garantien in die ÖVAG gesteckt, um eine Pleite des Instituts zu verhindern. Ob der Bund das Geld je wieder zurückbekommt ist offen. „Das ist eine gute aber auch gleichzeitig schwere Frage. In den nächsten Jahren erwarte ich noch nicht, dass der Staat sein Geld zurückbekommen kann“, sagte Liebscher. Es sei jedoch ebenso wenig erstrebenswert, dass Österreich dauerhaft an der ÖVAG beteiligt bleibe.

Zunächst habe die direkte Kapitalbeteiligung für den Staat jedoch auch Vorteile. Er könne damit etwa auf Hauptversammlungen Einfluss nehmen. Bei Staatshilfen über sogenanntes Partizipationskapital - die etwa die Raiffeisen-Gruppe oder die Erste Group erhalten hatten - hat die Republik hingegen kein Stimmrecht auf den Aktionärstreffen.

Von

rtr

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