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28.06.2013

15:22 Uhr

Sanierungskurs

Commerzbank verkauft Spezialfondsgesellschaft CRS

Die Commerzbank veräußert einen Teil ihres institutionellen Fondsgeschäfts. Die Spezialfondsgesellschaft CRS soll an die Investorengruppe Internos gehen. Das ist Teil des Sanierungskurses der Bank.

Der Umbau der Commerzbank trifft auch die Spezialfondsgesellschaft Commerz Real. Reuters

Der Umbau der Commerzbank trifft auch die Spezialfondsgesellschaft Commerz Real.

FrankfurtDie Commerzbank setzt ihren Ausverkauf fort: Sie gibt die Commerz Real Spezialfondsgesellschaft CRS mit insgesamt neun Immobilienfonds und einem verwalteten Vermögen von 1,9 Milliarden Euro an die Investorengruppe Internos ab, wie die Bank am Freitag mitteilte. Das ist das gesamte institutionelle Immobiliengeschäft der Commerz Real. Der Kaufpreis wurde nicht genannt, er macht normalerweise aber nur einen Bruchteil des verwalteten Vermögens aus.

Komplett verabschiedet sich die Commerzbank nicht aus dem institutionellen Fondsgeschäft. Die Tochter Commerz Real werde weitere andere Investmentvehikel für Profi-Anleger anbieten, hieß es. Der Fokus liege etwa auf renditeträchtigen Infrastruktur-Investitionen. Ein Konsortium um die Commerz Real hatte 2011 den Netzbetreiber Amprion vom Versorger RWE übernommen. Die Amprion-Anteile bleiben als unternehmerische Beteiligung bei der Commerz Real.

Chronik der Commerzbank seit der Krise 2008

August 2008

Die Commerzbank kündigt an, die Dresdner Bank für rund zehn Milliarden Euro von der Allianz zu übernehmen.

September 2008

Die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers verschärft die Finanzkrise dramatisch und bringt Banken rund um den Globus ins Wanken.

November 2008

Die Commerzbank verhandelt den Preis für die Dresdner Bank auf knapp sechs Milliarden Euro herunter und zieht die Übernahme vom zweiten Halbjahr 2009 auf Januar 2009 vor. Die Allianz schießt der Commerzbank 750 Millionen Euro in Form einer Stillen Einlage zu.

Dezember 2008

Die Commerzbank entdeckt höhere Kreditrisiken bei der verlustreichen Dresdner Bank. Um die Übernahme trotzdem stemmen zu können, zapft die Commerzbank den staatlichen Bankenrettungsfonds (Soffin) an. Die Bank erhält 8,2 Milliarden Euro an stillen Einlagen, die jährlich mit neun Prozent verzinst werden sollen, und staatliche Garantien über 15 Milliarden Euro.

Januar 2009

Der Soffin übernimmt für 1,8 Milliarden Euro - sechs Euro je Papier - 25 Prozent plus eine Aktie an der Commerzbank (Teilverstaatlichung) und pumpt zusätzlich weitere 8,2 Milliarden Euro an stillen Einlagen in die Bank.

April 2011

Die Commerzbank kündigt an, von den stillen Einlagen des Soffin über 16,4 Milliarden Euro bis Juni rund 14,3 Milliarden zurückzugeben. Das gilt als erster Befreiungsschlag. Das Geld kommt aus der Platzierung von Pflichtumtauschanleihen und einer Kapitalerhöhung über 5,3 Milliarden Euro. Weitere gut drei Milliarden Euro kann die Bank so zurückgeben, weil sie das Kapital nach damaliger Einschätzung nicht braucht.

Oktober 2011

Commerzbank-Chef Martin Blessing schließt weitere Staatshilfen kategorisch aus, nachdem die EU-Bankenaufsicht EBA bei dem Institut im Zuge der Euro-Schuldenkrise ein Kapitalloch von gut fünf Milliarden Euro ausgemacht hat. Da geh ich nicht nochmal hin, sagt er und meint den Soffin. Er hält Wort - die Bank stopft das Loch in den Folgemonaten aus eigener Kraft: Hybridpapiere werden in echtes Eigenkapital getauscht, Führungskräfte erhalten ihre Boni in Aktien statt in bar, Risiken im Kreditbuch werden neu bewertet und toxische Wertpapiere ausgemistet.

Juni 2012

Für die Bonusaktien startet die Bank eine kleine Kapitalerhöhung und wirft 128 Millionen Papiere auf den Markt. Der Großteil der Mitarbeiter verkauft die Aktien aber anschließend gleich wieder. Der Soffin wandelt zeitgleich zur Kapitalerhöhung weitere stille Einlagen in Aktien um, um seine Beteiligungsquote von 25 Prozent an der Bank zu halten.

März 2013

Der Soffin lässt die Beteiligung an der Commerzbank im Juni erstmals unter 25 Prozent fallen. Mit einer Kapitalerhöhung um 2,5 Milliarden Euro will die Bank bis Anfang Juni nicht nur die restlichen stillen Einlagen des Soffin von 1,6 Milliarden Euro zurückzahlen, sondern auch die 750 Millionen Euro schwere Finanzspritze der Allianz.

Mai 2013

Die Commerzbank gibt am 14. Mai die Details für die Kapitalerhöhung bekannt. Am 30. Mai wird sie erfolgreich abgeschlossen. Die Frankfurter Großbank sammelte 2,5 Milliarden Euro ein. Der Rettungsfonds Soffin hält damit noch rund 17 Prozent an der Bank.

Die Commerzbank fährt derzeit einen radikalen Sanierungskurs inklusive Stellenabbau. Vorstandschef Martin Blessing will Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus auf Privatkunden und den Mittelstand ausrichten. Weniger lukrative Randbereiche und Altlasten stößt er ab. Auch einige Immobilien aus dem Eigenbestand wurden zuletzt veräußert, damit Geld in die Kasse kommt.

Von

rtr

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