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04.09.2014

11:39 Uhr

Sanktionsverstöße

Commerzbank vor teurer Einigung mit US-Behörden

Die Commerzbank steht offenbar vor einer Einigung mit den US-Behörden. Wegen Sanktionsverstößen soll das Bankhaus 650 Millionen Dollar Strafe zahlen, um weitere Ermittlungen zu stoppen. Den Anlegern gefällt es.

Die Commerzbank will anscheinend 650 Millionen Dollar Strafe zahlen um Ermittlungen wegen Sanktionsverstößen in den USA zu stoppen. dpa

Die Commerzbank will anscheinend 650 Millionen Dollar Strafe zahlen um Ermittlungen wegen Sanktionsverstößen in den USA zu stoppen.

New YorkDer Streit mit den USA über den Verstoß gegen Iran-Sanktionen könnte für die Commerzbank bald ein kostspieliges Ende haben. Das zweitgrößte deutsche Geldhaus steht kurz davor, sich mit den US-Behörden auf einen Vergleich zu einigen, wie mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Voraussichtlich werde die Commerzbank eine Buße von rund 650 Millionen Dollar (knapp 500 Millionen Euro) zahlen, sagte einer der Insider. Im Gegenzug werde das Verfahren eingestellt.

Börsianer sehen den sich abzeichnenden Vergleich unter dem Strich positiv. Eine Buße von 650 Millionen Dollar sei zwar sicherlich keine gute Nachricht, sagte ein Händler. „Aber positiv ist, dass die Angelegenheit damit endlich vom Tisch ist.“

Commerzbank-Aktie gewann am Donnerstag zeitweise gut ein Prozent auf 11,94 Euro - den höchsten Stand seit zweieinhalb Monaten. Im Leitindex Dax, der 0,6 Prozent verlor, zählten die Commerzbank-Papiere zu den wenigen Gewinnern.

Die höchsten Strafen wegen Geldwäsche

Platz 10

Clearstream Banking - 152 Millionen Dollar (2014)

Platz 9

Bank of Tokyo-Mitsubishi - 259 Millionen Dollar (2012/2013)

Platz 8

Barclays - 298 Millionen Dollar (2010)

Platz 7

Lloyds - 350 Millionen Dollar (2009)

Platz 6

ABN Amro - 500 Millionen Dollar (2010)

Platz 5

Credit Suisse - 536 Millionen Dollar (2009)

Platz 4

ING Bank - 619 Millionen Dollar (2012)

Platz 3

Standard Chartered - 667 Millionen Dollar (2012)

Platz 2

HSBC - 1,92 Milliarden Dollar (2012)

Platz 1

BNP Paribas - 8,83 Milliarden Dollar (2014)

Die Commerzbank ist unter anderem wegen Geschäften mit der staatlichen iranischen Reederei IRISL in den Jahren 2002 bis 2007 ins Visier der US-Behörden geraten. Die USA werfen dem Unternehmen vor, die Verbreitung mutmaßlicher Massenvernichtungswaffen unterstützt zu haben. Die Commerzbank habe gewusst, dass IRISL mit Sanktionen belegt worden sei und habe dennoch Geschäfte mit der Firma gemacht.

Die USA verdächtigen auch viele andere Institute, gegen die von ihnen verhängten Sanktionen gegen den Iran verstoßen zu haben. Mit zahlreichen ausländischen Banken haben sich die Vereinigten Staaten bereits verglichen. Im Gegensatz zur Commerzbank stehe bei der Deutschen Bank, der Analystenschätzungen zufolge eine Buße von mindestens 300 Millionen Euro droht, eine Einigung nicht unmittelbar bevor, hieß es im Umfeld von Deutschlands größter Bank. Die Gespräche mit den US-Behörden liefen. Eine Deutsche-Bank-Sprecherin wollte sich dazu nicht äußern. Sie betonte lediglich, das Geldhaus habe sich bereits 2007 aus dem Iran-Geschäft zurückgezogen.

Kommentare (1)

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Herr Ylander Ylander

04.09.2014, 08:33 Uhr

Und wer zahlt das: Der deutsche Steuerzahler. Der Bund ist an der CoBa beteiligt.

Frau Merkel, bitte kommen Sie heute um 14 Uhr in mein Büro. Ich habe dazu fragen.

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