Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.01.2016

12:30 Uhr

Saudi Aramco

Deutsche Bank könnte Börsengang begleiten

Die Deutsche Bank hat Chancen auf das Mandat für den möglicherweise größten Börsengang aller Zeiten. Der Ölgiganten Saudi Aramco soll mindestens eine Billion Dollar Wert sein. Für das Mandat gibt es wenige Favoriten.

Ein Öl-Lager in der Nähe der saudischen Hauptstadt Riad. AFP

Volle Tanks

Ein Öl-Lager in der Nähe der saudischen Hauptstadt Riad.

Berlin/DüsseldorfBei einem Börsengang des saudischen Ölgiganten Saudi Aramco könnte einem Medienbericht zufolge auch die Deutsche Bank zum Zuge kommen. Bei dem Vorhaben würden jene internationale Institute für eine Begleitung im Vorteil sein, die schon in der Vergangenheit mit Saudi Aramco kooperiert hätten, berichtete die Wirtschaftsagentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Das seien etwa die US-Bank JPMorgan, die britische HSBC und die Deutsche Bank. Aramco werde zudem auf heimische Geldhäuser setzen. Allerdings habe der Konzern noch keine Mandate vergeben und auch noch keine Anfragen verschickt. Das Staatsunternehmen steuert auf den möglicherweise größten Börsengang aller Zeiten zu. Analysten schätzen, dass die Bewertung des Unternehmens bei einer Billion Dollar oder mehr liegen könnte.

Das Auf und Ab beim Ölpreis im Jahr 2015

Überangebot

Ein weltweites Überangebot bei schwächelnder Nachfrage setzen dem Ölpreis immer stärker zu. Noch im Juni 2014 kostete ein Barrel (Fass zu je 159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent 115,71 Dollar. Derzeit liegt der Preis mit rund 40 Dollar nicht einmal halb so hoch.

Die Gründe

Ein Grund für das Überangebot ist der Schieferölboom in den USA. Ein anderer ist die Förderpolitik der Opec, die anders als in früheren Jahren den Preis nicht durch die Senkung von Fördermengen stützen will. Sie kämpft stattdessen mit Rabatten um ihre Marktanteile.

7. Januar

Der Brent-Preis fällt zum ersten Mal seit Mai 2009 unter 50 Dollar je Fass.

13. Januar

Mit 45,19 Dollar erreicht Brent den niedrigsten Stand seit März 2009. Damit nähert er sich dem im Sog der Finanzkrise im Dezember 2008 erreichten Tief von 36,20 Dollar. Das war so wenig wie zuletzt im Juli 2004.

3. Februar

Spekulationen auf einen deutlichen Rückgang des Überangebots treiben den Preis für Brent wieder über 55 Dollar.

6. Mai

Export-Ausfälle in Libyen schüren Spekulationen auf einen Versorgungsengpass: Der Ölpreis steigt bis auf 69,63 Dollar.

3. Juli

Ein Bericht über den neuerlichen Anstieg von Ölbohrungen in den USA setzt den Preis wieder unter Druck: Brent fällt bis auf knapp 60 Dollar. Am darauffolgenden Montag, den 6. Juli, sinkt der Preis wieder klar unter die 60-Dollar-Marke.

3. August

Erstmals seit Januar rutscht Brent wieder unter die 50-Dollar-Marke. Auslöser ist ein Rekordanstieg der Ölproduktion der Opec-Länder im Juli.

24. August

Aus Sorgen vor einer deutlichen Abkühlung der chinesischen Wirtschaft machen Anleger einen großen Bogen um Öl. Brent verbilligt sich um bis zu 6,5 Prozent auf 42,51 Dollar. Damit kostet Brent so wenig wie zuletzt im März 2009, als der Preis einen Tiefstand von 41,30 Dollar erreichte.

8. Dezember

Nachdem die Opec am Freitag ihre Förderpolitik bestätigt hat und in der Abschlusserklärung nicht einmal mehr eine Zahl für die Obergrenze der Produktion auftaucht, gehen die Notierungen erneut in die Knie: Brent fällt auf bis zu 39,81 Dollar und ist damit so billig wie zuletzt im Februar 2009.

9. Dezember

Auch an den Zapfsäulen kommt der Kursverfall am Rohstoffmarkt langsam an: Bei mehreren Internet-Vergleichsportalen kratzt der Preis für ein Liter Diesel erstmals seit 2009 wieder an der Ein-Euro-Marke.

Saudi Aramco gilt als eines der wertvollsten Unternehmen der Welt, aber auch als sehr verschwiegen. Unternehmenszahlen werden nicht veröffentlicht. Der Konzern kontrolliert rund 15 Prozent der globalen Öllagerstätten. Die bekannten Reserven von 261 Milliarden Barrel (159 Liter) sind über zehn Mal so hoch wie diejenigen des US-Konkurrenten Exxon-Mobil, des größten privaten Ölkonzerns der Welt mit einem Börsenwert von 322 Milliarden Dollar. Zudem gilt saudisches Öl als besonders lukrativ, weil die Förderkosten sehr gering sind.

Saudi-Arabien: Was Investmentbanker vom Aramco-Deal halten

Saudi-Arabien

Was Investmentbanker vom Aramco-Deal halten

Der saudische Ölkonzern Aramco soll ganz oder in Teilen an die Börse. Investmentbanker können es kaum fassen – bislang galt diese Möglichkeit als Witz. Das Unternehmen ist bis zu neun Billionen Euro wert.

Aktuell hat der Aramco - wie seine Konkurrenten - mit dem extrem niedrigen Ölpreis zu kämpfen. An diesem Donnerstag fiel der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zeitweise unter 33 Dollar, so tief wie seit mehr als 11 Jahren nicht. Unternehmen wie Shell stoppen Großprojekte und müssen Milliardenverluste verkünden. Keiner könne wissen, wie lange der Preisverfall noch anhalte, klagte Rex Tillerson, Vorstandschef von Exxon-Mobil Ende des vergangenen Jahres. Experten rechnen mit weiteren Fusionen in der Branche, weil Firmen ihre Kräfte bündeln wollen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×