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26.11.2014

13:13 Uhr

Sberbank und Alrosa

Russische Konzerne leiden unter Ukraine-Krise

Konjunkturabkühlung, schwacher Rubel: Die russische Großbank Sberbank büßt einen Viertel ihres Nettogewinns ein. Auch einem der weltweit größten Diamantenproduzenten macht die Ukraine-Krise zu schaffen.

Die Sberbank ist einer der größten Kreditgeber der russischen Wirtschaft und hält den höchsten Anteil an Spareinlagen im Land. Reuters

Die Sberbank ist einer der größten Kreditgeber der russischen Wirtschaft und hält den höchsten Anteil an Spareinlagen im Land.

MoskauDie Ukraine-Krise und die Wirtschaftsschwäche in Russland setzen der Sberbank zu. Der Primus der russischen Bankenbranche büßte im dritten Quartal fast ein Viertel seines Nettogewinns ein, wie das staatliche Institut am Mittwoch mitteilte. Unter dem Strich verdiente das mit Sanktionen des Westens belegte Geldhaus umgerechnet rund 1,27 Milliarden Euro (70,9 Milliarden Rubel) – 24 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Rücklagen für Kreditausfälle mehrerer Großunternehmen sowie für Verluste in der Ukraine hätten das Geschäft ebenso belastet wie die Konjunkturabkühlung und der schwächere Rubel. Zuletzt hatte schon der Branchenzweite VTB massive Einbußen gemeldet.

Die EU und die USA haben wegen der Rolle Russlands im Ukraine-Konflikt gegen mehrere Großunternehmen sowie gegen staatlich kontrollierte Banken Sanktionen verhängt. Sie beschränkten damit den Zugang der Geldhäuser zu internationalem Kapital, was die Finanzierungskosten der Institute in die Höhe treibt.

Die Moskauer Regierung erklärte unlängst, wegen der westlichen Sanktionen sowie des Ölpreis-Verfalls entgingen Russland bis zu 140 Milliarden Dollar im Jahr. Die Sberbank ist mehrheitlich im Besitz der russischen Zentralbank. Das Geldhaus ist einer der größten Kreditgeber der heimischen Wirtschaft und hält den höchsten Anteil an Spareinlagen im Land.

Der Kursverfall des Rubel hat auch einem der größten Diamantenproduzenten der Welt einen herben Gewinnrückgang beschert. Das staatliche russische Unternehmen Alrosa teilte am Mittwoch mit, der Gewinn sei in den ersten drei Quartalen 2014 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 44 Prozent eingebrochen. Demnach verdiente der Konzern von Januar bis September 12,8 Milliarden Rubel (222,1 Millionen Euro). Der Umsatz stieg in dieser Zeit im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 146,9 Milliarden Rubel.

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Der Gewinnrückgang sei vor allem durch Wechselkurseffekte zu erklären, teilte das im sibirischen Jakutien ansässige Unternehmen mit, das seine Diamanten in Dollar verkauft. Zudem habe Alrosa in Dollar abgeschlossene Kredite neu bewerten müssen. Der Rubel hat seit Beginn der Ukraine-Krise im Vergleich zur US-Währung rund ein Drittel seines Wertes eingebüßt.

Kommentare (1)

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Herr der Ringe

27.11.2014, 12:22 Uhr

>> Russische Konzerne leiden unter Ukraine-Krise >>

Noch mehr leiden Deutsche Konzerne unter der Ukraine - Kriese !

Wegen einem korrupten, verlogenen Oligarchen-Schurken-Staat Ukraine leiden auch viele Arbeitslose, die wegen Putschisten die Rechnung mit ihrer Existenz bezahlen.

eine realitätsnahe Analyse der Geschehnisse um Russland :

http://mycatbirdseat.com/2014/11/russias-vulnerability-to-eu-us-sanctions-and-military-encroachments/

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