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30.01.2011

20:22 Uhr

Schadenersatz

Kirch erwägt Klage gegen BayernLB

ExklusivDer Münchener Medienunternehmer Leo Kirch fordert, den Verkauf der Formel 1 durch die Bayerische Landesbank rückgängig zu machen. Der Verkauf der BayernLB-Anteile sei „unter sittenwidrigen Umständen“ zu Stande gekommen, schreiben die Kirch-Anwälte.

Medienunternehmer Leo Kirch prangert die Geschäftspraktiken der Bayern LB an. dpa

Medienunternehmer Leo Kirch prangert die Geschäftspraktiken der Bayern LB an.

DÜSSELDORF. Der Münchener Medienunternehmer Leo Kirch fordert, den Verkauf der Formel 1 durch die Bayerische Landesbank rückgängig zu machen. Das geht aus einem Brief der Kirch-Anwälte Peter Gauweiler und Wolf-Rüdiger Bub an den Vorstand der BayernLB hervor, der dem Handelsblatt vorliegt. Der Verkauf der BayernLB-Anteile sei „unter sittenwidrigen Umständen“ zu Stande gekommen, schreiben die Kirch-Anwälte. Es sei die „selbstverständliche Pflicht“ der BayernLB, den Verkauf „unter allen rechtlichen Gesichtspunkten – gleich nach welcher staatlichen Rechtsordnung – rückgängig zu machen.“

Sie beziehen sich dabei auf Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München, wonach der ehemalige BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky im Zusammenhang mit dem Verkauf der Anteile der BayernLB Zahlungen von 50 Millionen US-Dollar erhalten haben soll. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt Gribkowsky deswegen der Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung

Die BayernLB hatte im Zuge nach Kirchs Insolvenz 2002 noch 50 Prozent an der Formel 1 erhalten. Der damalige Vorstandschef Werner Schmidt hatte den Gesamtwert der Motorsportserie öffentlich auf 3 Milliarden Euro beziffert. Die Kirch Anwälte werfen der Bank nun vor, ihren Anteil weit unter Wert an den Finanzinvestor CVC verkauft zu haben – für nur 860 Millionen US-Dollar. „Angesichts dieser Tatsache kann die Transaktion der Bayerischen Landesbank aus dem Jahr 2005 nur als Verschleuderung bezeichnet werden“, heißt es in dem Schreiben

Ein Sprecher Kirchs wollte sich zu den Forderungen nicht äußern. Hintergrund ist, dass wenn die BayernLB mehr für ihr Paket erzielt hätte, auch Zahlungen an ihn zurückfließen hätten können. Kirch erwägt, Schadensersatzforderungen gegen die BayernLB geltend zu machen.

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