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28.06.2011

20:13 Uhr

Schadensbilanz

WestLB war ein Fass ohne Boden

VonFrank Matthias Drost, Donata Riedel

ExklusivMit Garantien und Zuschüssen in Milliardenhöhe haben Land und Sparkassen die WestLB über Jahre unterstützt. Nun präsentieren sie ihre desaströse Schadensbilanz. VON FRANK M. DROST UND DONATA RIEDEL

Zentrale der WestLB in Düsseldorf: Die Verluste waren immens, jetzt kommt der Kahlschlag. Quelle: dpa

Zentrale der WestLB in Düsseldorf: Die Verluste waren immens, jetzt kommt der Kahlschlag.

BerlinKurz vor Auflösung der WestLB präsentieren die Sparkassen eine erschreckende Bilanz. Nach ihren Berechnungen beliefen sich die Kapitalzuschüsse und Garantien der Eigner für die WestLB zwischen 2002 und 2010 auf rund 19 Milliarden Euro, davon 14 Milliarden Euro für Garantien. Die Auflistung liegt dem Handelsblatt vor.

21 Milliarden Euro werden es, wenn die geplanten Kapitalzuschüsse des Landes Nordrhein-Westfalen und der beiden Sparkassenverbände von je einer Milliarde Euro für die WestLB-Nachfolger Verbundbank und Servicebank noch hinzugerechnet werden. Der tatsächlich eingetretene Schaden kann bislang nicht definitiv beziffert werden, weil die Inanspruchnahme der Garantien noch nicht absehbar ist.

Die Hilfen des Landes NRW für die WestLB belaufen sich seit 2002 auf 9,5 Milliarden Euro, acht Milliarden Euro entfallen auf die Sparkassen, drei Milliarden auf den Bund.

Während die fünf Milliarden Euro schweren Garantien für das toxische Wertpapierportfolio "Phoenix" nach Auffassung des NRW-Finanzministers Norbert Walter-Borjans wahrscheinlich größtenteils gezogen werden, sieht er bei der Bad Bank der WestLB, der Ersten Abwicklungsanstalt (EAA) einen Silberstreif. "Bei der EAA geht man bei Ende der Laufzeit im Jahr 2028 von einem Überschuss in Höhe von 1,6 Milliarden Euro aus", sagte der SPD-Politiker in einem Gespräch mit dem Handelsblatt.

Ein weiterer Posten in der Schadensbilanz des Landes ist die anstehende Berichtigung der WestLB-Beteiligung bei der landeseigenen NRW Bank. Derzeit steht die WestLB-Beteiligung noch mit 2,2 Milliarden Euro in den Büchern. "Für Wertberichtigungen gibt es Ausgleichsverpflichtungen durch das Land", sagte Walter-Borjans. Diese Verbindlichkeiten des Landes seien bereits lange vorher entstanden, "werden aber vorerst nicht fällig".

Kommentare (6)

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digger

28.06.2011, 20:46 Uhr

ich schlage vor ,dass die spd mit ihrem parteivermögen für die schäden aufkommt.alternativ mit einer sonderumlage für alle mandatsträger und parteigenossen.

Account gelöscht!

28.06.2011, 21:30 Uhr

immer wieder das Gleiche, die Verantwortlichen, die jahrzehntelang üppigste Gehälter eingestrichen haben, sind angeblich nicht greif- und haftbar. Keine Rede von diesen Aasgeiern und letztendlich Volksschädlingen. Solange solche Subjekte weiter nicht zur Verantwortung gezogen werden, wird sich in dieser korrupten Bananenrepublik absolut nichts ändern. Als höchste Steuer-und Abgabenzahler weltweit trägt das deutsche Volk dies mit Gleichmut, Dummheit und Angst vor evtl. negativen Veränderungen. Die Quittung dafür werden wir und unsere Nachfahren tragen müssen. Leider gibt es auch keine politische Alternative weil allen politischen Parteien von den westlichen Siegermächten nach wie vor gesagt wird, wie sie sich zu verhalten haben.

Moika

28.06.2011, 22:15 Uhr

Nach rund fünfzig Jahren Verantwortung der SPD in NRW könnte man wirklich fragen, was diese Partei zur Schadensbegrenzung beitragen muß. Gerade die West-LB wurde für die Sozialdemokraten zu einem gut dotierten Alterssitz für ausgediente Parteigenossen.

Der Mangel an Qualifikation wurde durch besetzen eines verantwortungsvollen Posten wettgemacht. So viel Dummheit und Überheblichkeit darf nicht unbestraft bleiben. Die Bayern beschreiten da, glaube ich zumindest, so langsam den richtigen Weg. Es wird Zeit, daß sich die Justiz der Sache annimmt.

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