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18.01.2011

07:00 Uhr

Schärfere Regulierung

Investmentbanken stehen vor radikaler Zeitenwende

VonMichael Maisch, Torsten Riecke

Die Finanzkrise ist vorbei, großen Wall-Street-Banken wie JP Morgan geht es gut. Aber die Branche steht vor einem Zeitenwandel. Die Investmentbanken müssen sich neu erfinden. Experten warnen vor einem Ausleseprozess. Es geht um Geschäfte von mehr als einer Billion Dollar.

Deutliches Gewinnplus bei JP Morgan Reuters

Deutliches Gewinnplus bei JP Morgan

LONDON, ZÜRICH. Die großen Wall-Street-Banken legen in diesen Tagen ihre Zahlen für das vierte Quartal vor. Den Anfang machte vergangenen Freitag JP Morgan, und das Gewinnplus von 47 Prozent schürt die Hoffnung auf weitere gute Ergebnisse. Doch die ermutigenden Zahlen verdecken die Tatsache, dass auf viele Geldhäuser schwerere Zeiten zukommen. Vor allem die schärfere Regulierung wird die Banken zwingen, ihr Geschäftsmodell im lukrativen Investment-Banking zu überdenken.

"Einige Institute werden Probleme bekommen, ihre Kapitalkosten zu verdienen", warnt der Investment-Banking-Chef einer internationalen Großbank hinter vorgehaltener Hand. Professor Roy Smith von der Stern Business School hat ausgerechnet, dass die Eigenkapitalrendite der zehn wichtigsten Investmentbanken im ersten Halbjahr 2010 im Schnitt bei 10,4 Prozent lag. Die Kapitalkosten der Institute schätzt der Wirtschaftsforscher dagegen auf rund elf Prozent.

Die Sonderkonjunktur endet und die neuen Regeln belasten

Auch die Experten der Beratungsfirma Accenture glauben, dass die großen Investmentbanken "radikal umdenken" müssen, "um in einer veränderten Welt zu überleben". Strategien, die auf hoher Verschuldung und lockerer Regulierung basieren, hätten endgültig ausgedient. Unter dem strengeren Blick der Aufseher müssten sich die Institute an dauerhaft niedrigere Wachstumsraten gewöhnen. Die ersten Schritte: Banken trennen sich von Randgeschäften und expandieren in risikoärmere Bereiche wie die Vermögensverwaltung und den Zahlungsverkehr.

Unmittelbar nach der Finanzkrise hatten die überlebenden Investmentbanken von der Flut an billigem Zentralbankgeld und der Tatsache profitiert, dass durch Zwangsfusionen und die Pleite von Lehman Brothers ein großer Teil der Konkurrenz vom Markt verschwunden war. Vor allem das Geschäft mit Anleihen, Rohstoffen und Devisen (FICC) sorgte dafür, dass viele Geldhäuser wieder Rekordgewinne machten.

Kommentare (5)

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Jörg M.

18.01.2011, 08:56 Uhr

Dümmliche Propaganda.....
Es ist überhaupt keine Krise vorbei und die Zockerei der korrupten Privatbanken geht weiter auf Kosten der weltweiten bevölkerung.
Dieses Frühjahr geht`s wieder so richtig los.
Währungsreformen stehen an und die bevölkerung wird wieder mal ausgesaugt.....
Schlaft ihr Schäflein........schlaft weiter....

Stimme Jörg M. zu.

18.01.2011, 09:46 Uhr

Die letzten Jahre waren nur ein kleiner Vorgeschmack..

Kräftemangel

18.01.2011, 11:06 Uhr

@Jörg
Vollkommen richtige Analyse! Und noch etwas:
Wer glaubt, dass Geld einfach verschwindet, dem ist nicht mehr zu helfen. Ein perfekter Raub ist, wenn das Opfer denkt, dass das Geld nie da war. Die Vehikel zum perfekten Raub sind ganz unterschiedlich: Schrottimmobilien, wertlose Aktien, gefälschte Kunstobjekte, Gold (bei innerem Wert ca. 300 ?/1UZ, gesetzliche Rentenversicherung, Lebenversicherungen, Riester, Rührup und so weiter. Es geht heute nur noch um ein Prinzip: Der Kunde hat Geld in der Tasche. Wie kann dieses Geld von seiner Tasche in meine Tasche wandern? Herr Maschmeyer hat dieses Prinzip gelebt und perfektioniert. Für diese zweifelhafte Leistung meine Hochachtung. Die Enteignung des Steuerzahlers und der bürger läuft auf vollen Touren. Aber das Geld war ja sowieso nie da gewesen, siehe dümmlichen Artikel "Wir sind wie Alkoholiker", Rubrik Finanzen. Na dann Prost.

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