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18.04.2012

13:46 Uhr

Schärfere Vorschriften und Übernahmen

In Spaniens Banken geht die Angst um

VonDana Heide

Spanien versetzt die Investoren in Alarmbereitschaft. Das hat auch die heftige Reaktion auf die enorme Kreditaufnahme der spanischen Banken bei der EZB gezeigt. Ihre Quartalszahlen werden nun mit Spannung erwartet.

Bauarbeiten vor einer Filiale der Banca Civica in Madrid: La Caixa wird durch die Übernahme des Konkurrenten zu Spaniens Nummer drei. Reuters

Bauarbeiten vor einer Filiale der Banca Civica in Madrid: La Caixa wird durch die Übernahme des Konkurrenten zu Spaniens Nummer drei.

San SebastiánUm eines der gravierendsten Probleme der spanischen Banken zu erkennen, muss man kein Experte sein, sondern nur in einer beliebigen spanischen Stadt herumschlendern. Zum Beispiel in San Sebastián, einem beliebten Urlaubsziel mit 180.000 Einwohnern im Norden des Landes. Die Calle Egia in einem normalen Wohngebiet: Wer hier die Niederlassung der Santander Bank verpasst, entdeckt fünf Meter weiter eine Filiale der Sabadell Guipuzcoano, geht er ein paar Schritte, findet er Caixa, daneben hat die Kutxa Bank eine Filiale. Gleich um die Ecke sitzen Vertreter der spanischen Banken BBVA, Caja Laboral und Kutxa Rural.

Man könnte den Eindruck gewinnen, man befinde sich im Bankenzentrum Frankfurts, und nicht in einem der Viertel in San Sebastián, wo Obdachlose vor heruntergekommenen Supermärkten schlafen. Das Problem wird hier ganz deutlich: Spanien ist bereits seit Jahren over-banked, das Land hat zu viele Banken.

Die enormen Überkapazitäten und die damit verbundene Ineffizienz versucht die spanische Regierung derzeit zu beseitigen. Von ehemals 45 verschiedenen Sparkassen sind nur noch 15 übrig geblieben. Zwischen 2008 und 2011 wurden zehn Prozent der Stellen und 13 Prozent der Filialen in der Branche gestrichen.

Vor allem die drei größten Banken Spaniens greifen derzeit zu: Caixa kündigte Ende März an, mit Banca Cívica zu fusionieren, das würde sie laut eigenen Angaben zur drittgrößten Bank Spaniens machen. Auch BBVA hat bereits zugeschlagen: Die Übernahme der angeschlagenen Bank Unnim beförderte die zweitgrößte spanischen Bank auf den ersten Platz in der Liste der spanischen Geldinstitute in Katalonien, einer der wichtigsten spanischen Märkte. Die Bank Santander will diesen Abstand mit einem neuen Kauf wieder verringern - vor wenigen Tagen meldete das Geldinstitut Interesse an der zum Verkauf stehenden Catalunya-Caixa an, die derzeit noch im Staatsbesitz ist.

Sorge um den spanischen Patienten

Video: Sorge um den spanischen Patienten

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Kommentare (11)

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EU_NEIN_DANKE

18.04.2012, 13:35 Uhr

Der spanische Wirtschaftsminister de Guindos ....

"Die Banken Spaniens sind liquide genug, um die fälligen Kredite in den nächsten zwei Jahren zu erfüllen", ....

"Spanien hat keinerlei Probleme oder dringende Bedürfnisse bezüglich seiner Finanzierung. Spanien wird keine Rettung erbitten."


Haben das die Griechen nicht auch gesagt???

Lilly

18.04.2012, 13:44 Uhr

Zitat: <Der spanische Wirtschaftsminister de Guindos versuchte zu beruhigen. "Die Banken Spaniens sind liquide genug, um die fälligen Kredite in den nächsten zwei Jahren zu erfüllen", sagte er am Montag in einem Interview mit der Tageszeitung "El Mundo". "Spanien hat keinerlei Probleme oder dringende Bedürfnisse bezüglich seiner Finanzierung. Spanien wird keine Rettung erbitten."> Zitat Ende.

Frei nach dem Motto von Herrn Eurogruppenchef Juncker: „Wenn es ernst wird, muss man lügen“.

Funin

18.04.2012, 13:49 Uhr

Soso, und heute im SPIEGEL:
"ESM-Rettungsschirm
Spanien verlangt Milliarden für seine Banken"
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,828196,00.html

Da ist wohl eine alternativlose Rettung fällig, hochverehrte Frau Merkel?

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