Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.11.2015

13:17 Uhr

Schattenbanken und Finanzstabilität

Wovor es Bundesbank und EZB graust

VonYasmin Osman

Für Großbanken gibt es strenge Kapitalvorschriften und die Finanzaufsicht überwacht die Geldhäuser engmaschig. Europäische Zentralbank und Bundesbank fürchten daher, das andere Spieler das Finanzsystem bedrohen könnten.

Das Deutsche-Bank-Logo wirft einen Schatten: Im Hintergrund der Großbanken entwickeln sich sogenannte Schattenbanken zu einer Gefahr. dpa

Im Schatten

Das Deutsche-Bank-Logo wirft einen Schatten: Im Hintergrund der Großbanken entwickeln sich sogenannte Schattenbanken zu einer Gefahr.

FrankfurtDie wachsende Rolle von Schattenbanken, zu denen zum Beispiel Hedge- und Investmentfonds zählen, bereitet der Europäischen Zentralbank (EZB) zunehmend Sorgen. Sie hat den „schnell wachsenden Schattenbankensektor“ in ihrem halbjährlichen Finanzstabilitätsbericht in die Liste der wichtigsten „Schlüsselrisiken“ für die Finanzstabilität in der Euro-Zone aufgenommen.

Insgesamt schätzen die Währungshüter die Risiken für die Finanzstabilität im Währungsraum aber als gering ein. „Es gibt im allgemeinen ein niedriges Niveau an systemischen Risiken in der Euro-Zone“, sagte EZB-Vizechef Vitor Constancio. Die Schattenbanken sind in den Augen der EZB nicht die größte Gefahr für die Finanzstabilität aus. Vielmehr geht das größte Risiko von plötzlichen Umschwüngen an den Märkten aus. Auch die wachsende Rolle Chinas für die globalen Finanzmärkte bereitet den Notenbankern Unbehagen.

Moody’s-Studie: Die lange Rechnung der großen Banken

Moody’s-Studie

Die lange Rechnung der großen Banken

Betrügereien mit US-Hypotheken, Devisen und Referenzzinssätzen haben Investmentbanken bereits Milliarden gekostet. Doch am Ende könnte noch mehr bezahlt werden müssen, als bislang geschätzt, warnt eine Ratingagentur.

Gleichwohl ist der auf die Schattenbanken gerichtete Fokus des Berichts bemerkenswert. Denn dieser Teil der Finanzbranche ist bislang weniger stark von der EZB beurteilt worden. „Risiken für die Finanzstabilität weiten sich zunehmend über traditionelle Unternehmen wie Banken und Versicherer hinaus aus“, schreibt die EZB. „Mit dem schnellen Wachstum und der Vernetzung dieses Sektors, vor allem der Investmentfonds, ist es wahrscheinlicher, dass sich Schwachstellen unterhalb der Oberfläche anhäufen“, so die Notenbank. Das ist deshalb ein Thema, weil dieser Teil der Finanzbranche eine immer bedeutendere Rolle einnehmen.

Die seit der Finanzkrise verschärfte Regulierung des Bankensektors setze Anreize für eine Verlagerung von Geschäften in andere Bereiche des Finanzsystems, schreibt auch die Bundesbank in ihrem eigenen Finanzstabilitätsbericht, den sie ebenfalls am Mittwoch veröffentlichte. „Insbesondere das Schattenbankensystem betreibt Kreditintermediation außerhalb des regulären Banken- und Versicherungssektors“, so die Bundesbank. Damit ist die Finanzierung jenseits klassischer Strukturen gemeint. Die Geschichte habe gezeigt, dass in diesem Bereich Verwundbarkeiten entstehen können, die gegebenenfalls das gesamte Finanzsystem gefährden.

Unter Schattenbanken versteht man Finanzakteure, die zwar keine Banken sind, aber bankähnliche Geschäfte betreiben. Das können Versicherer, Investmentfonds, Private-Equity-Investoren oder auch Hedgefonds sein. Es ist vor allem die wachsende Rolle von Investmentfonds, die zu den Schattenbanken zählen, die die EZB beunruhigt. Denn der Großteil des Wachstums in der Welt der Schattenbanken geht auf das Konto der Fondsbranche. „Die Investmentfondsbranche der Euro-Zone ist nicht nur weiter gewachsen, es gibt außerdem Anzeichen dafür, dass die Fonds höhere Risiken auf ihre Bilanzen nehmen“, warnt die EZB.

Kommentare (17)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr J.-Fr. Pella

25.11.2015, 13:24 Uhr

Soll doch keiner Entsetzen Heucheln!!!
Dies war doch von den Politikern so gewollt, diese Scheinheiligkeit.
Wie hieß es im Zauberlehrling:
.... die ich rief die Geister, werde ich nimmer los,.....

Account gelöscht!

25.11.2015, 13:31 Uhr

Ich hatte meinen alten Brötchengeber, der Dt. Bank, ja schon seinerzeit empfohlen, sich mit den beiden lukrativen Cash-Cows (Investmentbanking und Asset & Wealth Management) in eine Holding umzufirmieren und als Monster-Hedgefonds in irgendeine Steueroase sicher vor der Regulierungswut der Politik zu verlegen.

Der Einzige, der dann doof aus der Wäsche guckt, ist das Finanzamt mit seiner Unersättlichkeit.

Herr Jean Ackermann

25.11.2015, 13:48 Uhr

Die systemrelevanteste Bank in Europa ist eigentlich die EZB, von ihr hängt die die ganze Geldwertstabilität in Europa und darüber hinaus ab!!!! Es wäre gut wenn solche Notenbanken auch entsprechend der Geldausgabe Eigenkapital halten müsste.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×