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14.05.2014

19:41 Uhr

Schein-Kredite

Citigroup entlässt elf Banker bei mexikanischer Tochter

Die internen Untersuchungen bei der Bank Banamex haben laxe Kontrollen und Scheinkredite zutage gefördert: Der Mutterkonzern Citigroup zieht Konsequenzen und entlässt elf weitere Mitarbeiter, davon vier ranghohe Manager.

Die Citigroup hatte im Februar bekanntgegeben, bei der Tochter undurchsichtige Kredite im Volumen von mindestens 400 Millionen Dollar entdeckt zu haben. Reuters

Die Citigroup hatte im Februar bekanntgegeben, bei der Tochter undurchsichtige Kredite im Volumen von mindestens 400 Millionen Dollar entdeckt zu haben.

New York/Mexiko-StadtDie Citigroup hat in Folge einer internen Untersuchung betrügerischer Kreditgeschäfte bei der mexikanischen Tochter Banamex elf weitere Mitarbeiter entlassen. Die Ermittlungen hätten zu laxe Kontrollen sowie Schein-Kredite zutage gefördert, hieß es am Mittwoch in einer internen Mitteilung der Bank an ihre Angestellten. Unter den Entlassenen seien vier ranghohe Manager. Im Rahmen der noch laufenden Untersuchung könnten weiteren Beschäftigten in und außerhalb Mexikos disziplinarische Maßnahmen drohen, hieß es in dem Memo weiter.

Hohe Geldbußen für Banken

Einleitung

Für manipulierte Zinsen, fragwürdige Beratung bei Krediten oder für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte haben schon viele Banken mit hohen Summen büßen müssen. Einige Beispiele für Strafen im Zusammenhang mit Fehlverhalten von Finanzriesen.

Juli 2010

Die US-Investmentbank Goldman Sachs wendet eine Betrugsklage der US-Börsenaufsicht mit Zahlung einer Strafe von 550 Millionen US-Dollar ab. Die Börsenaufsicht SEC beschuldigte Goldman Sachs, Investoren bei einem komplexen Finanzgeschäft unzureichend informiert zu haben, darunter auch die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB.

Mai 2012

Die Deutsche Bank steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte einer Tochtergesellschaft in den USA gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, zahlen die Frankfurter 202 Millionen US-Dollar. Der Bank drohte eine Strafzahlung und Wiedergutmachung von mehr als eine Milliarde Dollar. Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen.

Dezember 2012

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Wie die Bank mitteilt, leistete sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an US-, britische und Schweizer Behörden.

Januar 2013

Die Bank of America überweist insgesamt mehr als zehn Milliarden Dollar an den staatlich gestützten Hausfinanzierer Fannie Mae, um Streitigkeiten bei Hypotheken-Deals aus der Welt zu schaffen. In einem anderen Fall müssen das Geldhaus und neun andere Finanzfirmen wie JPMorgan Chase oder die Citigroup mit zusammen 8,5 Milliarden Dollar für fehlerhafte Hauspfändungen geradestehen.

August 2013

Britische Banken müssen wegen falscher Beratung von Kunden erneut Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Kompensationsleistungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Zu den bestraften Unternehmen zählen Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).

September 2013

Das Debakel um einen 6,2 Milliarden US-Dollar hohen Spekulationsverlust hat für die größte US-Bank JP Morgan Chase ein teures juristisches Nachspiel. Mehrere Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien haben nach Angaben der US-Notenbank Fed Strafen über insgesamt rund 920 Millionen Dollar gegen das Institut verhängt.

Oktober 2013

Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

November 2013

JP Morgan Chase büßt mit 13 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) für fragwürdige Hypotheken-Geschäfte. Die führende US-Bank hatte sich nach wochenlangem Tauziehen mit dem US-Justizministerium und anderen staatlichen Stellen auf diese Summe geeinigt. Es ist der bisher größte Vergleich mit einem einzelnen Unternehmen in der amerikanischen Geschichte.

Dezember 2013

Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.

Die drittgrößte US-Bank hatte im Februar bekanntgegeben, bei der Tochter undurchsichtige Kredite im Volumen von mindestens 400 Millionen Dollar entdeckt zu haben. Daraufhin musste sie den für 2013 ausgewiesenen Gewinn um 235 Millionen Dollar stutzen. Damals feuerte sie einen Mitarbeiter, der direkt an dem Betrug beteiligt gewesen sei, wie Institutschef Michael Corbat in der Mitteilung erläuterte. Die übrigen Betroffenen hätten nicht genug unternommen, um Schaden von der Bank abzuwenden.

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In der Finanzkrise gehörte die Citigroup zu denjenigen Banken, die der Staat retten musste. Mittlerweile verdient das Wall-Street-Haus wieder Milliarden und schneidet sogar besser als der Marktführer JPMorgen Chase ab.

Von

rtr

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