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05.12.2012

21:54 Uhr

Schifffahrtskrise

HSH Nordbank mit Volldampf in die roten Zahlen

Die HSH Nordbank leidet wie kaum eine andere Bank unter der Schifffahrtskrise. Nach den ersten drei Quartelen rutscht die Landesbank ins Minus. Eine Prognose bleibt aus und um Marktvorstand Temp gibt es Aufregung.

Die HSH Nordbank schreibt rote Zahlen. dpa

Die HSH Nordbank schreibt rote Zahlen.

Hamburg/KielDie HSH Nordbank schreibt erneut rote Zahlen und rechnet mit anhaltenden Belastungen für ihr Geschäft. In den ersten neun Monaten betrug der Konzernverlust 25 Millionen Euro, teilte das Institut am Mittwoch in Hamburg mit. Nach sechs Monaten hatte die Bank noch einen Gewinn von 70 Millionen Euro ausgewiesen. Auf eine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr verzichtet die HSH Nordbank in ihrer Mitteilung.

Der neue Vorstandschef Constantin von Oesterreich hatte vor wenigen Tagen im „Hamburger Abendblatt“ erklärt, er könne nicht ausschließen, dass der Verlust höher als im Vorjahr ausfallen werde. Gegenwärtig sehe es aber nicht so aus. 2011 hatte die Bank einen Verlust von 263 Millionen Euro verbucht.

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Die Bank leidet als großer Schiffsfinanzierer besonders unter der anhaltenden Krise in der Schifffahrt. Vor allem deshalb musste das Institut die Risikovorsorge in den ersten neun Monaten des Jahres um 458 Millionen Euro aufstocken. Besserung ist nicht in Sicht; die Krise in der Schifffahrt wird nach den Einschätzungen der Analysten noch mindestens bis 2014 dauern. Etliche Schiffe haben Probleme, Zins und Tilgung zu erwirtschaften. Sie können von den Banken auch nicht als Sicherheit verwertet werden, weil die Preise für Gebrauchtschiffe kaum über dem Schrottwert liegen. Also belasten sie die Bilanzen.

Die HSH Nordbank muss zudem sicherstellen, dass sie ihre harte Kernkapitalquote über dem geforderten Mindestwert von neun Prozent hält. Gegenwärtig liegt sie bei 9,4 Prozent. Die Bank habe eine Reihe von Maßnahmen identifiziert, die sich positiv auf die Kapitalquote auswirken und zur Erfüllung der höheren Kapitalanforderungen in der Zukunft beitragen sollen, heißt es in der Mitteilung. Unter anderem werde der Anteil von Geschäften in US-Dollar begrenzt und risikoreiche Altbestände beschleunigt abgebaut.

Von Oesterreich bestätigte die Voraussage der Bank, dass sie ab 2019 Garantien der Länder von bis zu 1,3 Milliarden Euro in Anspruch nehmen könnte. Für die Ländergarantien von derzeit sieben Milliarden Euro hat die Bank in diesem Jahr 213 Millionen Euro bezahlt. Der neue Vorstandschef hob hervor, dass die Effizienz der Bank gestiegen sei und die Kosten gesunken. Von dem angestrebten Personalabbau bis 2014 seien zwei Drittel umgesetzt; derzeit beschäftigt die Bank noch umgerechnet 3270 Vollzeitkräfte.

Die EU hat der Bank vorgeschrieben, sich deutlich zu verkleinern. Der Umbau zu einer „Bank für Unternehmer“ mache Fortschritte; das Neugeschäft habe deutlich zugelegt. Die derzeit sehr schwierigen Rahmenbedingungen würden die Geschäftsentwicklung jedoch auch im weitern Jahresverlauf maßgeblich beeinflussen. „Mit unserem neuen Geschäftsmodell und den weiteren operativen Maßnahmen werden wir die gestiegenen Herausforderungen bewältigen und die HSH Nordbank nachhaltig stärken“, sagte von Oesterreich.

Das sind die größten Banken Deutschlands

Platz 12

2011 ist das letzte Jahr, für das die WestLB ihre Jahresbilanz bekannt gab. Die Bank, die zum Großteil dem Land Nordrhein-Westfalen, der NRW.Bank und den Sparkassenverbänden des Rheinlands und Westfalen-Lippe gehörte, ist mittlerweile zerschlagen. Die Zertifikategeschäfte übernahm die Helaba.

Bilanzsumme (2011): 167,90 Milliarden Euro

Platz 11

Die Postbank gehört mittlerweile zur Deutschen Bank und betreut mit rund 19.000 Angestellten fast 14 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 192,00 Milliarden Euro

Platz 10

Die Eurohypo AG ist eine Tochter der Commerzbank  - und ein Milliardengrab. Zehn Jahre nach der Gründung wird die Hypothekenbank nun zerschlagen. Die Eurohypo AG ist nach der WestLB die zweite deutsche Bank, die die Krise nicht überlebt hat. Jedoch ist ihre Bilanzsumme noch um einiges größer als die der Landesbank.

Bilanzsumme (2011): 203,00 Milliarden Euro

Platz 9

Auch die NordLB schaffte es nur mit Staatsmitteln, die Bankenkrise zu überstehen. Die EU-Bankenaufsicht verordnete der Bank der Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ihr Eigenkapitalpolster gehörig aufzustocken.

Bilanzsumme (2011): 227,60 Milliarden Euro

Platz 8

Die BayernLB machte in den vergangenen Wochen mit einem Streit mit der EU-Kommission Schlagzeilen. Die in der Krise taumelnde Bank muss dem Land Bayern fünf Milliarden Euro an Krisenhilfen zurückzahlen.

Bilanzsumme (2011): 309,10 Milliarden Euro

Platz 7

Auch die Hypo Real Estate überlebte die Krise nur knapp: Die Immobilienbank wurde verstaatlicht und lagerte ihre Altlasten in eine Bad Bank aus. Bis 2015 muss die Hypo Real Estate jedoch wieder privatisiert werden, entschied die EU.

Bilanzsumme (2011): 236,60 Milliarden Euro

Platz 6

Die LBBW ist mit einer Bilanzsumme von über 370 Milliarden Euro die größte deutsche Landesbank. Das Geldinstitut gehört fast vollständig dem Land Baden-Württemberg, dem Sparkassenverband des Landes und der Stadt Stuttgart.

Bilanzsumme (2011): 373,10 Milliarden Euro

Platz 5

Die deutsche Unicredit Bank AG, besser bekannt unter ihrem Markennamen Hypovereinsbank, ist ein Tochterunternehmen der größten italienischen Bank, Unicredit. Die italienische Großbank hat gerade eine Umstrukturierung angekündigt: Die Tochtergesellschaften und damit auch die Hypovereinsbank sollen mehr Autonomie bekommen.

Bilanzsumme (2011): 395,70 Milliarden Euro

Platz 4

Zur DZ Bank AG gehören neben der Volksbanken Raiffeisenbanken auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall oder die R+V Versicherung. Die DZ Bank AG ist das Zentralinstitut für insgesamt 900 Genossenschaftsbanken mit rund 30 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 405,90 Milliarden Euro

Platz 3

Die Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) ist die deutsche Förderungsbank unter Aufsicht des Finanzministeriums. Sie gibt Kredite an Existenzgründer und Firmen im Rahmen von Förderprogrammen der Bundesregierung und ist für die Finanzierung von Infrastrukturvorhaben zuständig.

Bilanzsumme(2011): 494,80 Milliarden Euro

Platz 2

Die Commerzbank belegt mit einer Bilanzsumme von über 600 Milliarden Euro Platz zwei unter den größten deutschen Banken. Die Bank ist in 52 Ländern vertreten und betreut nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Privat- und eine Millionen Firmenkunden in der ganzen Welt.

Bilanzsumme(2011): 661,80 Milliarden Euro

Platz 1

Die international erfolgreiche Deutsche Bank nimmt unangefochten den ersten Platz der größten deutschen Banken ein. Ihre Bilanzsumme ist rund 3,5 mal so groß wie die der Commerzbank. Die Bank beschäftigt über 100.000 Mitarbeiter – knapp 50.000 davon in Deutschland.

Bilanzsumme (2011): 2164,10 Milliarden Euro

Weitere Aufregung gibt es bei der HSH Nordbank um Marktvorstand Torsten Temp. Dieser soll laut einem Zeitungsbericht im ersten Anlauf nicht die erforderliche Mehrheit für die Verlängerung seines Vertrags erhalten haben. Bei einer Abstimmung im Aufsichtsrat fehlte Temp die notwendige Zweidrittelmehrheit, berichtete die „Financial Times Deutschland“ vorab aus ihrer Donnerstagausgabe. Sein Vertrag läuft im Frühjahr 2013 ab.

Ein Sprecher der HSH Nordbank sagte, über die Verlängerung werde im Januar entschieden. Aus Finanzkreisen verlautete, bei einer ersten Abstimmung im Aufsichtsrat hätten nicht alle Arbeitnehmer für Temp gestimmt. Für die Bestellung eines Vorstands reicht im zweiten Wahlgang die einfache Mehrheit.

Kommentare (1)

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Ludwig500

05.12.2012, 19:38 Uhr

Führst die Bank Du ohne Hirn
Nimmst Du Dir ´nen Rettungsschirm

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