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18.01.2017

14:01 Uhr

Schlussquartal Goldman Sachs

Die goldenen Goldmänner

Trumps Wahlsieg lässt die US-Banken boomen. Im letzten Quartal 2016 vervierfacht Goldman Sachs seinen Gewinn. Auch die Citigroup präsentiert unerwartet starke Zahlen.

Glänzen tut auch das Ergebnis von Goldman Sachs. AFP; Files; Francois Guillot

Ein Schild der führenden Investmentbank

Glänzen tut auch das Ergebnis von Goldman Sachs.

New YorkGoldman Sachs hat 2016 ein goldenes Schlussquartal erlebt. In den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres konnte die führende Investmentbank der Wall Street ihren Gewinn nahezu vervierfachen. Mit einem solchen Wachstum ließen die Goldmänner die gesamte New Yorker Konkurrenz deutlich hinter sich. Auch die Citigroup schlug sich stärker als erwartet.

Die Branche boomte im vierten Quartal dank Donald Trumps Wahlsieg. Zum einen, weil der Republikaner mit dem Gewinn bei den Präsidentschaftswahlen eine Rally an den Märkten lostrat, die für deutlich gestiegene Handelsumsätze sorgte. Zum anderen, weil mit Trump als neuem US-Präsidenten die Hoffnungen der Finanzwelt groß sind, dass aus Washington von nun an ein freundlicherer Wind Richtung Wall Street weht. Eine Deregulierung würde die Geschäfte der Geldhäuser befeuern. In den vergangenen Tagen hatten bereits JP Morgan, die Bank of America und Morgan Stanley kräftig gestiegene Gewinne präsentiert.

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Die Ergebnisse von JP Morgan, Wells Fargo und Bank of America zeigen einen positiven Trend. Ob damit ihre hohen Bewertungen zu rechtfertigen sind, bleibt aber noch offen. Sie beruhen vor allem auf dem Prinzip Hoffnung.

Bei Goldman war der anziehende Handel mit Wertpapieren maßgeblich dafür verantwortlich, dass der Überschuss sich auf 2,15 Milliarden Dollar vervierfachte. Damit wurden die Erwartungen der Analysten übertroffen. Allerdings hatte das Institut wegen hoher Lasten aus Rechtsstreitigkeiten im Vorjahr nur schwach abgeschnitten. Vor allem im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren schnitt Goldman Sachs gut ab: Hier erhöhten sich die Einnahmen um mehr als drei Viertel, deutlich mehr als bei vielen Rivalen, nicht aber so gut wie beim engsten Konkurrenten Morgan Stanley, bei dem sich die Einnahmen fast verdreifachten. Im Aktienhandel schwächelte Goldman Sachs dagegen. Hier gab es ein Minus von neun Prozent.

An der Wall Street zogen Goldman-Aktien vorbörslich leicht an. Konzernchef Lloyd Blankfein sagte, nach Herausforderungen im ersten Halbjahr sei der Rest des Jahres gut gelaufen. Allein seit der Trump-Wahl Anfang November haben die Aktien des Instituts eine extreme Rally hingelegt und schlugen damit deutlich den schon starken Gesamtmarkt. Während der Dow-Jones-Index seit dem 8. November 2016 8,6 Prozent hinzugewinnen konnte, verteuerten sich Goldman-Papiere um ganze 30 Prozent.

Auch Einsparungen zahlen sich für Goldman aus. Das Institut hatte 2016 angekündigt, die jährlichen Kosten um 700 Millionen Dollar senken zu wollen. Nun hieß es, im Gesamtjahr seien die Aufwendungen um 19 Prozent auf 20,3 Milliarden Dollar gefallen. Das ist der niedrigste Wert seit 2008 - dem Jahr der weltweiten Finanzkrise.

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