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27.01.2004

07:29 Uhr

Schuldenberge nach Aktienkauf auf Pump – Vorstand informierte angeblich falsch

Ex-Mitarbeiter fordern Geld von MLP

VonFrank Wiebe

Ehemalige Mitarbeiter des Finanzdienstleisters MLP, die hohe Verluste mit Aktien des Unternehmens erlitten haben, fordern Geld von dem Unternehmen. Der Münchener Rechtsanwalt Klaus Rotter schickte MLP eine Zahlungsaufforderung über knapp 900 000 Euro für einen seiner Mandanten und kündigte weitere ähnliche Schreiben an.

Die MLP-Hauptverwaltung in Heidelberg. Foto: dpa

Die MLP-Hauptverwaltung in Heidelberg. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Er steht nach eigenen Angaben mit rund 20 bis 30 Ex-Mitarbeitern in engerem Kontakt, von denen einige Forderungen in Millionenhöhe haben. MLP erklärte in einer ersten Stellungnahme, die Forderungen seien unbegründet.

Rotter wirft MLP vor, bei den Mitarbeitern massiv für den Verkauf von MLP-Aktien geworben zu haben. Zum Teil sei bei Veranstaltungen der Firma sogar „massiv Druck“ ausgeübt wurde, wofür es „eine Vielzahl von Zeugen“ gebe. Ex-MLP-Chef Bernhard Termühlen habe gesagt, man wolle sich „Maßnahmen überlegen“, wenn einzelne Mitarbeiter das Angebot zum Aktienkauf „ablehnen würden“. Außerdem habe Termühlen stets die „konservative“ Bilanzierung des Unternehmens betont und die Ertragsaussichten zu rosig dargestellt, schreibt Rotter. MLP war im Jahr 2002 wegen seiner angeblich unsachgemäßen Bilanzierung unter Druck gekommen, was auch zu einem dramatischen Kursverfall der Aktie führte. Das Unternehmen hat die Vorwürfe bestritten, dann aber seine Bilanzierungspraxis geändert. Jetzt erklärte MLP, Rotter habe „nur hinlänglich bekannte und rechtlich nicht haltbare Vorwürfe bezüglich der Bilanzierung von MLP aus dem Jahre 2002 wiederholt.“

Offenbar wurden viele der Aktienverkäufe durch die MLP Bank finanziert. Die Position „Forderungen an Kunden mit unbestimmter Laufzeit“ in Höhe von 154 Mill. Euro in der Bankbilanz per Ende 2002 bestehe „fast ausschließlich“ aus Lombardkrediten an Berater und Mitarbeiter, behauptet Rotter. MLP erklärte, wegen des Bankgeheimnisses sei keine Aussage über das Volumen möglich.

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