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31.10.2011

18:26 Uhr

Schuldenkrise

Frankreichs Banken drosseln Kreditgeschäft

Aufgrund der Schuldenkrise treiben französische Banken den weltweiten Verkauf von Geschäftsbereichen voran und drosseln die Vergabe weniger lukrativer Darlehen. Man müsse vorsichtiger und selektiver vorgehen, heißt es.

Die Schuldenkrise lässt die Vorsicht französischer Banken wachsen. dpa

Die Schuldenkrise lässt die Vorsicht französischer Banken wachsen.

LondonUnter dem Druck der europäischen Schuldenkrise treten Frankreichs Banken im Kreditgeschäft auf die Bremse. Wie am Montag aus Branchenkreisen verlautete, treiben die Geldhäuser nicht nur den weltweiten Verkauf von Geschäftsbereichen voran. Sie drosselten auch die Vergabe weniger lukrativer Darlehen. Vor allem aus den gemeinsam mit anderen Banken vergebenen Dollar-Krediten für Firmenkunden zögen sie sich zurück.

Auffällig ist die fehlende Beteiligung französischer Institute an großen Kreditgeschäften in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Dazu zählen etwa ein Kredit über sechs Milliarden Dollar für den Rohstoffhändler Xtrata und ein Darlehen über 4,7 Milliarden Dollar für ein Gasprojekt im Golfstaat Katar. Letzteres zeigt eine Kehrtwende der französischen Banken, die früher traditionell bei derartigen Projekten mitgemischt haben.

"Wir müssen mit unserer Bilanz vorsichtiger umgehen und stärker selektiv vorgehen", erläuterte ein hochrangiger französischer Bankmanager. "Wir konzentrieren uns auf unsere Kernmärkte und Kernkundschaft. Wenn es kein greifbares Zusatzgeschäft gibt, und der Deal nicht profitabel ist, lassen wir es lieber sein.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

01.11.2011, 08:34 Uhr

"Wenn es kein greifbares Zusatzgeschäft gibt, und der Deal nicht profitabel ist, lassen wir es lieber sein."

Was fuer eine tiefgreifende, geniale und erkenntnisreiche Aussage. So was lernt man nicht mal auf der Uni. Der Bankenelite kann man wirklich nichts vormachen.

MW65719

01.11.2011, 10:05 Uhr

Es gab mal eine Zeit, da musste man an der Spitze der Rankings (Volumen abgeschlossener Deals) stehen, um auch bei den wirklich lukrativen zum Zug zu kommen.
Da wurden dann eben auch mal einzelne nicht profitable Deals abgeschlossen.
Da war es dann das nicht direkt greifbare, sondern das erhoffte (feiner aber oft entscheidender Unterschied) Zusatzgeschäft.
Wer aber Vertriebsleute egal welcher Branche kennt (die oft auch durch ihre Geschäftsleitung nur über den Umsatz und nicht den Nettoertrag geteuert werden), der weiß dass eine entfernte Hoffnung bei vielen als Rechtfertigung reicht.
So wird dann oft auch das Preisniveau auf irrealistisch niedrige Level gesenkt, bis wieder ein paar Anbieter kaputtgegangen sind. Bei den Banken ist das im Kreditgeschäft, bei M&A, im "langweiligen" Zahlungsverkehr etc. der Fall, in anderen Wirtschaftszweigen sind es die Preise für Vorprodukte wie z.B. elektronische Bauteile, das Catering, die Versorgung mit Lebensmitteln, etc. pp.
Konkurrent belebt zwar das Geschäft und verhindert Mondpreise, aber zu viel Konkurrenz durch nicht kaufmännisch vernünftig handelnde zerstört auch Märkte.

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