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20.04.2012

16:01 Uhr

Schuldenkrise

Spanische Banken kämpfen ums Überleben

VonAnne Grüttner

Die spanischen Banken müssen 54 Milliarden Euro Rückstellungen bilden. Das treibt sie in die Existenzkrise: Im schlimmsten Fall muss die Regierung in Madrid Hilfe aus dem Euro-Rettungsfonds beantragen.

Die spanischen Banken müssen 54 Milliarden Euro an Rückstellungen bilden. Reuters

Die spanischen Banken müssen 54 Milliarden Euro an Rückstellungen bilden.

MadridSpaniens Banken steht ein harter Überlebenskampf bevor. Knapp 54 Milliarden Euro müssen sie wegen neuer gesetzlicher Auflagen an Rückstellungen und Kapitalkissen für ihre Immobilienrisiken aus ihren diesjährigen Ergebnissen finanzieren. Damit sind zwar „die Immobilienrisiken für einige Zeit sehr gut abgedeckt“, meint Alberto Roldán, Chefanalyst vom Brokerhaus Inverseguros. Doch für die Banken bedeuten die Auflagen „eine starke Reduzierung der Gewinne und in einigen Fällen mögliche Verluste im Jahr 2012“, warnt die spanische Notenbank. IWF-Chefin Christine Lagarde verwies darauf, dass die spanische Regierung im Notfall aus den europäischen Rettungsschirmen Mittel für die Bankenrettung bekommen könne. „Es wäre allerdings gut, wenn diese Mittel direkt ohne den Umweg über die Regierung an die Banken fließen könnten“, sagte sie. Das widerspreche jedoch den Regeln für den Euro-Rettungsfonds EFSF und den neuen dauerhaften Fonds ESM. Die Bundesregierung ist strikt dagegen, diese zu ändern.

Eine Reihe von spanischen Geldhäusern dürfte diese vorerst letzte Konsolidierungsrunde daher nicht überleben. Drei kleinere Banken stehen bereits unter der Obhut des staatlichen Bankenrettungsfonds FROB, der sie aus Mitteln des von den Banken selbst finanzierten Einlagensicherungsfonds sanierte und in den nächsten Wochen verkauft.

Acht weitere Fusionen haben die Banken gegenüber der Banco de España bereits angekündigt. Bis Ende Mai müssen alle Fusions- oder Übernahmeprozesse angemeldet sein, die nach bisherigen Plänen allesamt von den Banken selbst finanziert werden sollen. Nur für den Notfall steht auch der FROB bereit, der mit einem Eigenkapital von 15 Milliarden Euro, aufstockbar auf bis zu 99 Milliarden Euro, ausgerüstet ist.

Größtes Sorgenkind der Branche ist Bankia, die als derzeit viertgrößte spanische Bank sehr wohl zum Systemrisiko werden könnte. Sie war erst letztes Jahr aus dem Zusammenschluss von sieben spanischen Sparkassen hervorgegangen und kassierte bereits damals für den Fusionsprozess rund 4,5 Milliarden Euro an Kapitalhilfen vom FROB. Die besonders hohe Exposition der Großbank gegenüber dem Immobiliensektor bringt es mit sich, dass Bankia dieses Jahr noch rund drei Milliarden Euro aufbringen muss, um die neuen Auflagen der Regierung zu erfüllen. Das ist rund zehnmal so viel wie das Nettoergebnis vom vergangenen Jahr.

Kommentare (5)

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20.04.2012, 18:50 Uhr

In Spanien stehen 1,6 Mio Häuser zum Verkauf. Die Quote liegt damit prozentual auf die Bevölkerung gerechnet signifikant über den Werten der USA-Immobilienkrise. ca. 10 Prozent der Hauskrediten sind derzeit im Rückstand oder werden gar nicht mehr bedient. Die spanischen Banken müssten eigentlich noch deutlich größere Rückstellungen bilden - der EU-Ansatz ist für dieses Land derzeit viel zu niedrig. Und das wissen die Banken und die Politiker. Hoffnung ist nicht angebracht. Bei einer stark steigenden Arbeitslosigkeit von weit über 20 Prozent und einer Jugendarbeitslosigkeit von über 50 Prozent ist zu erwarten, dass weitere Kredite platzen und mit ihr die ganze spanische Bankenlandschaft. Wollen wir Deutschen das wirklich bezahlten? Können wir ein Jahrzehnt Misswirtschaft und Verschwendung in ganz Südeuropa auffangen? Neien, wir können es trotz anderslautenden Solidaritäts-Sonntagsreden nicht, zumal die Länder auch nach einer Rettung weiterhin dauerhaft auf massivste Unterstützung angewiesen wären. Schließlich ist die Immobilienwirtschaft in Spanien nur ein Mosaiksteinchen einer ganzen Wirtschaft, die derzeit zusammenbricht. ... und Frankreich wird folgen - besonders unter einer sparunwilligen neuen sozialistischen Regierung. Raus aus dem Euro!

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20.04.2012, 19:18 Uhr

Professor Hans-Werner Sinn, Chef des IFO-Instituts Deutschland, sagte der deutsche Steuerzahler stehen vor einem gefährlichen Anstieg des Kreditrisikos aus einer Fülle von Bail-out Systeme. "Der Euro-System ist in der Nähe Explosion", sagte er in Österreich Economics Akademie am Donnerstag.
Dr Sinn sagte, Deutschland ist auf dem Haken für einen Großteil des 2100000000000 € (£ 1720000000000) in Maßnahmen zur Rettung der EWU Schuldner - oft durch die Hintertür - die Deutschen mit ruinösen Verluste eines Tages zu satteln.
"Es ist ein Horrorszenario", sagte er und warnte, dass das Euro-System Splitting befreundeten Ländern ist in Blöcke von einander feindlich gesinnte Gläubiger und Schuldner, genau das Gegenteil von dem, was angestrebt wurde.
Anfang dieser Woche meldete die Foundation for Family Business in München eine Strafanzeige gegen die Deutsche Bundesbank und wirft dem Vorstand der Verschleierung des wahren Ausmaß der Gefahr durch deutsche Staatsbürger geboren.
Der Furor folgt ein deutlicher Sprung in der Bundesbank "TARGET2" Ansprüche im Rahmen der internen Bezahlung der Europäischen Zentralbank das Netz ab € 547bn im Februar auf € 616bn März. Bundesbank Ansprüche haben seit 2008 das Sechsfache gestiegen ist, spiegelt sich ein Anstieg in Holland und Luxemburg.

Lutherschule

20.04.2012, 19:49 Uhr

Keine Sorge, das "reiche" Deutschland steht allen fast Pleitestaaten bei. Wir erhöhen weiter unseren Schuldenberg, denn unsere Kanzlerin hat Vorsorge getroffen, das der Euro brüderliches, sozialistisches, europäisches Zahlungsmittel wurde. Ein Rezept, wer nun unseren Schuldenberg,> jetzt schon über drei Billionen, wenn man die Bankenforderungen, die bei uns auch der Steuerzahler zahlt, hinzuzählt,< bezahlt konnte weder Merkel noch Schäuble erstellen!!!
Noch sprudeln die Steuereinnahmen u. trotzdem wird die Neuverschuldung noch höher ausfallen wie geplant.
Extra 8 Milliarden zusätzlich für 2012.Danach kommt der nächste alternativlose Weg in die Inflation, die bereits begonnen hat.Der Wähler wurde gläubiger Zuhörer von Sprechblasen u. Regierungsmärchen.

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