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23.11.2012

15:15 Uhr

Schuldentilgung

BayernLB zahlt Millionen an den Freistaat zurück

Die Bayern bekommen ihr Geld zurück: Ihre Landesbank hatte in der Finanzkrise Milliarden vom Freistaat erhalten. Nun hat die BayernLB damit begonnen, ihre Schulden zurückzuzahlen.

Die Bayerische Landesbank in München hat damit begonnen, ihre Schulden beim Freistaat zu tilgen. dapd

Die Bayerische Landesbank in München hat damit begonnen, ihre Schulden beim Freistaat zu tilgen.

MünchenDie Bayerische Landesbank beginnt knapp ein Jahr vor der Landtagswahl mit dem Schuldendienst beim Freistaat. Am Freitag seien die ersten 350 Millionen Euro in den Staatssäckel geflossen, verkündete Bayerns Finanzminister und Verwaltungsratschef Markus Söder am Freitag. Die Summe decke ziemlich genau die Zinsen des Jahres 2013, die für die in der Finanzkrise erhaltenen Beihilfen anfallen. Die Mittel stammen laut BayernLB-Chef Gerd Häusler aus den Rücklagen der Bank aus den vergangenen zwei Jahren. Die Landesbank sei die einzige ihrer Art in Deutschland, die Geld zurückgebe. „Die BayernLB trägt sich selbst“, sagte der CSU-Politiker.

Vorstandschef Häusler kündigte an, auch im nächsten Jahr einen weiteren Teil der Milliardenhilfen abzustottern. Bis 2019 muss die BayernLB die Hälfte der zehn Milliarden Euro schweren staatlichen Unterstützung an die Landesregierung zurückgeben. „Das ist sehr ambitioniert, aber machbar“, sagte Häusler.

Um die EU-Auflagen zu erfüllen, baut sich die BayernLB neuerlich um. Alles, was nicht zum künftigen Kerngeschäft des Kreditinstituts gehöre, werde in einer sogenannten Non-Core-Unit gebündelt. Darin würden auch Verkaufskandidaten wie die Immobiliengesellschaft GBW angesiedelt. Die Tochterbank DKB werde separat geführt.

Wozu sich die BayernLB verpflichtet hat

Besinnung auf die heimische Wirtschaft

Die BayernLB will sich künftig wieder auf Kunden in ihrer Heimatregion konzentrieren. „Die Bank wird ihren Kunden als Unternehmens- und Immobilienfinanzierer mit regionaler Konzentration auf Bayern und Deutschland weiterhin verlässlich und ohne Einschränkungen zur Verfügung stehen“, erklärte das Geldhaus. Auch bei Geschäften im Ausland könnten diese Kunden weiter auf die Bank zählen. Parallel solle das Geschäft mit den Sparkassen ausgebaut werden.

Bilanzsumme schrumpfen

Seit Beginn des Umbaus im Jahr 2009 hat die BayernLB nach eigenen Angaben bereits seine Bilanzsumme von einst 420 Milliarden Euro auf aktuell rund 300 Milliarden Euro verringert. Nach Angaben des bayerischen Finanzministers Markus Söder (CSU) soll das Volumen letztlich auf rund 200 Milliarden Euro halbiert werden.

Beteiligungen verkaufen

Ein Mittel zum Zweck ist der Verkauf von Beteiligungen. Verkauft werden sollen diverse Auslandsstandorte, die Wohnungstochter GBW, die ungarische Tochter MKB sowie die Landesbausparkasse. Letztere geht an die bayerischen Sparkassen, die der BayernLB zudem über eine Kapitalerhöhung frisches Geld zukommen lassen sollen. Insgesamt steuern sie rückwirkend 1,65 Milliarden Euro zur Rettung der Bank bei, an der sie sich 2008 nicht beteiligt hatten.

Staatshilfe zurückzahlen

Gemäß der Vereinbarung muss die Bayern LB bis zum Jahr 2019 fünf Milliarden Euro an Staatshilfen an den Freistaat zurückzahlen. Anschließend will das Land die BayernLB verkaufen und damit auch die verbliebenen Hilfen - fünf Milliarden Euro - zurückbekommen. „Wenn der Markt es hergibt, werden wir uns trennen von der Bank“, sagte Finanzminister Söder, der auch Verwaltungsratschef der BayernLB ist. Dies sei ein ambitioniertes Ziel.

Stellenabbau

Einen direkten Stellenabbau dürfte die EU-Kommission nicht fordern, doch die Auflagen bedingen indirekt die Arbeitsplatzstreichungen. BayernLB-Chef Gerd Häusler hatte eingeräumt, dass auch ein weiterer „gewisser Stellenabbau“ in der Kernbank notwendig sei. Die Stellenstreichung sei allerdings schon weitgehend abgeschlossen. Vor allem aufgrund des Verkaufs von Beteiligungen werde der Gesamtkonzern nach dem Ende des Umbaus rund 5.000 Mitarbeiter weniger haben. Derzeit sind es nach Angaben der Bank rund 11.000.

Söder kührte zudem einen neuen Firmenkundenvorstand. Der Commerzbank-Manager Michael Brücker wechsele im Februar zur BayernLB. Der 50-Jährige ersetzt Jan-Christian Dreesen, der als Finanzchef zum FC Bayern München geht.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Monika

23.11.2012, 17:29 Uhr

Zitat aus dem Artikel:

" Die Landesbank sei die einzige ihrer Art in Deutschland, die Geld zurückgebe. „Die BayernLB trägt sich selbst“, sagte der CSU-Politiker."


Lächerlich und wenig Sachverstand müssen bei so einer Aussage vorhanden sein. Angesichts von Milliardenschulden auf Kosten des Steuerzahlers kann man wohl kaum von einem ausgeglichenen Haushalt der Bank sprechen. Nichts anderes versteht man nämlich, wenn sich ein erfolgreiches Unternehmen trägt.

Bayerische Politiker hatten schon immer ein seltsames Verständnis zu Finanzzahlen. Dies erklärt auch, weshalb Horst Seehofer wahrscheinlich bis heute der Meinung ist, er hätte den Erblastentilgungsfonds vollständigt getilgt.
Umschuldung ist aber keine komplette Tilgung. Vielleicht war hieß damaliger Berater SÖDER?

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