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29.08.2012

11:55 Uhr

Schwaches Fondsgeschäft

Deka rechnet mit Rückschlägen

Aktienfonds sind für viele Anleger ein rotes Tuch - erst recht in Krisenzeiten. Das bekommt die Dekabank zu spüren. Der Sparkassen-Fondsanbieter stellt sich im zweiten Halbjahr auf Gegenwind ein.

Das Gebäude der Dekabank in Frankfurt. Der Fondsdienstleister der Sparkassen hofft trotz Gegenwind auf ein gutes Ergebnis. dpa

Das Gebäude der Dekabank in Frankfurt. Der Fondsdienstleister der Sparkassen hofft trotz Gegenwind auf ein gutes Ergebnis.

Frankfurt/MainDer Fondsanbieter Dekabank stellt sich wegen turbulenter Märkte auf Rückschläge im zweiten Halbjahr 2012 ein. Vorsorglich packte das Institut pauschal 80 Millionen Euro in die Risikovorsorge - für eventuelle Wertberichtigungen oder Ratingsprünge. „Wir sind aber zuversichtlich, dass wir das wirtschaftliche Ergebnis des vergangenen Jahres übertreffen können“, sagte der kommissarische Vorstandsvorsitzende Oliver Behrens anlässlich der Zahlenvorlage in Frankfurt.

In den ersten sechs Monaten erwirtschaftete der Fondsdienstleister der Sparkassen ein wirtschaftliches Ergebnis von 313,8 (Vorjahreszeitraum: 336,6) Millionen Euro. Diese Kernkennzahl der Bank bildet Erträge minus Aufwendungen ab. Im Gesamtjahr 2011 war der Gewinn wegen der Euro-Schuldenkrise und eines schwachen Fondsgeschäfts drastisch eingebrochen, das wirtschaftliche Ergebnis sackte auf 383,1 Millionen Euro ab.

Der Fondsverkauf an Privatkunden schwächelt weiter. Im ersten Halbjahr flossen mehr Gelder ab, als neue eingesammelt werden konnten. Die Nettovertriebsleitung bei Wertpapierfonds betrug minus 3,2 Milliarden Euro. „Im niedrigen Zinsumfeld sind Anleger verunsichert, das wird noch eine Weile anhalten“, erklärte Behrens. Immobilienfonds dagegen sammelten netto 1,1 Milliarden Euro ein.

Das sind die größten Banken Deutschlands

Platz 12

2011 ist das letzte Jahr, für das die WestLB ihre Jahresbilanz bekannt gab. Die Bank, die zum Großteil dem Land Nordrhein-Westfalen, der NRW.Bank und den Sparkassenverbänden des Rheinlands und Westfalen-Lippe gehörte, ist mittlerweile zerschlagen. Die Zertifikategeschäfte übernahm die Helaba.

Bilanzsumme (2011): 167,90 Milliarden Euro

Platz 11

Die Postbank gehört mittlerweile zur Deutschen Bank und betreut mit rund 19.000 Angestellten fast 14 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 192,00 Milliarden Euro

Platz 10

Die Eurohypo AG ist eine Tochter der Commerzbank  - und ein Milliardengrab. Zehn Jahre nach der Gründung wird die Hypothekenbank nun zerschlagen. Die Eurohypo AG ist nach der WestLB die zweite deutsche Bank, die die Krise nicht überlebt hat. Jedoch ist ihre Bilanzsumme noch um einiges größer als die der Landesbank.

Bilanzsumme (2011): 203,00 Milliarden Euro

Platz 9

Auch die NordLB schaffte es nur mit Staatsmitteln, die Bankenkrise zu überstehen. Die EU-Bankenaufsicht verordnete der Bank der Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ihr Eigenkapitalpolster gehörig aufzustocken.

Bilanzsumme (2011): 227,60 Milliarden Euro

Platz 8

Die BayernLB machte in den vergangenen Wochen mit einem Streit mit der EU-Kommission Schlagzeilen. Die in der Krise taumelnde Bank muss dem Land Bayern fünf Milliarden Euro an Krisenhilfen zurückzahlen.

Bilanzsumme (2011): 309,10 Milliarden Euro

Platz 7

Auch die Hypo Real Estate überlebte die Krise nur knapp: Die Immobilienbank wurde verstaatlicht und lagerte ihre Altlasten in eine Bad Bank aus. Bis 2015 muss die Hypo Real Estate jedoch wieder privatisiert werden, entschied die EU.

Bilanzsumme (2011): 236,60 Milliarden Euro

Platz 6

Die LBBW ist mit einer Bilanzsumme von über 370 Milliarden Euro die größte deutsche Landesbank. Das Geldinstitut gehört fast vollständig dem Land Baden-Württemberg, dem Sparkassenverband des Landes und der Stadt Stuttgart.

Bilanzsumme (2011): 373,10 Milliarden Euro

Platz 5

Die deutsche Unicredit Bank AG, besser bekannt unter ihrem Markennamen Hypovereinsbank, ist ein Tochterunternehmen der größten italienischen Bank, Unicredit. Die italienische Großbank hat gerade eine Umstrukturierung angekündigt: Die Tochtergesellschaften und damit auch die Hypovereinsbank sollen mehr Autonomie bekommen.

Bilanzsumme (2011): 395,70 Milliarden Euro

Platz 4

Zur DZ Bank AG gehören neben der Volksbanken Raiffeisenbanken auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall oder die R+V Versicherung. Die DZ Bank AG ist das Zentralinstitut für insgesamt 900 Genossenschaftsbanken mit rund 30 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 405,90 Milliarden Euro

Platz 3

Die Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) ist die deutsche Förderungsbank unter Aufsicht des Finanzministeriums. Sie gibt Kredite an Existenzgründer und Firmen im Rahmen von Förderprogrammen der Bundesregierung und ist für die Finanzierung von Infrastrukturvorhaben zuständig.

Bilanzsumme(2011): 494,80 Milliarden Euro

Platz 2

Die Commerzbank belegt mit einer Bilanzsumme von über 600 Milliarden Euro Platz zwei unter den größten deutschen Banken. Die Bank ist in 52 Ländern vertreten und betreut nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Privat- und eine Millionen Firmenkunden in der ganzen Welt.

Bilanzsumme(2011): 661,80 Milliarden Euro

Platz 1

Die international erfolgreiche Deutsche Bank nimmt unangefochten den ersten Platz der größten deutschen Banken ein. Ihre Bilanzsumme ist rund 3,5 mal so groß wie die der Commerzbank. Die Bank beschäftigt über 100.000 Mitarbeiter – knapp 50.000 davon in Deutschland.

Bilanzsumme (2011): 2164,10 Milliarden Euro

Der Vorstand kündigte personelle und strukturelle Veränderungen im Management der Wertpapierfonds an. Zudem wird erwartet, dass der Verwaltungsrat am 12. September die Weichen für ein größeres Zertifikate-Angebot der Deka stellen wird. „Klar ist, dass viele Sparkassen wollen, dass die Deka das Wertpapierhaus der Sparkassen wird“, sagte Behrens.

Umsetzen wird das dann ab 1. November der neue Deka-Chef Michael Rüdiger. Behrens wird dann Vize-Chef. Der Credit-Suisse-Manager Rüdiger wird Nachfolger von Franz Waas, der Anfang April wegen eines Streits um Millionen-Boni seinen Posten räumen musste.

Unter neuer Führung soll die Deka ins Zertifikate-Geschäft einsteigen und im Herbst auch mögliche Zusammenlegungen mit der Landesbank Berlin (LBB) prüfen, die ebenfalls den Sparkassen gehört. Behrens sieht vor allem im Kapitalmarkt- und Fondsgeschäft große Überschneidungen. Im Immobiliengeschäft sei das Synergie-Potenzial dagegen begrenzt, sagte Finanzchef Matthias Danne.

Kommentare (7)

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I450QWE

29.08.2012, 12:43 Uhr

Die Deka hat einfach ein überholtes Geschäftsmodell, genauso wie UnionInvestment, DWS usw. Alle Studien belegen, dass aktives Fondsmanagement längerfristig keine Outperformance gegenüber einem Index erzielt. Anleger zahlen also hohe Gebühren auch für Fehlentscheidungen. Die Fondsmanager können also die Zukunft nicht vorhersehen und sollten besser etwas produktives für die Gesellschaft tun. Wenn Fonds, dann immer ETF-Fonds. Preiswerter und vor Fehlentscheidungen der N in Nadelstreifen geschützt.

Account gelöscht!

29.08.2012, 12:53 Uhr

Und es gibt immer noch Schafe welche man in diese Fonds hineinlocken kann.... unglaublich

Account gelöscht!

29.08.2012, 13:11 Uhr

Schnee von vorgestern - alle Aktienfonds die nach althergebrachtem Strickmuster anlegen sind clevern
Anlegern nicht mehr zu vermitteln, viel zu hohe Spreads und Provisionen. Zu meist keine Outperformance ggüb. Performanceindex, wie gesagt Schnee von vorgestern.

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