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13.02.2013

10:25 Uhr

Schwaches Quartal

ING-Diba-Mutter baut Stellen ab

Der niederländische Finanzkonzern ING schreibt zwar weiter schwarze Zahlen. Doch der Gewinn der Banksparte ist eingebrochen – unter anderem wegen einer Bankenabgabe im Heimatmarkt.

Das ING-Logo an einem Bürogebäude in Frankfurt: Die ING-Diba-Mutter verliert im ersten Quartal 2014. dpa

Das ING-Logo an einem Bürogebäude in Frankfurt: Die ING-Diba-Mutter verliert im ersten Quartal 2014.

AmsterdamDer niederländische Finanzkonzern ING hat im vierten Quartal überraschend wenig Gewinn erwirtschaftet und baut nun weitere 2400 Stellen ab. Unter dem Strich lag das Ergebnis bei 1,434 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten einen Gewinn von 1,587 Milliarden Euro erwartet.

Im Bankengeschäft lag der Gewinn vor Steuern bei 184 Millionen Euro nach 664 Millionen Euro im Vorjahr. Zum Rückgang habe unter anderem die niederländische Bankenabgabe in Höhe von 175 Millionen Euro beigetragen. Diese waren im Oktober eingeführt worden, um die Banken an den Kosten zur Gewährleistung der Finanzstabilität zu beteiligen, nachdem das Land Instituten wie ING, SNS Reaal und ABN Amro unter die Arme greifen musste.

Stellenabbau im Investment-Banking

Royal Bank of Canada

Die Royal Bank of Canada ist eines der wenigen Geldhäuser, welches das Investment-Banking ausbaut. Die Zahl der Mitarbeiter steigt von Ende 2011 bis Jahresende 2012 um 0,7 Prozent.

Goldman Sachs

Die US-Großbank Goldman Sachs reduzierte 2012 die Zahl der Mitarbeiter im Investment-Banking um 2,7 Prozent.

JP Morgan

Die Wall-Street-Bank reduziert ihr Investment-Banking um 3,1 Prozent.

Credit Suisse

Die Schweizer Credit Suisse kappt die Zahl der Mitarbeiter im Investment-Banking um 4,3 Prozent.

Morgan Stanley

Die US-Bank Morgan Stanley streicht die Mitarbeiterzahl um 8,5 Prozent zusammen.

Deutsche Bank

Der deutsche Primus streicht das Investment-Banking radikal zusammen: Die Deutsche Bank kappt die Zahl der Mitarbeiter in diesem Bereich um 13,3 Prozent.

Quelle: Bloomberg, Ende 2012 im Vergleich zu Ende 2011

Zusätzlich zu den bereits im November bekanntgegebenen 2.350 Stellenstreichungen im Geschäftsbanken- und Versicherungsbereich wird der ING-Vorstandsvorsitzende Jan Hommen weitere 2400 Arbeitsplätze abbauen. Er hatte im vergangenen Jahr von den EU-Aufsichtsbehörden mehr Zeit für den Verkauf der Versicherungsaktivitäten und die Rückzahlung von staatlichen Hilfsgeldern aus dem Jahr 2008 erhalten.

„Das Wirtschaftsklima bleibt weiterhin schwierig und wir müssen beweglich bleiben, um rasch auf das dynamische Umfeld reagieren zu können, damit wir nachhaltige Ergebnisse zum langfristigen Wohl aller Aktionäre erreichen können“, erklärt Hommen. Die harte Kernkapitalquote (Tier 1) von ING, eine wichtige Messgröße für die Finanzstärke, ist Ende Dezember auf 11,9 Prozent gesunken, von 12,1 Prozent im dritten Quartal.

Das Ergebnis umfasst auch 643 Millionen Euro an Sonderposten nach Steuern, die größtenteils in Zusammenhang mit Restrukturierungsaufwendungen stehen. Zusätzlich zu der Steuer muss ING im nächsten Jahr etwa ein Drittel einer einmaligen Branchenabgabe von einer Milliarde Euro zahlen, die die Niederlande nach der Verstaatlichung von SNS Reaal am 1. Februar einführten.

Im deutschen Geschäft mit Privatkunden erzielte das Institut einen Gewinn vor Steuern von 86 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es nur 15 Millionen Euro. Die Niederländer verzeichneten einen Zufluss bei den Spareinlagen der Kunden. Auch das verwaltete Vermögen bei Investmentfonds legte leicht zu. Das vierte Quartal war allerdings das schwächste des abgelaufenen Jahres. Grund seien Kosten für Absicherungsgeschäfte gewesen, teilte die Bank mit.

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