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19.02.2013

18:54 Uhr

Schwächelnde Institute

Wirtschaftslage setzt Nord-Sparkassen zu

Noch gibt es keine akute Notlage, doch die Situation für die Nord-Sparkassen spitzt sich zu. Insider gehen davon aus, dass den Instituten früher oder später unter die Arme gegriffen werden muss.

Sparkasse in Schleswig-Holstein. Im Norden wird die Luft zum Atmen eng. dpa

Sparkasse in Schleswig-Holstein. Im Norden wird die Luft zum Atmen eng.

Frankfurt/HamburgDie Sparkassen-Finanzgruppe stellt sich auf Hilfszahlungen für schwächelnde Institute in Schleswig-Holstein ein. Es sei wahrscheinlich, dass die Sparkassen im hohen Norden irgendwann Unterstützung benötigten, um die strengeren Kapitalanforderungen der Aufseher (Basel III) zu erfüllen, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen am Dienstag zu Reuters. Belastbare Zahlen zum Kapitalbedarf und konkrete Gespräche über Hilfen gebe es allerdings noch nicht. „Die Sparkassen-Finanzgruppe wird zu jederzeit dafür sorgen, dass keinerlei Zweifel an der Leistungsfähigkeit ihrer Institute aufkommen“, betonte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV).

Die Sparkassen in Schleswig-Holstein leiden unter der schwachen Wirtschaftsentwicklung in Norddeutschland und Abschreibungen auf ihren Anteil an der kriselnden HSH Nordbank . Zwei Sparkassen mussten bereits gestützt werden. „Dass die Lage derzeit nicht besonders rosig ist, bestreitet niemand“, sagte ein Sprecher des Sparkassenverbands Schleswig-Holstein. „Aber wir sind in keiner akuten Notlage.“


Die Sparkassen im Rest des Landes hoffen, dass die Institute im Norden die meisten Probleme in Eigenregie lösen können. „Es ist allerdings zu befürchten, dass die Sparkassen das in den nächsten Jahren nicht ganz alleine schaffen werden“, sagte ein Sparkassen-Vertreter. „Es ist wahrscheinlich, dass sie irgendwann externe Hilfe benötigen.“ Im Vergleich zu den Belastungen und Abschreibungen, die viele Sparkassen wegen ihrer Beteiligung an Landesbanken erlitten haben, seien die Hilfen für die Nord-Sparkassen aber wohl einfach zu stemmen.

Die größten Sparkassen Deutschlands

Die Sparkasse Bremen AG

Mit einer Bilanzsumme von 10,7 Milliarden Euro (2011) ist die Sparkasse Bremen die zehntgrößte Sparkasse in Deutschland. In dem kleinen Bundesland arbeiten 1.558 Menschen bei der Sparkasse.

Ostsächsische Sparkasse Dresden

Die Sparkasse in der sächsischen Landeshauptstadt kam im Jahr 2011 auf eine Bilanzsumme von 11,8 Milliarden Euro. Bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden arbeiten 1.708 Angestellte in 142 Filialen.

Nassauische Sparkasse

2011 kam die Nassauische Sparkasse mit Sitz in Wiesbaden auf eine Bilanzsumme von 11,9 Milliarden Euro. Sie kommt auf 225 Filialen - so viele wie keine andere Sparkasse.

Stadtsparkasse Düsseldorf

Mit einer Bilanzsumme von 12,1 Milliarden Euro liegt die Stadtsparkasse Düsseldorf auf Rang 7.

Sparkasse Hannover

Die Sparkasse Hannover ist die sechstgrößte Sparkasse in Deutschland. Das Geldhaus in der niedersächsischen Landeshauptstadt hat 2011 eine Bilanzsumme von 12,8 Milliarden Euro ausgewiesen.

Stadtsparkasse München

Die Stadtsparkasse München ist – wenig überraschend – das größte Mitglied des Sparkassenverbands Bayern. Deutschlandweit reicht es mit einer Bilanzsumme von 15,7 Milliarden Euro für Rang fünf.

Frankfurter Sparkasse

Die viertgrößte Deutsche Sparkasse liegt in Hessen. Die Frankfurter Sparkasse kommt auf eine Bilanzsumme von rund 17,9 Milliarden Euro - mit 1.718 Mitarbeitern. In München sind es zum Vergleich 3083 Angestellte.

Kreissparkasse Köln

Die Kreissparkasse Köln auf Rang drei knackt als erste die Marke von 20 Milliarden Euro. Im Jahr 2011 hat sie eine Bilanzsumme von rund 25,2 Milliarden Euro ausgewiesen.

Sparkasse KölnBonn

Rang zwei geht nach Köln. Die Sparkasse KölnBonn ist mit 29,6 Milliarden Euro (2011) noch ein bisschen größer als die Kreissparkasse Köln.

Hamburger Sparkasse

Mit Abstand die größte Sparkasse in Deutschland ist die Hamburger Sparkasse. Die Haspa kam im Jahr 2011 auf eine Bilanzsumme von 39,5 Milliarden Euro. Sie hat auch die meisten Angestellten aller Sparkassen - 5724 Mitarbeiter.

„Der Regionalverband Schleswig-Holstein muss bis Ende März eine Lösung für die nachhaltige wirtschaftliche Stabilisierung der Problem-Sparkassen vorlegen“, sagte ein hochrangiger Sparkassen-Vertreter. Der bundesweite Haftungsverbund werde nur dann eintreten, wenn der regionale Verband überlastet sei.

Die Sparkassen-Gremien hätten sich noch nicht konkret mit Hilfen für die Nord-Sparkassen befasst, sagte eine andere mit den Diskussionen vertraute Person. „Bisher handelt es sich um Überlegungen in einem sehr frühen Stadium.“

Das Magazin „Capital“ berichtete, die Sparkassen-Gruppe habe im Gegenzug für Hilfen von den Nord-Sparkassen gefordert, ihren Anteil von 5,3 Prozent an der HSH Nordbank an die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein abzugeben. Zudem sollten die Institute ihren Anteil an der Landesbank Berlin (LBB) an die Sparkassen-Familie übergeben. Die Sparkassen wiesen diesen Bericht als falsch zurück.

 

Von

rtr

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