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16.01.2011

16:59 Uhr

Schweiz

Ex-Banker will brisante Daten auf Wikileaks veröffentlichen

Bisher haben vor allem große Banken in den USA vor der Veröffentlichung von vertraulichem Material aus Wikileaks gezittert. Nun machen sich wohl auch Schweizer Geldhäuser große Sorgen. Denn ein früherer Banker aus der Alpenrepublik hat angekündigt, brisantes Material zu veröffentlichen.

Auf Wikileaks könnten bald auch interessante Berichte aus der Bankenbranche stehen. Quelle: DAPD

Auf Wikileaks könnten bald auch interessante Berichte aus der Bankenbranche stehen.

HB ZÜRICH. Ein früherer Schweizer Banker will einem Zeitungsbericht zufolge weitere brisante Bankdaten über die Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichen. Betroffen seien womöglich prominente Steuersünder, auch aus Deutschland, berichtete die Schweizer Zeitung „Der Sonntag“.

Rudolf Elmer, der 2002 seinen Posten bei Julius Baer aufgeben musste und ab Mittwoch wegen Verletzung des Bankgeheimnisses vor Gericht steht, wolle am Montag auf einer Pressekonferenz in London weitere Daten an WikiLeaks übergeben.

Auf zwei CDs seien die Namen und Kontodaten von rund 2000 Bankkunden, sagte Elmer dem Blatt zufolge. Darunter seien prominente Namen aus der Wirtschaft, Künstler und etwa 40 Politiker. „Die Dokumente zeigen, dass sie sich hinter dem Bankgeheimnis verstecken, wahrscheinlich um Steuern zu umgehen“, zitierte die Zeitung Elmer. Genannt würden Multimillionäre, internationale Firmen und Hedgefonds aus mehreren Ländern, darunter die USA, Deutschland und Großbritannien.

Die Datensätze kämen von drei Finanzinstitutionen, unter anderem von Elmers früherem Arbeitgeber Julius Baer, und umfassten den Zeitraum von 1990 bis 2009, hieß es. Viele der Dokumente seien Elmer von anderen zugetragen worden. Die neuen Dokumente würden nicht unmittelbar nach Übergabe publiziert, berichte die Zeitung. Sie würden zunächst einer Sicherheitsprüfung unterzogen. Weder Elmer noch Julius Baer waren zunächst für Stellungnahmen zu erreichen.

Elmer verhalf WikiLeaks als einer der ersten zu internationaler Aufmerksamkeit. Er hatte seinem Ex-Arbeitgeber während seiner Tätigkeit auf den Cayman Islands Kundendaten entwendet, die er dann vor ein paar Jahren auf der Enthüllungsplattform veröffentlichte. Mit den Daten wollte Elmer belegen, wie die Bank vermögenden Kunden systematisch bei der Hinterziehung von Steuern behilflich war. Auf internationalen Druck weichte die Schweiz kürzlich durch Steuerabkommen ihr Bankgeheimnis zur Aufklärung von Steuerhinterziehung auf.

Kommentare (7)

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Otto Kowalski

16.01.2011, 18:44 Uhr

irgendwann wird es Tote geben. Dia Mafias aus aller Herren Länder werden sich nicht damit abgeben, den beteiligten Honigtopf-Fallen zu stellen.

Mike

16.01.2011, 19:18 Uhr

Diese banken-Geschichte ist eine hervoragende Möglichkeiten unliebsame Persönlichkeiten aus dem Weg zu schaffen. Siehe Ex-Post-Vorstand Zumwinckel (der ist wohl zu erfolgreich in den Staaten geworden). Wer glaubt, daß hier alle über einen Kamm gescheert werden, der glaubt auch an den Weihnachtsmann. ich bin sicher, es war geplant, wer "stört". Und der war dann auch auf der Steuer-CD, die unsere Regierung illegalerweise gekauft hat (unsere Regierung kauft von Hehlern, für mich immer noch schockierende).
Es wir in der Politik und im internationalen business mit allen nur möglichen Tricks gearbeitet. interessant, aber nicht wirklich verwunderlich, nun auch der bericht darüber, daß der STUX-Virus von den israelis kommt.

widerstand10

16.01.2011, 19:42 Uhr

Politiker Konten in der Schweiz offenlegen,darauf freue ich mich schon. Wollen mal sehen, wer Wasser
predigt und Wein säuft. danach gleich ab ins Gefängnis wenn Steuern hinterzogen wurden.

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