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17.06.2012

18:26 Uhr

Schweizer Bank

Credit Suisse plant keine Kapitalerhöhung

Trotz Kritik der Notenbank an der Eigenkapitalausstattung hat die Schweizer Großbank Credit Suisse (CS) keine Pläne für eine Kapitalerhöhung. "Nein, das entspricht nicht unseren Plänen," sagte CS-Chef Brady Dougan.

Brady W. Dougan, Chef der Schweizer Bank Credit Suisse. ap

Brady W. Dougan, Chef der Schweizer Bank Credit Suisse.

ZürichObwohl Credit Suisse gegenwärtig über doppelt so viel Eigenkapital verfüge, wie sie gemäß den gelten Vorschriften halten muss, sei der Bank bewusst, "dass wir zusätzliches Eigenkapital schaffen müssen, und wir werden dies mit künftigen Gewinnen tun," sagte Dougan in einem Interview der in Zürich erscheinenden "SonntagsZeitung". Die Bank gehe davon aus, dass sie in den nächsten Quartalen genügend Gewinn erwirtschaften könne, um zusätzliches Eigenkapital zu schaffen.

Ob Credit Suisse die Dividende kürzen oder ausfallen lassen wird, ließ Dougan offen. Er wies darauf hin, dass die CS-Aktionäre dieses Jahr ihre Dividende in Form von Aktien beziehen konnten. "Das ist auch künftig ein Weg, um eine Dividende zu zahlen, ohne übermäßig Kapital zu beanspruchen".

Am Donnerstag hatte die Schweizerische Nationalbank (SNB) in ihrem Stabilitätsbericht kritisiert, die zweitgrößte Schweizer Bank verfüge über zu wenig Kapital, das in einer Krise zur Verlustdeckung herangezogen werden kann. Die SNB verlangte Verbesserungen noch in diesem Jahr und forderte Credit Suisse auf, Risiken zurückzufahren, die Dividende ausfallen zu lassen und möglicherweise sogar eine Kapitalerhöhung in Angriff zu nehmen. Daraufhin kam es zu einem Kurssturz bei der CS-Aktie. Die Kalkulationen der SNB seien schwer nachvollziehbar, sagte Dougan. Der Stabilitätsbericht der SNB sei von einem sehr pessimistischen Szenario der Schuldenkrise geprägt. Der Bericht habe Kunden und Marktteilnehmer verunsichert. Das sei nicht nur schlecht für die Bank sondern auch für den ganzen Finanzplatz Schweiz.

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Die Kritik der SNB erhöhte den Druck auf Dougan. Ihm wird zugutegehalten, dass er die Bank ohne staatliche Hilfe und weitgehend unbeschadet durch die Finanzkrise manövrierte. In jüngster Zeit kritisierten Analysten aber, die Bank habe zu lange auf eine Erholung an den Märkte gesetzt. "Wir haben im letzten Jahr die Kostenbasis massiv gesenkt, erklärte Dougan dazu. "Aus heutige Sicht muss ich den Kritikern recht geben, die sagen, wir hätten noch früher handeln müssen", fügte er hinzu. Rücktrittsabsichten ließ der CS-Chef nicht erkennen. "Ich stehe voll hinter meiner Aufgabe. Ich möchte diese Aufgabe zu Ende bringen", sagte er.

Von

rtr

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