Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.01.2013

11:33 Uhr

Schweizer BSI

Generali findet Interessenten für Bankentochter

Zu den Interessenten an der Schweizer BSI gehören das Bankhaus Julius Baer und die Royal Bank of Canada. Auch für das US-Geschäft werden potenzielle Käufer in den Blick genommen - unter anderem Berkshire Hathaway.

Will seine Kapitalgrundlage vergrößern: Versicherungskonzern Generali. dpa

Will seine Kapitalgrundlage vergrößern: Versicherungskonzern Generali.

ZürichDer italienische Versicherungskonzern Generali hat mögliche Interessenten für seine seit dem vergangenen Herbst zum Verkauf stehende Schweizer Bankentochter BSI aufgetan. Generali-Konzernchef Mario Greco sagte am Freitag am Rande einer Konferenz in Mailand, es gebe nicht bindende Angebote. Bis zu einem Verkauf der Vermögensverwaltungsbank mit Sitz in Lugano könne es noch einige Monate dauern. Auch für das US-Rückversicherungsgeschäft seien Angebote eingegangen.

Die italienische Zeitung "Il Sole 24 Ore" berichtete, Royal Bank of Canada sowie die Schweizer Vermögensverwaltungsbanken Julius Baer und Union Bancaire Privee (UBP) seien an BSI interessiert. Interesse hätten auch die Beteiligungsfirma Apax und ein Investor aus Asien signalisiert. Als potenzielle Käufer für das US-Geschäft von Generali kommen laut "Il Sole" Berkshire Hathaway, ACE, Swiss Re, Munich Re und Hannover Rück infrage.

Die zehn größten Versicherer Europas

Allianz

Die Allianz verfügt in Deutschland über die bekannteste Marke im Versicherungssektor. 2010 hat die Gruppe weltweit 5,2 Milliarden Euro verdient und Einnahmen von mehr als 100 Milliarden Euro erzielt. Neben dem Versicherungsgeschäft ist das Management großer Vermögen das zweite Standbein des Konzerns geworden. Mit Pimco besitzt die Allianz den am stärksten beachteten Anleihenmanager.

Axa

Der größte französische Versicherer konkurriert mit der Allianz um die Marktführerschaft in Europa. Im Jahr 2010 beliefen sich die Einnahmen auf 91 Milliarden Euro. Der Gewinn sank um ein Viertel auf 2,75 Milliarden Euro, weil Sanierungsarbeiten nach der Finanzkrise das Ergebnis belasteten.

Generali

Der Marktführer in Italien ist traditionell stark im Geschäft mit Altersvorsorgeprodukten. 2010 flossen rund 73 Milliarden Euro in die Kassen, 1,7 Milliarden Euro verblieben als Gewinn.

Aviva

Die britische Gruppe konzentriert sich in Europa neben dem Heimatmarkt auf weitere sieben Märkte: Frankreich, Spanien, Italien, Polen, Irland, die Türkei und Russland. Die Einnahmen beliefen sich 2010 auf mehr als 50 Milliarden Euro. Rund zwei Milliarden Euro verdiente der Konzern.

Zurich Financial

Längst ist der Versicherer über die Schweiz hinaus gewachsen. International ist die in Dollar bilanzierende Gruppe ein direkter Konkurrent von Allianz und Axa. 2010 flossen umgerechnet 49 Milliarden Euro in das Unternehmen, über zwei Milliarden Euro betrug der Gewinn unter dem Strich.

Munich Re

Der weltgrößte Rückversicherer hat zwei Standbeine: Das Geschäft mit anderen Versicherern sowie das Privatkundengeschäft, das vor allem über die Tochter Ergo läuft. Mehr als 45 Milliarden Euro an Prämien flossen 2010 in die Kasse, dabei verblieb ein Gewinn von rund 2,4 Milliarden Euro.

CNP

Der Versicherer ist in Frankreich führend im Verkauf von Lebensversicherungen. 33 Milliarden Euro an Prämien fließen im Jahr hinein, eine Milliarde Euro Gewinn zieht der Konzern daraus.

Credit Agricole

Die französische Bank ist auch im Versicherungsgeschäft stark. Die Einnahmen der Sparte belaufe sich im Jahr auf rund 29 Milliarden Euro.

ING

Die Versicherungssparte des Finanzkonzerns soll abgespalten und an der Börse verkauft werden. Im vergangenen Jahr trug der Bereich rund 28 Milliarden zu den Einnahmen bei. Wegen Altlasten im Zusammenhang mit der Finanzkrise ist der Bereich nicht sehr profitabel.

Prudential

Der britische Konzern ist vor allem in Asien stark präsent. 2010 beliefen sich die Prämieneinnahmen auf umgerechnet 27 Milliarden Euro. Mehr als 1,6 Milliarden Euro Gewinn wies die Gruppe aus.

Insgesamt will der drittgrößte Versicherungskonzern Europas nach Angaben aus Bankenkreisen aus Beteiligungsverkäufen vier Milliarden Euro einnehmen, die zur Stärkung der Kapitalbasis verwendet werden sollen.

Spekulationen über Absichten, BSI zu veräußern, gab es seit längerem. Italienische Medien berichteten im Sommer, der Versicherer trage sich seit bald zwei Jahren mit Verkaufsplänen und hoffe auf einen Erlös von rund zwei Milliarden Euro. Im November bestätigte Generali-Chef Greco dann, dass der Veräußerungsprozess in die Wege geleitet wurde.

Die 1873 gegründete Banca della Svizzera Italiana verwaltete Mitte des vergangenen Jahres Kundenvermögen von rund 82 Milliarden Franken und erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2012 einen Gewinn von knapp 43 Millionen Franken. Die Italiener übernahmen die Bank 1998 von der damals aus der Fusion der Schweizerischen Bankgesellschaft und des Schweizerischen Bankvereins hervorgegangenen Großbank UBS. UBS verbuchte aus der Transaktion einen Gewinn von gut einer Milliarde Franken. 2008 kaufte BSI die Tessiner Banca del Gottardo von dem Schweizer Versicherer Swiss Life.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×