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02.12.2015

13:45 Uhr

Schweizer Finanzaufsicht vs. UBS

Erstmals drohen einzelnen Händlern hohe Strafen

Sie haben Kundenwissen missbraucht und bei Währungsgeschäften in die eigene Tasche gearbeitet: Sieben Händlern der UBS drohen nun hohe Einzelstrafen. Es wäre das erste Mal, dass die Behörden Privatpersonen belangen.

Die Schweizer Aufsicht Finma ermittelt gegen einzelne Händler. Reuters

UBS

Die Schweizer Aufsicht Finma ermittelt gegen einzelne Händler.

ZürichSage und schreibe sieben Händler der Schweizer Großbank UBS müssen mit Sanktionen durch die Schweizer Aufsichtsbehörde rechnen – damit würden zum ersten Mal Einzelpersonen im Zuge des Skandals um Währungswetten direkt bestraft, sagten zwei mit dem Sachverhalt betrauten Personen.

Die Aufsichtsbehörde Finma will die Händler bis Ende des Jahres in Kenntnis setzen, sagten die Insider. Die schärfste Strafe, die die Finma verhängen könnte, wäre, die Händler für fünf Jahre von Tätigkeiten im Finanzsektor auszuschließen.

Die Händler sind unter den elf derzeitigen und früheren Beschäftigten der UBS, gegen die die Behörde bereits im November 2014 Ermittlungen eingeleitet hatte. Es war derselbe Tag, an dem die Finma der UBS eine Strafzahlung von 134 Millionen Franken (rund 123 Millionen Euro) auferlegt hatte. Sie warf der Bank schwere Versäumnisse beim ordentlichen Umgang mit Währungsgeschäften vor.

Die größten Banken Europas (nach Marktkapitalisierung)

Platz 10

Intesa Sanpaolo
Italien
28,472 Milliarden Euro

Stand: Anfang Juli 2016. Quelle: S&P Global Market Intelligence

Platz 9

Nordea Bank
Schweden
30,411 Milliarden Euro

Platz 8

Banco Bilbao
Spanien
32,701 Milliarden Euro

Platz 7

ING Groep
Niederlande
35,7527 Milliarden Euro

Platz 6

PAO Sberbank of Russia
Russland
40,396 Milliarden Euro

Platz 5

UBS Group
Schweiz

43,209 Milliarden Euro

Platz 4

Lloyds Banking Group

Großbritannien

46,368 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander

Spanien

49,393 Milliarden Euro

Platz 2

BNP Paribas

Frankreich

49,495 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC

Großbritannien

110,804 Milliarden Euro

Manipulationen bei Währungsgeschäften ist nur einer von mehreren Skandalen, die die Finanzindustrie in dne vergangenen Monaten erschüttert hatten. Sieben Banken mussten rund 10 Milliarden US-Dollar (rund 9,44 Milliarden Euro) an Strafen bezahlen.

Die Finma wollte zu den Namen der Händler nichts sagen. Zuvor hatte die Aufsicht bereits vier weitere Händler wegen „schwerer Verfehlungen“ gemaßregelt, jedoch keine weiteren Maßnahmen ergriffen. Insidern zufolge waren unter den elf Angestellten, gegen die im November Ermittlungen eingeleitet wurden, Chris Vogelsang, früherer Co-Chef der Sparte Währungen und Edelmetalle, Niall O'Riordan, früherer Co-Chef des Währungshandels, und der frühere Edelmetallhändler Andre Florton.

Die Anwälte der Händler verweigerten den Kommentar oder waren nicht erreichbar. Auch die UBS wollte nicht kommentieren, welche der elf Beschuldigten noch bei der Bank arbeiten.

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