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20.11.2012

13:05 Uhr

Schweizer Großbank

Credit Suisse führt Geschäftssparten zusammen

Die Schweizer Großbank fusioniert die Bereiche Asset Management und Private Banking. Die neue Division erhält eine Doppelspitze, ebenso das Investment Banking. Die neue Struktur soll Synergien heben und Kosten senken.

Die Frankfurter Niederlassung der „Credit Suisse“, aufgenommen im Jahr 2010. dpa

Die Frankfurter Niederlassung der „Credit Suisse“, aufgenommen im Jahr 2010.

ZürichDie Schweizer Großbank Credit Suisse baut die Konzernführung um und fasst das Geschäft in zwei statt bisher drei Sparten zusammen. Das Asset Management geht in der größeren Private-Banking-Sparte auf, wie die Bank am Dienstag mitteilte. Der bisherige Private-Banking-Chef Hans-Ulrich Meister und der frühere Asset-Management-Chef Robert Shafir werden die neue Sparte gemeinsam leiten.

Auch das Investmentbanking erhält mit Eric Varvel und Gael de Boissard eine Doppelspitze. De Boissard, der neu in die Konzernleitung aufrückt, zeichnet für das Zinsengeschäft verantwortlich. Credit Suisse signalisiert damit, dass sie am Handel mit Anleihen und Zinsprodukten festhält - ein Geschäft, das der Lokalrivale UBS weitgehend aufgeben will.

Mit der neuen Struktur will die Bank nach den Worten von Konzernchef Brady Dougan die Kosten weiter senken. Ende Oktober erweiterte die Bank ihr laufendes Kostensenkungsprogramm um eine Milliarde auf vier Milliarden Franken. Ziel ist aber auch "eine globale Investmentbank, die als eine der ersten bereits auf die neuen aufsichtsrechtlichen Bestimmungen ausgerichtet ist", wie Verwaltungsratspräsident Urs Rohner erklärte. Unter anderem wird die Schweizer Wertpapierhandelsplattform vom Investmentbanking zum Private Banking verschoben.

Nach Ansicht von Vontobel-Bankenanalystin Teresa Nielsen kommt die Bank damit den Schweizer Aufsichtsbehörde entgegen. Diese fordert, dass Großbanken Vorbereitung dafür treffen, im Krisenfall das Schweizer Geschäft vom Rest abtrennen zu können. Der Plan mache Sinn, erklärte der Bankenanalyst Rainer Skierka von Bank Sarasin. Er gehe aber nicht weit genug. "Nicht wirklich das, auf das wir gewartet haben", erklärte er. Die Credit-Suisse-Aktie verlor 2,6 Prozent, während UBS rund ein Prozent nachgaben

Ob der Schritt zu einem Stellenabbau führt, ließ Credit Suisse offen. Vor gut einer Woche kündigte die Bank die Zusammenlegung des Schweizer Vermögensverwaltungsgeschäfts mit dem heimischen Kleinkundengeschäft und damit verbunden den Abbau von 300 Stellen an. Einige Top-Manager scheiden aus der Bank aus. Das gilt vor allem für Walter Berchtold, der über 30 Jahre bei der Bank war und zuletzt als Chairman Private Banking amtierte. Auch die Chefs der Regionen Asien-Pazifik und EMEA, Osama Abbasi und Fawzi Kyriakos-Saad verlassen die Bank.

Mit nunmehr vier Spartenchefs kann Credit Suisse auch der Kritik den Wind aus den Segeln nehmen, wonach die Bank bisher zu wenige potenziellen Nachfolger für den 53 Jahre alten Konzernchef Dougan aufgebaut habe. Bislang galt Private-Banking-Chef Meister als ein aussichtsreicher Kandidat für die Konzernspitze.

Aufgewertet wurde die Position von Asset Management-Chef Shafir. Sein Bereich war durch Verkauf von großen Teilen des Fondsgeschäfts verkleinert worden. Zudem sollen das Geschäft mit börsengehandelten Indexfonds (ETF) und der Bereich Private Equity verkauft werden.


Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

20.11.2012, 08:47 Uhr

Und ich dachte jetzt dass Nichtskönner jetzt mit Hochstaplern getrennte Wege gehen werden....Tja, wahr wohl nix. Jeder der diese Bank intern kennt, weiss was ich meine.....normal müsste man ein Buch darüber schreiben.

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