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03.05.2011

15:12 Uhr

Schweizer Großbank

Julius Bär will die Reichen aus Brasilien

Brasilien: Das Land, in dem alleine die Superreichen 900 Milliarden Dollar besitzen. Bislang ein weißer Fleck auf der Landkarte von Julius Bär. Jetzt kauft sich das Geldhaus rund ein Drittel des größten unabhängigen Vermögensverwalters.

Sao Paulo, die größte Stadt in Brasilien. Quelle: Reuters

Sao Paulo, die größte Stadt in Brasilien.

Der Schweizer Vermögensverwalter Julius Bär will mit reichen Brasilianern ins Geschäft kommen. Dafür beteiligte sich die Bank mit 30 Prozent am brasilianischen Vermögensverwalter GPS, wie das Zürcher Traditionshaus am Dienstag mitteilte.

Die südamerikanische Firma, die bisher neun Partnern gehörte, betreut laut Julius Bär Kundengelder in Höhe von rund fünf Milliarden Dollar und ist damit der größte unabhängige Vermögensverwalter des Landes. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Analysten schätzten jedoch, dass Julius Bär rund 60 Millionen Dollar für die Beteiligung an dem in Sao Paolo und Rio de Janeiro ansässige Institut mit 84 Mitarbeitern zahlte.

An der Börse herrschte Skepsis: Die Julius Bär-Aktie büßte 1,6 Prozent auf 39,25 Franken ein, während der europäische Bankensektor 0,7 Prozent verlor. "Eine Minderheitsbeteiligung ist vermutlich nicht der beste Weg, um in den brasilianischen Markt einzusteigen", sagte Helvea-Analyst Peter Thorne. Julius Bär gehe damit Reputationsrisiken ein, ohne die volle Kontrolle zu haben.

Zum Thema Aufstockung hielt sich Julius Bär aber bedeckt: "Die beiden Parteien werden gemeinsam entscheiden, ob die Beteiligung möglicherweise erhöht wird", sagte ein Unternehmenssprecher. Bei einem Minderheitsanteil sei aber auch das Risiko kleiner, betonte er. Zudem gebe es in Brasilien nur wenige spezialisierte Vermögensverwalter.

Brasilien, das rund die Hälfte des südamerikanischen Vermögensverwaltungsmarktes ausmacht und wo alleine die Superreichen 900 Milliarden Dollar besitzen, war bisher ein weißer Fleck auf der Landkarte von Julius Bär. Neben dem europäischen Heimatmarkt setzte das insgesamt rund 170 Milliarden Franken verwaltende Geldhaus wie viele Konkurrenten bisher vor allem auf Asien. Doch seit gut einem Jahr ist zunehmend Südamerika ins Visier vieler Schweizer Banken geraten.

Julius Bär unterhält dort zwar bereits Repräsentanzen, die Kunden werden aber hauptsächlich aus der Schweiz betreut.

Von

rtr

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