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28.10.2014

10:59 Uhr

Schweizer Großbank

Prozessrisiken fressen den UBS-Gewinn auf

Rund 1,5 Milliarden Euro legt sich die UBS für Geldstrafen und Prozesskosten zur Seite. Dafür bleibt der Gewinn auf der Strecke. Dennoch übertrifft die Schweizer Großbank die Erwartungen.

Die UBS steigert im dritten Quartal ihren Gewinn – dank einer Steuergutschrift. ap

Die UBS steigert im dritten Quartal ihren Gewinn – dank einer Steuergutschrift.

ZürichDie Großbank UBS stellt sich auf hohe Kosten und Strafen für die Verwicklung in den Devisenskandal und andere strittige Rechtsfälle ein. Allein im dritten Quartal legte die größte Schweizer Bank zusätzlich 1,8 Milliarden Franken (rund 1,5 Milliarden Euro) für Rechtfälle und regulatorische Verfahren auf die Seite.

Dennoch stand unter dem Strich für die Monate Juli bis September ein Gewinn von 762 Millionen Franken (630 Millionen Euro) nach 577 Millionen Franken ein Jahr zuvor, wie die Bank am Dienstag mitteilte. Dabei profitierte das Geldhaus von einer Steuergutschrift von 1,3 Milliarden Franken, die mit früher in den USA aufgelaufenen Verlusten in Zusammenhang steht. Das Bankhaus beurteilt die Verlustvorträge aus der Finanzkrise üblicherweise im dritten Quartal neu.

Insgesamt summieren sich die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten bei den Schweizern nun auf 3,47 Milliarden Franken. Die Deutsche Bank stellte im dritten Quartal 894 Millionen Euro zurück und hat dafür nun für Rechtsrisiken fast drei Milliarden Euro in der Kasse.

Für welche offenen Rechtsfälle die zusätzlich zurückgelegten Mittel vorgesehen sind, teilte die UBS im einzelnen nicht mit. Der weitaus größte Teil, nämlich 1,69 Milliarden Franken, wurde im Investmentbanking verbucht, was der Sparte einen Verlust von 1,28 Milliarden Franken vor Steuern eintrug. Im Skandal um die Manipulation des Referenzzinssatzes Libor zahlte UBS rund 1,4 Milliarden Franken. Im Wealth Management wurden die Rückstellungen nur unwesentlich erhöht.

UBS ist gemäß früheren Angaben in den Devisenskandal verwickelt. Sie verhandelt sowohl mit der britischen Finanzaufsicht FCA wie auch mit dem US-Justizministerium über eine substanzielle Geldstrafe. Die Behörden gehen dem Verdacht nach, dass Devisenhändler bei mehr als einem Dutzend internationaler Großbanken Devisenkurse abgesprochen und Kunden ausgetrickst haben. Untersuchungen der Behörden laufen auch im Zusammenhang mit sogenannten alternativen Handelssystemen, den sogenannten Dark Pools.

Kommentare (1)

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Herr Thomas Behrends

28.10.2014, 08:47 Uhr

"Prozessrisiken fressen den UBS-Gewinn auf" !?

Das ist bei diesen Gangstern und Banditen im Bankenbereich längst "eingepreist". Betrug und andere strafrechtlich relevanten Tatbestände gehören in diesem Metier zum Alltagsgeschäft.

Den sogenannten "ehrbaren Kaufmann" gibt es im Finanz- und Bankenbereich nicht mehr; der ist vor vielen Jahren ausgestorben. Heute zählt nur noch schnelles Geld, Cash, Money, Patte, Kohle oder wie immer man es ausdrücken will ...

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