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14.03.2013

08:23 Uhr

Schweizer Großbank

UBS-Banker trotz Verlust mit hohen Boni

Ein Vielfaches seines Gehalts, das er als Bundesbank-Präsident eingestrichen hatte, verdiente UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber im vergangenen Jahr. Der Bonus-Pool der Schweizer Bank schrumpfte trotz Verlust kaum.

UBS-Vorstandschef Sergio Ermotti mit Verwaltungsratspräsident Axel Weber. Reuters

UBS-Vorstandschef Sergio Ermotti mit Verwaltungsratspräsident Axel Weber.

Düsseldorf/ZürichTrotz eines Milliardenverlustes der Schweizer Großbank UBS im Jahr 2012 erhalten die Top-Manager genauso hohe Boni wie im Jahr davor. Grundgehalt und Bonus für die elf Mitglieder der Konzernleitung belaufen sich auf 70 Millionen Franken (56,7 Millionen Euro), wie die UBS am Donnerstag in ihrem Geschäftsbericht mitteilte.

Der am besten bezahlte Manager der größten Schweizer Bank ist Konzernchef Sergio Ermotti, der 8,87 Millionen Franken (7,2 Millionen Euro) nach 6,35 Millionen Franken im Vorjahr erhält. Knapp dahinter liegt der Chef des Amerika-Geschäfts, Robert McCann, mit umgerechnet 6,9 Millionen Euro.

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Der ehemalige Bundesbank-Präsident und Vorsitzende des UBS-Verwaltungsrat, Axel Weber verdiente 2,9 Millionen Euro und damit ein Vielfaches des Gehalts zu seiner Zeit als Chef der deutschen Notenbank. In seinem letzten vollständigen Jahr als Geldpolitiker hatte er 391.500 Euro verdient (Geschäftsbericht der Bundesbank 2010, Seite 189). Weber war im vergangenen Jahr zur UBS gestoßen und hatte bei seiner Berufung in den Verwaltungsrat zusätzlich eine Einmalzahlung von 2 Millionen Franken und 200.000 UBS-Aktien mit einer Sperrfrist von einem Jahr erhalten. Der Gesamtverdienst lag damit bei 6,5 Millionen Euro.

Gehälter der Wall-Street-Größen

John Stumpf

Streng genommen ist John Stumpf kein Wall-Street-Banker. Doch mit einer Jahresvergütung von 19,3 Millionen Dollar hat Wells Fargo mit Hauptsitz an der Westküste der USA ihren Chef an die Spitze der Finanzindustrie katapultiert. Während Branchengrößen wie JP-Morgan-Chef Jamie Dimon Einbußen hinnehmen mussten, stieg das Einkommen von Stumpf 2012 um acht Prozent. Nach Rekordgewinnen im vergangenen Jahr stockte Wells Fargo Stumpfs Grundgehalt von 2,8 Millionen Dollar mit einem Bonus von vier Millionen Dollar und Aktien im Wert von 12,5 Millionen Dollar auf.

Brian Moynihan

Der Chef der Bank of America hat im Jahr 2012 stolze 12,1 Millionen Dollar verdient. Damit rückt er in die Liga der bestbezahlten Manager der US-Bankenwelt ein. Die Vergütung von Brian Moynihan stieg gegenüber dem Vorjahr um 73 Prozent. Doch die Spitzenverdiener, Loyd Blankfein von Goldman Sachs und John Stumpf von Wells Fargo, überholt er nicht überholen.

James Gorman

Morgan-Stanley-Chef James Gorman verdiente 2012 mit 9,75 Millionen Dollar sieben Prozent weniger als im Vorjahr.

Jamie Dimon

Jamie Dimon, Chef von JP Morgan, nimmt eine Halbierung seines Bonus für 2012 hin. Er kassiert 11,5 Millionen Dollar. Das Institut wurde von einem Händlerskandal erschüttert. Ein Mitarbeiter mit dem Spitznamen „Londoner Wal“ hatte mehr als sechs Milliarden Dollar verzockt.

Michael Corbat

Der neue Citigroup-Vorstandschef Michael Corbat streicht für 2012 ein sattes Gehalt von 11,5 Millionen US-Dollar ein. Corbat übernahm den Spitzenposten erst im Oktober vergangenen Jahres und stellte die Weichen für den Abbau von 11.000 Stellen.

Der größte Teil der Bezüge der UBS-Top-Manager ist für mehrere Jahre gesperrt und wird überwiegend in Aktien ausgezahlt. Die UBS hatte als jüngst eine Überarbeitung der Boni in die Wege geleitet. Sie folgt als erste Bank dem Vorschlag des finnischen Notenbankers Erkki Liikanen. Das Institut wird demnach 6500 Managern einen Teil der variablen Vergütung in Form von Anleihen auszahlen. Fällt die Eigenkapitalquote der Bank unter sieben Prozent, verfallen die Schuldverschreibungen. Geht aber alles gut, werden diese sogenannten „Bail-in Bonds“ im Jahr 2018 fällig. Sie sind zudem mit einer jährlichen Zinszahlung ausgestattet.

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