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12.05.2015

13:05 Uhr

Schweizer Großbank

UBS kommt in Devisenskandal glimpflich davon

Die Schweizer Großbank UBS kommt im Skandal um Manipulationen am Devisenmarkt offenbar glimpflich davon. Einem Medienbericht zufolge fällt die Strafe für die Schweizer deutlich geringer aus als bei anderen Banken.

Die UBS muss im Skandal um Manipulationen am Devisenmarkt wohl deutlich weniger zahlen als andere Banken. ap

Schweizer Großbank

Die UBS muss im Skandal um Manipulationen am Devisenmarkt wohl deutlich weniger zahlen als andere Banken.

ZürichIm Skandal um Manipulationen am Devisenmarkt kommt die UBS einem Medienbericht zufolge glimpflicher davon als andere Banken. Die Schweizer Großbank müsse eine Geldstrafe von weniger als 800 Millionen Dollar bezahlen, berichtete die „Financial Times“ in ihrer Dienstagsausgabe unter Verweise auf Insider.

Bei Barclays dürfte sich die Strafe auf rund 3,1 Milliarden Dollar belaufen, während JP Morgan, Royal Bank of Scotland und Citigroup wohl bis zu eine Milliarde Dollar auf den Tisch legen müssen. Die Buße für die UBS falle geringer aus, weil sie die US-Behörden zuerst auf die Missstände im Devisenmarkt hingewiesen hatte. Insgesamt belaufe sich die Strafe von amerikanischen und einer britischen Behörde für die fünf Banken auf mehr als sechs Milliarden Dollar.

Chronologie der Ermittlungen zu Devisenmarkt-Manipulation

Juni 2013

Britische Regulierungsbehörden starten eine vorläufige Ermittlung wegen des Verdachts der Marktmanipulation auf dem Währungsmarkt. In den folgenden Monaten konkretisiert sich der Verdacht: Wichtige Händler verschiedener Geldhäuser sollen Preisabsprachen vor großen Kundenaufträgen getroffen und die Fixing-Kurse für bestimmte Währungen zu ihren Gunsten beeinflusst haben.

Anfang Oktober 2013

Auch die Schweizer Finanzaufsicht berichtet darüber, mehrere Banken wegen möglicher Verstöße auf dem Devisenmarkt zu überprüfen. Die EU-Kommission steht bereit, bei den Ermittlungen – es geht auch um Kartellvorwürfe – beizuspringen. Am 9. Oktober bestätigt die Royal Bank of Scotland Ermittlungen und übermittelt Kommunikationsaufzeichnungen eines ehemaligen Händlers an die Behörden.

Mitte Oktober 2013

Aus den vorläufigen Ermittlungen der britischen Aufsichtsbehörde FCA wird ein formales Verfahren. In Asien bestätigt die Finanzaufsicht in Hong Kong, ebenfalls einige Banken zu untersuchen.

Ende Oktober 2013

Die Deutsche Bank – Marktführer im Devisenhandel – bestätigt Anfragen der Aufsichtsbehörden. Die Ermittlungen befänden sich in einem frühen Stadium. Auch die Schweizer UBS legt die Prüfung in ihrem Quartalsbericht offen. Am 29. Oktober bestätigt das US-Justizministerium, dass sowohl die Strafverfolgungs- als auch die Kartellabteilung ermitteln.
Ende Oktober wird bekannt, dass die britische Bank Barclays und die Royal Bank of Scotland Händler von der Arbeit beurlaubt haben – ohne Schuldanerkenntnis.

Anfang November 2013

Citigroup und JP Morgan gehören ebenfalls zu den untersuchten Geldhäusern, am 4. November berichtet auch die HSBC offiziell von Behördenanfragen wegen möglicher Regelverstöße beim Devisenhandel. Am 5. November berichten mehrere Medien über millionenschwere Strafzahlungen wegen der Manipulation des Zinssatzes Euribor. Auch Goldman Sachs ist nun Ziel der Ermittlungen.

Januar 2014

Die Deutsche Bank suspendiert mindestens einen Devisenhändler wegen Manipulationsverdachts. Es bestehe der Verdacht, dass er Referenzkurse für Währungen manipuliert habe, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“. Der Händler habe in New York gearbeitet und mit argentinischen Pesos gehandelt.

Februar 2014

Die privaten Konten von Händlern stehen bereits im Visier der Ermittler – der Verdacht: Bankmitarbeiter dürften Manipulationen auch zu gewinnträchtigen privaten Geschäften genutzt haben. Jetzt wollen einige Großbanken die internen Regeln für private Transaktionen ihrer Mitarbeiter verschärfen.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters von mehreren mit der Angelegenheit vertrauten Personen erfuhr, könnten die Schuldeingeständnisse der Geldhäuser bereits am Mittwoch erfolgen.

Weltweit gehen Aufseher dem Verdacht nach, dass Banken am billionenschweren Devisenmarkt getrickst haben. Die Deutsche Bank als einer der größten Devisenhändler der Welt hat erklärt, dass sie zur Aufklärung des Skandals mit verschiedenen Aufsichtsbehörden zusammenarbeitet und zudem eine interne Untersuchung gestartet hat.

Von

rtr

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