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30.09.2015

15:30 Uhr

Schweizer Großbank UBS

Millionenzahlung im Streit um Falschberatung

VonHolger Alich

Der Verkauf vielversprechender Fonds mit Anleihen von Puerto Rico kommt UBS teuer zu stehen: Die Schweizer Großbank zahlt eine Strafe in Millionenhöhe. Doch damit nicht genug: Es steht bereits die nächste Klagewelle an.

Die vermeintliche Wohlfühl-Oase ist für die Großbank eher ein ungemütliches Parkett. Reuters

UBS in Puerto Rico

Die vermeintliche Wohlfühl-Oase ist für die Großbank eher ein ungemütliches Parkett.

ZürichDer Fall ist einer aus der langen Liste der offenen Rechtsstreitigkeiten im Geschäftsbericht der UBS: Es geht um Falschberatung von Kunden aus dem Karibik-Paradies Puerto Rico. Die Schweizer Großbank einigte sich nun mit der US-Börsenaufsicht SEC und der Anleger-Beschwerdestelle Finma auf eine Zahlung von insgesamt 33,5 Millionen Dollar. Doch damit ist der Fall für UBS noch lange nicht abgehakt.

Dabei sah alles zunächst wie ein todsicheres Geschäft aus: Die spanisch-sprachige Karibikinsel gehört offiziell zu den USA. Einwohner der Insel müssen in der Regel aber keine US-Einkommensteuern zahlen, was viele Wohlhabende aus den USA auf die Insel lockte. Diese investierten dann gerne in geschlossene Fonds der UBS, die wiederum in Kommunalanleihen des Inselstaates anlegten – die warfen Superzinsen von rund acht Prozent ab und waren steuerbefreit.

Die größten Verwalter privater Vermögen

Der Markt für Vermögensverwalter

Der Markt für Verwalter privater Vermögen hat ein Volumen von 20,6 Billionen Dollar.
Die zehn größten Vermögensverwalter beherrschen davon 47 Prozent. Allein die UBS kommt auf einen Marktanteil von 9,9 Prozent.

In diesem Ranking nicht berücksichtigt: Vermögensverwalter, die sich nicht auf vermögende Privatkunden fokussieren, wie Blackrock.

Quelle: Scorpio Partnership

Die dynamischsten Vermögensverwalter

Das schnellste Wachstum unter den Vermögensverwaltern legte die BMO Financial Group aus Kanada hin. Durch Übernahmen wuchs das verwaltete Vermögen um 80 Prozent auf 326,4 Milliarden Dollar.

Unter den Top 10 Vermögensverwaltern wuchs JPMorgan Chase & Co. am schnellsten. Die Amerikanier steigerten das verwaltete Vermögen um 19 Prozent auf 428 Milliarden Euro.

Platz 10

Goldman Sachs, USA
Verwaltetes Vermögen: 363 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 10 Prozent

Platz 9

HSBC, Großbritannien
Verwaltetes Vermögen: 365 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 4,5 Prozent

Platz 8

BNP Paribas, Frankreich
Verwaltetes Vermögen: 371 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 6,2 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 6,3 Prozent

Platz 7

J.P.Morgan Chase & Co., USA
Verwaltetes Vermögen: 428 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 18,6 Prozent

Platz 6

Citi Bank, USA
Verwaltetes Vermögen: 551 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr: Keine Angaben, da die Bank ihre Berechnungsgrundlagen geändert hat.

Platz 5

Royal Bank of Canada, Kanada
Verwaltetes Vermögen: 704 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 4,6 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 13,8 Prozent

Platz 4

Credit Suisse, Schweiz
Verwaltetes Vermögen: 884 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 0,5 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 10,6 Prozent

Platz 3

Bank of America Merill Lynch
Verwaltetes Vermögen: 1,98 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 6,3 Prozent

Platz 2

Morgan Stanley, USA
Verwaltetes Vermögen: 2,03 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 6,1 Prozent

Platz 1

UBS, Schweiz
Verwaltetes Vermögen: 2,04 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 3,5 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 15 Prozent

Quelle: Scorpio Partnership

Um die Rendite noch zu steigern, wurden die Investments der Fonds zum Teil noch mit Krediten gehebelt. Die Fonds verkauften sich damit fast von selbst, entsprechend groß war einst die lokale UBS-Präsenz mit fünf Zweigstellen. Jüngst hat die UBS ihre Präsenz zusammen gekürzt auf nur noch zwei Zweigstellen und eine Repräsentanz.

Das Problem: Puerto Rico gilt als das „Griechenland der Karibik“, der Inselstaat ist hoffnungslos überschuldet. Bereits seit einigen Jahren sinken die Bonds im Wert, im Sommer nun erklärte sich die Regierung für zahlungsunfähig. Und UBS-Kunden sitzen auf wertmäßig arg geschrumpften Fonds-Anteilen. Zum Teil nutzten sie ihre Fonds-Anteile als Sicherheit für Kredite – als die Bonds und damit die Fondsanteile im Wert sanken, mussten die Kunden Sicherheiten nachschießen, oder die Kredite tilgen.

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Die Schweizer Großbank UBS verkaufte Anlegern massenhaft Fonds mit Anleihen von Puerto Rico. Doch die Insel ging pleite. Jetzt klagen die Kunden – auch Börsenaufsicht und Justiz der USA ermitteln.

„Obwohl UBS mit den ungewöhnlichen Charakteristika dieser Privatkunden-Depots vertraut war, überwachte die Bank die Transaktionen unzureichend, um Kunden vor einem erhöhten Risiko zu bewahren“, erklärte Brand Bennet von der US-Anlegerschutzbehörde Finra. Von der Gesamtsumme von 33,5 Millionen Dollar sind elf Millionen dafür, 165 Anleger zu entschädigen.

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