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16.06.2011

10:32 Uhr

Schweizer Großbanken

SNB fordert schnelle Eigenkapital-Erhöhung

Die Eigenkapitalquote der Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse sind zu niedrig - so die Schweizerische Nationalbank (SNB). Beide Institute sollen nun so schnell wie möglich eine angemessene Basis aufbauen.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) in Bern. Quelle: Reuters

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) in Bern.

Zürich/BernDie Schweizerische Nationalbank (SNB) fordert von den Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse eine rasche Erhöhung des harten Eigenkapitals. Zwar weisen die beiden Institute auf der Basis des bisher noch gültigen Banken-Regelwerks Basel II Eigenkapitalquoten von mehr als 17 Prozent aus und liegen damit im internationalen Vergleich an der Spitze. Doch das vermittle ein falsches Bild, erklärte die SNB im einem am Donnerstag veröffentlichten Stabilitätsbericht.

Unter Basel II würden noch Komponenten erfasst, die im Krisenfall nicht zur Deckung von Verlusten herangezogen werden könnten und unter Basel III nicht mehr zulässig sind. Würde Basel III heute gelten, fiele das regulatorische Kapital bei jeder Bank um schätzungsweise mehr als ein Drittel niedriger aus.

Der Fremdkapitalanteil in den Bilanzen der beiden Geldhäuser ist nach Angaben der SNB weithin höher als bei den meisten anderen internationalen Geldhäusern. Bei Credit Suisse beläuft sich der Anteil des Kernkapitals an der Bilanzsumme (Leverage Ratio) auf 2,7 Prozent. Bei UBS sind es 3,7 Prozent, wobei der Unterschied weitgehend mit verschiedenen Bilanzierungsmethoden zu erklären sei. Eine Risiko-Fehleinschätzung könne angesichts des hohen Fremdmittelanteils ernste Folgen habe, hieß es in dem Bericht weiter.

Erste wichtige Schritte hätten die Banken bereits unternommen, merkte die SNB an. UBS will vorerst nur eine minimale Dividende zahlen und stattdessen die Gewinne zur Stärkung des Eigenkapitals nutzen. Credit Suisse emittierte Pflichtwandelanleihen, die die Kapitalausstattung verbessern. Beide Banken dürften nach Einschätzung der SNB in der Lage sein, am Ende der bis 2019 laufenden Übergangsperiode die Basel-III-Vorschriften zu erfüllen. Doch das genügt der SNB nicht. „Trotz der großzügig bemessenen Übergangsperioden sollten die Großbanken so schnell wie möglich eine angemessene Basis an verlustabsorbierendem Kapital aufbauen“, hieß es in dem Bericht weiter.

Kommentare (3)

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Markus

16.06.2011, 10:58 Uhr

Die SNB soll nicht so einen Blödsinn erzählen. Wer mit Devisenmarktinterventionen Milliarden verzockt, der sollte mal auf sein eigenes Kapitalpolster schauen!

Desweiteren ist die SNB durch ihre laxe Zinspolitikan einer Aufblähung des Immobilienmarktes nicht gänzlich unschuldig.

Account gelöscht!

16.06.2011, 12:33 Uhr

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Geht da Jemandem die Klammer ?
Wenn die pleite gehen werden die Eidgenossen noch nicht mal mehr Zeit haben, auf die Straße zu gehen.
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Account gelöscht!

17.06.2011, 20:11 Uhr

wer noch immer meint der chf wäre langfristig sicherer als der euro, der muss schon ziemlich mit dem klammerbeutel gepudert sein.
bei einer möglichen nächsten krise, nur banken oder gar systembedingt (wenn sie denn überhaupt kommt), bin ich jedenfalls sicherer in den majors, als im chf bei der einseitig aufgestellten ökonomie dort. krachen die banken, geht der chf dermaßen in die binsen, so schnell kann man gar nicht mehr gucken.

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