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31.12.2012

11:41 Uhr

Schweizer Privatbank

Deutschlandchef der Bank Sarasin muss gehen

Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und Protesten der Anleger muss Frank Niehage, Deutschlandchef der Bank Sarasin, seinen Posten räumen. Offenbar war der Druck zu groß.

Frank Niehage (3.v.l.) ist nicht länger Deutschlandchef der Bank Sarasin. PR

Frank Niehage (3.v.l.) ist nicht länger Deutschlandchef der Bank Sarasin.

Es hat sich angedeutet: Frank Niehage wird sein Amt als Vorstandsvorsitzender der Bank Sarasin Deutschland niederlegen, das teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung am Montag mit. Die beiden Vorstandsmitglieder Aris Prepoudis und Bernd Würfel übernehmen kommissarisch dessen Aufgaben. Als Grund gibt das Institut „unterschiedliche Auffassungen bezüglich der zukünftigen strategischen Ausrichtung “ an.

Dies dürfte allerdings nur vorgeschoben sein. Wie das Handelsblatt berichtete, ist die Schweizer Privatbank gleich von mehreren Seiten unter Druck geraten. Vor einem Monat durchsuchte die Staatsanwaltschaft die Münchener Niederlassung auf Hinweise für mögliche Steuerhinterziehung. Das Institut, so der Verdacht der Ermittler, soll Initiator von Aktiengeschäften gewesen sein, mit denen der deutsche Fiskus um 124 Millionen Euro betrogen wurde.

Die empfindlichsten Strafen für Banken

Hohe Bußgelder

Geldwäsche oder Libor-Skandal – vielen Finanzhäusern drohen hohe Geldbußen. Eine Übersicht, wer schon happige Strafen zahlen musste.

Barclays

Die britische Bank Barclays hatte sich im Juni bereit erklärt rund 470 Millionen Dollar zu zahlen, um die Libor-Untersuchungen in Großbritannien und in den USA beizulegen.

Barclays II

Die US-Energiemarktaufsicht FERC forderte im Juli 2013 von der britischen Bank Barclays eine Rekordstrafe von 453 Millionen Dollar. Die Behörde warf dem Bankhaus vor, in den Jahren 2006 bis 2008 den Strommarkt manipuliert zu haben. Vier Barclays-Händler hätten die Preise am Strommarkt künstlich gedrückt, um am Derivatemarkt mit Wetten gegen steigende Strompreise abzusahnen.

Goldman Sachs

Die US-Bank stimmte einem 500 Millionen Dollar schweren Vergleich mit der US-Aufsicht SEC zu. Die SEC hatte der Großbank vorgeworfen, ein auf faulen Krediten basierendes Finanzprodukt in dem Moment aufgelegt zu haben, als der Immobilienmarkt in den USA abzustürzen begann.

ABN Amro

Die niederländische Bank ABN Amro zahlte wegen des Verstoßes gegen Iran-Sanktionen 500 Millionen Dollar.

Credit Suisse

Die Crédit Suisse muss wegen Verstoßes gegen Iran-Sanktionen 536 Millionen Dollar Strafe zahlen.

ING

Die niederländische ING zahlte 619 Millionen Dollar. Sie soll für kubanische und iranische Kunden Milliarden durch das US-Finanzsystem geschleust haben.

Standard Chartered

Die britische Bank geriet wegen ihrer Iran-Geschäfte ins Visier der New Yorker Finanzaufsicht DFS. Fast zehn Jahre lang soll fast zehn Jahre lang gegen die Sanktionen verstoßen haben und Geschäfte mit dem Iran abgewickelt haben. Die Bank hat die Vorwürfe zwar vehement abgestritten, dann stimmten die Briten doch einer Zahlung von 340 Millionen Dollar zu. Außerdem schloss die Bank einen Vergleich mit der US-Notenbank Fed, dem US-Justizministerium und der Staatsanwaltschaft Manhattan und zahlt noch einmal 330 Millionen Dollar, insgesamt also insgesamt 670 Millionen Dollar.

Royal Bank of Scotland

Die Royal Bank of Scotland zahlte eine Strafe von 500 Millionen Dollar. Sie soll über die niederländische Bank ABN Amro Geld für Kunden aus dem Iran, Libyen und Syrien gewaschen haben. Für die Verwicklung in den Libor-Skandal zahlt die Bank 615 Millionen Dollar an die Behörden in den USA und Großbritannien.

HSBC

Die Großbank hatte über Jahre hinweg mexikanischen Drogenbossen und saudi-arabischen Terrorfinanzierern bei der Geldwäsche geholfen. Die US-Behörden verdonnerten die Bank zu einer Strafe von rund 1,9 Milliarden Dollar.

UBS

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen des Libor-Skandals insgesamt Strafen in Höhe von 1,16 Milliarden Euro (1,4 Milliarden Franken) an Behörden in den USA, Großbritannien und der Schweiz. Die Strafzahlungen führen dazu, dass die UBS im vierten Quartal 2012 einen Reinverlust von bis zu 2,5 Milliarden Franken verbucht. Zudem zahlt die Bank 780 Millionen Dollar Strafe wegen Beihilfe zum Steuerbetrug.

UBS II

Im Juli 2013 einigt sich die Schweizer Großbank UBS mit US-Behörden, einen Streit über Hypothekenpapiere beizulegen. Die Vorwürfe beziehen sich auf das Jahr 2008. Die UBS zahlt 885 Millionen Dollar, ohne eine Schuld anzuerkennen.

Großvergleich in den USA

Mehrere Banken in den USA stimmten Anfang des Jahres einem mehr als 25 Milliarden Dollar schweren Vergleich zu. Zu den Finanzhäusern zählen Ally Financial, Bank of America, Citigroup, JP Morgan Chase sowie Wells Fargo. Bei dem Vergleich geht es um Forderungen aus Hypothekenkrediten.

(Quelle: eigene Recherche, Stand Dezember 2012)

Hinzu kommen Proteste von Anlegern, die sich über schlechte Anlageempfehlungen beschweren. Berater hatten Investitionen in Windparkbetreiber und Solarunternehmen empfohlen, mit denen das Institut selbst über Kredite und Anleihen verbunden ist. In Einzelfällen sind dadurch bereits Buchverluste im siebenstelligen Bereich für die Kunden entstanden.

Nun muss der Chef gehen. Er hatte den deutschen Teil der Bank über Jahre hinweg erfolgreich von Frankfurt aus geführt. Sein Konzept bestand unter anderem darin, die Bank konsequent auf nachhaltige Investments auszurichten.

Kommentare (12)

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dannydattel

31.12.2012, 12:18 Uhr

un nuh noch die banklizenz kassiert ,liebes BAFIN aufwachen , und unsre steuerkriminellen banken hamn ein leuchtendes beispiel,das ihnen ihren weg und die endstation aufzeigt bei weiteren steuerkriminellen handlungen

Invincibletrader

31.12.2012, 13:01 Uhr

Die Oberfläche eines tiefen Sees spiegelt. Deutschland hat kein Problem mit irgendwelchen Reichen die Geld nicht so versteuert haben, wie es der Auffassung von Finanzministern entspricht.
Wir haben eine Ex Finanzminister mit erheblichen Problemen, die moralische Legitimation für seine im Nebenerwerb verdienten Rednerbeiträge zu definieren. Ein Mann der die "Kavallerie" in die Schweiz einmarschieren lassen wollte und nebenher die Goldgrube "Vortragsredner" vol ausgeschöpft hat. Die Honorare die er nur erhalten konnte, weil er sich im Amt des Finanzministers gewisses "Lobbywissen" angeeignet hat, müssten eigentlich voll in die Staatskasse fließen. Nur den dummen SPD Wählern hat er es zu verdanken dass er ins Amt des Finanzministers kam!
So nun haben wir ein perfekte Ablenkungsmanöver der SPD Presse auf die "Steuersünder" hin. Weg von Steinbrück hin zu den bösen Schwarzgeld-Tätern! Und der bösen Schweiz!

Ich behaupte, hätten alle deutschen Steuerzahler ihre Steuern auf Heller und Pfennig entrichtet und hätten wir eine so strenge Steuerfahndung gehabt wie sie die USA einsetzt, unser Staat wäre genauso horrend verschuldet wie es die USA sind!
Nur mit Stimmungsmache gewisser Medien, lässt sich noch mit dem Neidfaktor ein Wähler für SPD oder Grün rauslocken und wenn es nur die letzten Prozente sind die man für einen Machtwechsel im Bund benötigt.
Nie waren die linken Medien so nahe daran, sich eine Mehrheit von infantilen und kurzdenkenden Wählern zu schaffen! Was war die primitive Kampagne gegen Wulff, gegen die Selbstebedienermentalität eines Steinbrücks. Da verkaufen diese Medien auch noch, dass der Teufel Kardinal werdn muss, damit es in den Kathedralen der Politik endlich sauber zuhgeht!! Ha Ha Ha

Invincibletrader

31.12.2012, 13:45 Uhr

Und dann noch etwas zum Nachdenken.

Wie eng verflochten müssen die Beziehungen zwischen den Landesbanken und der Politik in Deutschland sein, dass man Rettungspakete von fast 1.000 Milliarden Euro bastelt um die Folgen einer von der Gier bestimmten Handlung der Bankvorstände zu vertuschen!

Statt sämtlichen Vorständen der Landesbanken bundesweit die Staatsanwaltschaft ins Haus zu schicken, beschränkt man sich auf einen spektakulären Einsatz mit 500 bewaffneten Polizisten im Headquarter der Deutschen Bank.


Das soll wohl wieder die "Normalbürger" beiendrucken. Die böse Deutsche Bank ist ja sowieso als "Popanz" von der linken Presse aufgebaut worden. Sicher kein Engel unter den Banken, aber gemessen wieviel Dreck unter der Decke einer LBBW oder Landesbank Baywern (die schon wieder Aktivitäten am Rande der Legalität entwickeln), haben die politischen Mandatsträgern in den Verwätungsbeiräten der Landesbanken dafür gesorgt, dass nichts von den fahrlässigen Machenschaften aufgedeckt wird, die diese Landesbanken verbrochen haben und gerade wieder verbrechen.

Dem kleinen Anleger wird vorgegaukelt, schuld waren die Berater, die schlechte Produkte verkauft haben. DieBafin wurde aufgebauscht zu einen riesigen Beamtenapparat, die eine gigantische Luftnummer abziehen die sich "Prüfung" nennt?

Ha, Ha,reine Augenwischerei, Opium fürs Volk. Ein Berater muss sich nun einer IHK Prüfung für 1500,- Euro Gebühr unterziehen. Nur sind die Prüfer oft ungeschulter als der erfahrene Berater selbst!

Das gilt auch für die BaFin Prüfer. Juristen alle, nurkeine Ahnung und kein Gespür dafür wie das Geschäft mit faulen Derivaten bei den Landesbanken wirklich betrieben wurde!

Die sollen ja die Verflechtungen zwischen Bankvorständen und Politik nicht wirklich aufdecken! Davon müssen Sie die Finger lassen.

Warum will den ein Herr Steinbrück lieber Sparkassenvorstand werden, als Bundeskanzler?

Aber, er ist ein verdienter Sozialdemokrat und den darf man auchnicht angreifen!

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