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19.03.2013

16:09 Uhr

Schweizer Privatbank

Vontobel will in Deutschland Gas geben

Während große Schweizer Häuser wie die UBS in Deutschland schrumpfen, setzt die Privatbank Vontobel auf Wachstum. Ein radikaler Sparkurs sei kein Thema, heißt es bei dem Institut. Ganz im Gegenteil.

Das Logo von Vontobel vor dem Hauptsitz in Zürich. Reuters

Das Logo von Vontobel vor dem Hauptsitz in Zürich.

FrankfurtDie kleine Schweizer Privatbank Vontobel gibt die Hoffnung auf Wachstum im schwierigen Markt Deutschland nicht auf. Dabei sind auch Übernahmen nicht ausgeschlossen, wie Vorstandschef Zeno Staub am Dienstag in Frankfurt sagte. "Deutschland ist der einzige Markt in Europa neben der Schweiz, in dem wir uns Zukäufe vorstellen können." Dies stehe aber nicht im Vordergrund.

Nach den Worten von Georg Schubiger, der die Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden leitet, kann Vontobel in Deutschland im Moment auch anderweitig die Schwäche der Rivalen für sich nutzen - einfach indem sie deren Berater und Kunden einsammelt. So bauen beispielsweise die beiden großen Schweizer Häuser Credit Suisse und UBS in der Vermögensverwaltung in Deutschland Stellen ab und legen Niederlassungen zusammen, um Geld zu sparen.

Für Vontobel ist ein radikaler Sparkurs kein Thema, wie beide Manager erklärten. Vielmehr solle die Mannschaft in Deutschland ausgebaut werden, um mehr neue Kundengelder einzusammeln. "Wir möchten mehr Volumen auf unserer Plattform in Deutschland haben", sagte Schubiger. Per Ende 2012 lag das verwaltete Vermögen hierzulande bei sieben Milliarden Franken, weltweit kam Vontobel auf 98 Milliarden.

Die größten Investmentbanken in Europa 2012

Platz 10

Den zehnten Platz im Geschäft mit Unternehmenskäufen und Zusammenschlüssen in Europa errang 2012 das Finanzhaus Lazard. Die Institut betreute Transaktionen im Wert von 129,4 Milliarden Dollar.

Quelle: Mergermarket

Platz 9

Die Credit Suisse betreute Fusionen und Übernahmen im Wert von 172,4 Milliarden Euro.

Platz 8

Die Bank Rothschild betreute 2012 Fusionen und Übernahmen im Volumen von 183,8 Milliarden Dollar.

Platz 7

Die US-Bank JP Morgan erreichte 2012 in Europa ein Transaktionsvolumen von 197,2 Milliarden Dollar.

Platz 6

Bank of America Merrill Lynch wies Deals über 200,5 Milliarden Dollar auf.

Platz 5

Die Citigroup betreute Transaktionen in Höhe von 206,4 Milliarden Dollar.

Platz 4

Die britische Bank Barclays war 2012 europaweit an Deals über 261,7 Milliarden Dollar beteiligt.

Rang 3

Den dritten Platz bei Übernahmen und Fusionen erlangte 2012 die Deutsche Bank mit 264,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Die US-Großbank Goldman Sachs erreicht 2012 in Europa ein Deal-Volumen von 295,1 Milliarden Dollar.

Platz 1

Den Spitzenplatz im Geschäft mit Fusionen und Übernahme in Europa erlangte 2012 die US-Bank Morgan Stanley mit 297,1 Milliarden Dollar.

Deutschland ist der größte Vermögensverwaltungsmarkt in Europa. Dennoch arbeitet hier nach Angaben aus Branchenkreisen kaum ein Schweizer Anbieter mit Gewinn. Das liegt nicht nur daran, dass die Kosten in dem Geschäft generell hoch sind, weil die reiche Klientel persönlich betreut werden will. Der Markt ist auch weitgehend gesättigt: Wachstum geht eigentlich nur noch, indem man der Konkurrenz Marktanteile abjagt.

Auch Vontobel arbeitet in Deutschland nicht profitabel, wie Staub einräumte. Das gelte jedenfalls dann, wenn nur das direkt in Deutschland abgewickelte Geschäft berücksichtigt werde. Die Bank betreut deutsche Kunden auch aus der Schweiz heraus.

Wieviel Geld davon unversteuert sein könnte, darüber mache er sich keine Gedanken, sagte Staub. Die Bank - die das vorerst gescheiterte deutsch-schweizerische Steuerabkommen nach seinen Worten unterstützt hätte - komme ihrer Aufklärungspflicht nach. "Aber wir hängen der liberalen Weltsicht an, dass die Kunden für ihre Steuern selbst verantwortlich sind."

Von

rtr

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