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13.04.2017

13:46 Uhr

Schweizer Privatbank

Vontobel will mit reichen Kunden wachsen

Die Schweizer Bank Vontobel möchte mehr Privatkunden auf dem Heimatmarkt gewinnen. Das Geldhaus hat sich in diesem Geschäftsfeld ein jährliches Wachstum zwischen drei und fünf Prozent als Ziel gesetzt.

„Es ist kein Geheimnis, wir hätten gerne mehr Akquisitionen im Private Banking“, sagt Vontobel-Chef Zeno Staub. Reuters, Sascha Rheker

Vontobel

„Es ist kein Geheimnis, wir hätten gerne mehr Akquisitionen im Private Banking“, sagt Vontobel-Chef Zeno Staub.

ZürichDer Schweizer Vermögensverwalter Vontobel will sein Geschäft mit reichen Privatkunden ausbauen und fasst dafür auch Zukäufe für bis zu einer halben Milliarde Franken ins Auge. „Es ist kein Geheimnis, wir hätten gerne mehr Akquisitionen im Private Banking“, sagte Vontobel-Chef Zeno Staub in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Im Visier hat das Institut, das teilweise in Familienbesitz ist, dabei vor allem den Schweizer Heimatmarkt. Aktuell könne Vontobel bis zu 500 Millionen Franken für Zukäufe ausgeben – ohne zusätzliches Kapital. „Wir könnten alles aus eigener Kraft finanzieren.“

Die Bank habe sich zum Ziel gesetzt, die verwalteten Vermögen im Privatkunden-Geschäft „in absehbarer Zukunft“ auf über 50 Milliarden Franken von zuletzt knapp 47 Milliarden Franken zu steigern. Dafür sei das Institut nicht auf Zukäufe angewiesen. „Wir sind auch ohne Akquisitionen in einer strategischen Position, wo wir aus eigener Kraft diese zukunftsfähigen Volumina erreichen werden“, sagte der Vontobel-Chef. Pro Jahr hat sich die Bank in dem Bereich ein Wachstum der verwalteten Vermögen zwischen drei und fünf Prozent zum Ziel gesetzt. In diesem Tempo oder noch schneller wolle Vontobel auch künftig wachsen. Detaillierte Ziele bis 2020 will das Institut an einem Investorentag Ende August vorstellen.

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Ein Zukauf käme dennoch gelegen: „Wir würden gerne noch etwas kaufen, um von höheren Volumina profitieren zu können.“ Vontobel ist im Vergleich zu anderen Wettbewerbern im Geschäft mit vermögenden Privatkunden relativ klein. In der Branche gilt Größe als Vorteil: Kosten für Informatik und Regulierung werden so auf mehr Kunden verteilt. In den letzten Jahren war vor allem das inzwischen etwa doppelt so große Geschäft mit institutionellen Kunden (Asset Management) der wichtigste Wachstumsmotor der Bank. Dort verwaltet das Institut mittlerweile gut 92 Milliarden Franken.

Den noch offenen Steuerstreit mit Deutschland will Vontobel möglichst noch im laufenden Jahr zu den Akten legen. „Wir sind bereit, die Geschichte aufzuräumen. Am Ende geht es um Rechtssicherheit für unsere Kunden, Mitarbeiter und unser Geschäft, dass wir heute und in Zukunft in Deutschland machen wollen. Wenn das einen Preis hat, dann bezahlen wir den“, sagte Staub. Die deutschen Behörden hatten 2014 gegen mehrere Schweizer Banken Verfahren eröffnet. Das Institut hatte für den Fall im zweiten Halbjahr vergangenen Jahres 13,4 Millionen Franken zurückgestellt.

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Für den Schweizer Finanzplatz hofft Staub, dass Steuerstreitigkeiten Vergangenheit sind. Schließlich beteilige sich die Schweiz am automatischen Informationsaustausch für Steuerdaten. „Die Schweiz hat als Land und insbesondere als Finanzplatz den globalen Wandel (...) nach der Finanzkrise hin zu mehr Steuer-Transparenz zu spät erkannt.“ Mittlerweile erfülle das Land jedoch sämtliche internationale Standards.

Von

rtr

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