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27.05.2013

13:50 Uhr

Schweizer Traditionsbank

Sarasin wechselt Chef aus

Nach der Übernahme der Schweizer Traditionsbank Sarasin durch die Safra Holding gibt es nun auch Veränderungen in der Führungsriege: Der Chef muss gehen. Das Ruder übernimmt ein Manager des neuen Besitzers.

Nach der Übernahme gibt es nun neuen Wirbel bei der Schweizer Bank Sarasin. dapd

Nach der Übernahme gibt es nun neuen Wirbel bei der Schweizer Bank Sarasin.

ZürichDer langjährige Chef der Basler Bank Sarasin hat den Besitzerwechsel bei der Traditionsbank beruflich nicht überlebt. Joachim Strähle, seit Herbst 2006 Chef in Basel, muss sich einen neuen Job suchen, nachdem der neue Besitzer Safra Holding aus Brasilien mit Edmond Michaan einen Manager aus dem eigenen Haus an die Spitze der Bank stellte. Michaans Stellvertreter wird Eric Sarasin, der als letztes Mitglied der Gründerfamilien in der Bank bisher das Private Banking leitete. „Als Folge der Ernennung der Herren Michaan und Sarasin wird Joachim A. Strähle sein Amt niederlegen“, teilte Sarasin am Montag mit.

Noch Ende Januar, als der 2011 eingeleitete Zusammenschluss von Sarasin und J. Safra Schweiz formell vollzogen wurde, erklärte die Bank, der 57 Jahre alte Strähle werde Chief Executive Officer bleiben. Nun übernimmt statt seiner ein Führungsduo das Ruder, das in denen das Unternehmen „die Philosophien und Traditionen von Sarasin und Safra bestens vereint“ sieht. Die Sarasin-Aktie wurde vor zehn Tagen von der Kursliste der Schweizer Börse gestrichen, da Safra praktisch alle Aktien in ihrem Besitz hat.

Die Arbeit wird der neuen Führung nicht ausgehen. Am Montag berichtete die „Süddeutsche Zeitung“, ein deutscher Anleger habe die Bank auf Schadenersatz verklagt und in Zürich auch eine Strafanzeige gegen drei Manager und einen ehemaligen Geschäftsführer eingereicht. Der Anleger habe nach Angaben seines Anwalts 50 Millionen Euro in ein von Sarasin angebotenes Investment gesteckt und fast das ganze Geld verloren. Die Bank wollte das nicht kommentieren. Bei der Zürcher Staatsanwaltschaft stand zunächst niemand für eine Auskunft zu Verfügung.

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Das „Handelsblatt“ berichtete ferner, das Deutschlandgeschäft von Sarasin stehe auf dem Prüfstand. Die Bank soll dem Windpark-Entwickler Windreich einen Kredit gegeben und zugleich Anleihen der Firma an ihre Kunden vermittelt haben. Ein Sarasin-Sprecher wollte auch dazu keinen Kommentar abgeben. Der Schweizer Banken-Regulator FINMA steht mit der Bank in Sachen Windreich in Kontakt, sagte ein Sprecher der Behörde.

Als sich die Verkaufspläne des damaligen niederländischen Mehrheitsaktionärs Rabobank abzeichneten, hatte Strähle zunächst mit einem Management-Buy-Out geliebäugelt. Als sich dies als nicht machbar erwies, wehrte er sich nach Angaben aus Bankenkreisen gegen eine Übernahme durch die Bank Julius Bär. Wegen großer Überlappungen befürchtete er einen Kahlschlag bei seiner Bank. Mit der Übernahme durch die Brasilianer war er einverstanden und vor knapp einem Jahr freute sich Strähle noch „auf eine spannende Zukunft in der Zusammenarbeit mit Safra“.

Von

rtr

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