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08.03.2017

01:43 Uhr

Schweizerische Großbank

Legt sich die UBS mit den USA an?

VonFrank Wiebe

Die Schweizerische Großbank überlegt offenbar, nach dem Vorbild von Barclays einen Prozess gegen US-Behörden zu riskieren - statt wie die Deutsche Bank einer Milliardenstrafe zuzustimmen.

Will die Schweizer Großbank UBS es auf einen Prozess mit den USA ankommen lassen? Reuters, Sascha Rheker

UBS

Will die Schweizer Großbank UBS es auf einen Prozess mit den USA ankommen lassen?

New YorkGut siebenhalb Milliarden Dollar muss die Deutsche Bank zahlen, wenn auch nicht auf einen Schlag, nachdem sie sich kurz vor Weihnachten mit dem Justizministerium in Washington geeinigt hat. Dabei ging es um Strafe und Schadenersatz wegen fragwürdiger Geschäfte mit verbrieften Immobiliendarlehen in den Jahren vor der Finanzkrise 2008.

Während John Cryan, Chef der Deutschen Bank, froh ist, das Verfahren noch unter der alten US-Regierung abgeschlossen zu haben, hat Barclays sich kampfbereit gezeigt. Die Briten, die wegen ähnlicher Vorwürfe belangt werden sollen, wollen es auf einen Prozess ankommen lassen.

Jetzt überlegt die Schweizer Bank UBS nach Informationen der „Financial Times“, dem Beispiel von Barclays zu folgen. Ein Sprecher der UBS sprach auf Anfrage von einem „Gerücht“, dementierte den Bericht aber auch nicht.

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Die UBS wurde schon oft zu hohen Strafen verdonnert. Die Schweizer Bank hat sich aber meistens besser als die Konkurrenz aus der Affäre gezogen. Der Chef des Instituts spricht nun von Willkür auf Seiten der Justiz.

Fast alle großen in- und ausländischen Banken sind in den USA wegen ähnlicher Vergehen belangt worden und haben zum Teil hohe Milliardenstrafen gezahlt. Dabei entstand manchmal der Eindruck, dass im Laufe der Zeit die Höhe der Strafen zugenommen haben. Zudem gab es hier und da den Verdacht, dass ausländische Institute besonders hart angefasst werden.

Bei der Entscheidung von Barclays könnte auch die Überlegung eine Rolle gespielt haben, dass die neue US-Regierung den Banken gegenüber vielleicht freundlicher eingestellt ist als die alte. Das ist noch nicht genau abzusehen. Aber immerhin hat der neue US-Präsident Donald Trump Banker und Wall-Street-Leute in seine Regierung berufen, etwa den Ex-Goldman-Sachs-Mann Steven Mnuchin als Finanzminister.

UBS hat ihren US-Hauptsitz nicht in New York, sondern etwas weiter nördlich in Stamford im Bundesstaat Connecticut. Dort sind die Steuern niedriger, weswegen die Gegend auch bei Hedgefonds beliebt ist. Außerdem ist die Finanzaufsicht von Connecticut weniger gefürchtet als die des Staates New York.

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