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29.08.2011

18:45 Uhr

Schwere Lasten

Griechenland-Abschreibung bremst BayernLB

Dämpfer für die Bilanz von Deutschlands zweitgrößter Landesbank: Während das Kerngeschäft im zweiten Quartal stabil gelaufen ist, belasten Abschreibungen auf die verbliebenen Engagements in Griechenland das Ergebnis.

Das beleuchtete Logo der Bayerischen Landesbank in München. dpa

Das beleuchtete Logo der Bayerischen Landesbank in München.

MünchenAbschreibungen auf griechische Staatsanleihen und die Kosten für die Bankenabgabe drücken auf den Gewinn der BayernLB. Dennoch ist die einst mit Steuermilliarden gerettete Landesbank in ihrem Kerngeschäft weiter gut unterwegs und verdient etwa mit der Unternehmensfinanzierung und dem Mittelstandsgeschäft Geld. „Sechs Quartale in Folge mit schwarzen Zahlen zeigen, dass die BayernLB mit ihrer Neuausrichtung auf dem richtigen Weg ist“, teilte Vorstandschef Gerd Häusler am Montag in München mit. Allerdings trägt die Bank noch an Altlasten, die das Ergebnis empfindlich drücken. Offen ist, wann die EU eine Entscheidung über die Auflagen für die milliardenschweren Staatshilfen fällt - und welche Folgen dies für die Bank haben wird.

Kommentar: Die Beruhigungspillen der Landesbanker

Kommentar

Die Beruhigungspillen der Landesbanker

Die Bayern LB hat jetzt ihr Halbjahresergebnis vorgelegt – als letzte der großen oder noch großen Landesbanken. Und genau wie die anderen öffentlichen Institute versucht sie, ihre Zahlen als schick darzustellen.

Ursprünglich hatte die BayernLB darauf gehofft, dass Brüssel noch vor der Sommerpause entscheidet, dann zumindest, dass eine Einigung im Grundsatz steht. Inzwischen rechnet Finanzchef Stephan Winkelmeier zwar mit einer „zügigen Einigung“, auf einen Zeitraum wollte er sich aber nicht festlegen. Auch Häusler bleibt unbestimmt: „Wir wünschen uns sehr, möglichst bald fertig zu werden. Wenn ich es mir aussuchen könnte, noch in diesem Jahr“, sagte er dem „Münchner Merkur“ (Dienstag). Winkelmeier betonte, die „extrem intensiven“ Gespräche mit der EU-Kommission seien keineswegs ins Stocken geraten. „Vielleicht haben wir uns auch verschätzt“, sagte der Finanzchef.

Eine Zerschlagung wie die WestLB muss die BayernLB laut Häusler nicht befürchten. „Die Kommission hat bisher zu keinem Zeitpunkt eine solche Absicht erkennen lassen. Das steht überhaupt nicht zur Debatte.“ Zudem werde die EU in den Verhandlungen über die Auflagen für die milliardenschweren Staatshilfen für die BayernLB keinen Eigentümerwechsel innerhalb einer bestimmten Frist fordern. Auch Kritik von EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia am Geschäftsmodell der Bank wies er erneut zurück. „Unsere Zahlen der letzten eineinhalb Jahre sprechen eine andere Sprache“, bekräftigte der Bankchef.

Vor Steuern verdiente die BayernLB im zweiten Quartal rund 95 Millionen Euro und damit fast 70 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im ersten Halbjahr summiert sich das Ergebnis vor Steuern auf 244 Millionen Euro - nur etwa halb soviel wie vor einem Jahr, als es dank Sondereffekten 554 Millionen Euro waren. „Das operative Geschäft der Bank läuft rund, trotz aller Zuspitzungen an den Finanzmärkten und Staatsschuldenkrisen“, sagte Häusler. Auch die Vorsorge für faule Kredite konnte die Bank deutlich herunterfahren.

Dabei wurde der Gewinn spürbar von Altlasten gedrückt. Für die Bankenabgabe in Ungarn und in Deutschland musste die BayernLB rund 88 Millionen Euro auf den Tisch legen, Währungsgeschäfte aus der Vergangenheit belasteten das Haus mit 78 Millionen Euro. Zudem wurde der Wert der noch verbliebenen griechischen Staatsanleihen um 79 Millionen Euro nach unten korrigiert. Die Trendwende sei dennoch geschafft. Auch für das gesamte Jahr rechnet die Bank weiter mit schwarzen Zahlen, wenngleich unter den Werten von 2010, die unter anderem durch Sondereffekte ziemlich stark ausfielen.

Von

dpa

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