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22.01.2005

10:58 Uhr

Seebeben belastet Versicherer kaum

Münchener Rück will Prämien anheben

Die wachsende Zahl von Naturkatastrophen zwingt die Münchener Rück offenbar zu höheren Versicherungsbeiträgen. In manchen Regionen wird wird das Unternehmen gewisse Risiken «im schlimmsten Fall» gar nicht mehr versichern können.

HB BERLIN. Angesichts zunehmender Naturkatastrophen könnten manche Risiken «im schlimmsten Fall» nicht mehr versichert werden. Das betreffe vor allem Ereignisse, die vorhersehbar seien wie zum Beispiel Überschwemmungen in gewissen Gebieten, sagte der Chef der Abteilung Strum, Unwetter- und Klimafragen bei der Münchener Rück, Ernst Rauch, der «Berliner Zeitung» vom Samstag.

Zwar könnten die Versicherungsprämien angehoben werden – und dies will die Münchener Rück auch tun –, aber «wenn die Prämien sehr stark steigen, dann kann sich niemand mehr die Versicherung leisten – und das läuft dann auf dasselbe hinaus», sagte Rauch. In Gegenden, die massive Schadenszunahmen aufweisen, komme das Unternehmen um Prämienerhöhungen aber nicht herum.

Eine weltweite pauschale Anhebung der Versicherungsbeiträge werde es aber nicht geben. Alternativ zu immer höheren Prämien für die Zukunft seien Selbstbeteiligungen der Versicherungsnehmer oder Höchstentschädigungsgrenzen, ergänzte Rauch. Bei den Naturkatastrophen registriere die Münchener Rück einen «sehr signifikanten Anstieg», erläuterte der Experte. Sowohl die Zahl der Ereignisse nehme zu als auch das Ausmaß der Schäden.

«Im Vergleich zu den 60er Jahren haben diese Schäden in den vergangenen zehn Jahren um den Faktor sechs zugenommen», führte Rauch aus. Die versicherten Schäden seien sogar um den Faktor 14 gestiegen. Wetterbedingte Katastrophen machten die Mehrzahl der Ereignisse aus.

Im vergangenen Jahr summierten sich nach Angaben von Rauch die versicherten Schäden aus allen Naturkatastrophen auf rund 44 Milliarden Dollar, die tatsächlichen Schäden auf etwa 145 Milliarden Dollar. Das Seebeben in Asien am zweiten Weihnachtsfeiertag sei eine «gewaltige humanitäre Katastrophe» gewesen, für die Versicherungswirtschaft sei der materielle Schaden aber relativ gering.

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