Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.02.2004

08:06 Uhr

Seine Aktienquote dürfte unter 50 Prozent rutschen

AWD-Chef Maschmeyer verliert an Einfluss

VonKatharina Kort

Beim Finanzberaterdienst AWD Holding steht ein Wandel in der Aktionärsstruktur bevor: Der Anteil des Gründers und Vorstandsvorsitzenden Carsten Maschmeyer wird voraussichtlich schon bald unter 50 % rutschen. Damit steht zumindest theoretisch die Tür für Übernahmen offen.

FRANKFURT/M. Grund für den Anteilsverlust von Maschmeyer sind die Aktienoptionen, die das Unternehmen seinen Beratern als Leistungsanreiz zugeteilt hat. In verschiedenen Programmen haben die Mitarbeiter Optionen erhalten, mit denen sie nach frühestens zwei Jahren zu bestimmten Bedingungen AWD-Aktien kaufen können. Die erste Tranche von Optionen – insgesamt 370 000 Stück – können die betroffenen Mitarbeiter erstmals in diesem Monat ausüben. Da das Management für die Ansprüche neue Aktien herausgeben will, würde es insgesamt mehr Aktien geben und damit die derzeitige Quote Maschmeyers von knapp 51 % auf unter die Hälfte fallen.

Noch ist nicht klar, ob und wie viele Mitarbeiter ihre Optionen einlösen. Sie haben das Recht, die Wertpapiere für 25,58 € zu erwerben; derzeit liegt der Aktienpreis bei etwa 29,50 €. Für ein baldiges Einlösen der Optionen spricht, dass der Kursverlauf der AWD-Aktie zurzeit den vereinbarten Bedingungen für die Ausübung entspricht: Er muss pro Jahr mindestens 10 % über besser sein als die Entwicklung des M-Dax; das heißt zusammengerechnet 10 % im Jahr 2004, 20 % im Jahr 2005 und 30 % im Jahr 2005.

Analysten würden den höheren Streubesitz begrüßen: „Es sollte der Aktie Auftrieb geben, wenn der Free Float steigt“, sagt Stefan Scharff vom bankenunabhängigen Analysten-Haus SRC Research. Auch Michael Huttner, Analyst der Investmentbank J.P. Morgan, wertet es als positives Zeichen, wenn der Gründer „nicht mehr der Eigentümer“ ist. Huttner weist jedoch auch darauf hin, dass der Gewinn pro Aktie mit der Ausgabe von neuen Papieren naturgemäß sinkt. Maschmeyer wird zudem auch weiterhin die Zügel in der Hand haben. „Man kann auch mit weniger als 50 % noch entscheidenden Einfluss auf die Geschäftspolitik des Unternehmens nehmen“, sagt Analyst Scharff.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×