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30.09.2011

09:57 Uhr

Sergio Ermotti

UBS-Interims-Chef muss einen Rückzieher machen

Kurz nach der Ernennung Sergio Ermottis zum Interims-Nachfolger von UBS-Chef Oswald Grübel wurden umfangreiche Nebengeschäfte bekannt. Der Tessiner will nun alle 13 Nicht-UBS-Mandate niederlegen.

Sergio Ermotti. Reuters

Sergio Ermotti.

ZürichDen Start als neuer UBS-Chef hatte sich Sergio Ermotti sicher anders vorgestellt; der 51-Jährige ist nicht einmal eine Woche im Amt und muss schon einen Rückzieher machen. Am Abend teilte die Bank mit, dass Ermotti alle seine privaten Mandate außerhalb der Bank „rasch aber geordnet in neue Hände“ übergeben wolle.

Was war geschehen? Kurz nach Ermottis Ernennung zum Interims-Nachfolger des zurückgetretenen Oswald Grübel als Chef der größten Schweizer Bank interessierte sich die Presse näher für die Nebengeschäfte des Tessiners. Es wurde bekannt, dass er bei insgesamt 13 Gesellschaften außerhalb der UBS ein Mandat hat. So leitet Ermotti etwa die Verwaltungsräte der Immobiliengesellschaften Residence MontalbanoI und II mit Sitz in Panama. Diese stehen im Zusammenhang mit dem Luxushotel Villa Principe Leopoldo in Lugano. Bei dessen Managementfirma führt Ermotti ebenfalls das Board. Nichts deutet darauf hin, dass bei diesen Gesellschaften etwas nicht korrekt sein könnte. Allerdings ist unbekannt, wem all diese Unternehmen gehören. „Das ist unglücklich“, sagte ein Londoner Bankanalyst. Die Schweizer „Handelszeitung“ titelte gar: „Unser Mann in Panama.“

„In den letzten Tagen haben verschiedene Medien Kritik und rufschädigende Unwahrheiten rund um die privaten Verwaltungsratsmandate von Sergio Ermotti verbreitet“, teilte die Bank gestern mit. Dabei sei die UBS über alle seine Engagements informiert und habe diese „ausdrücklich bewilligt“, hieß es.

Die UBS-Oberen fürchteten nun aber wohl, dass ihrem Übergangs-CEO durch seine Mandate-Häufung ein Imageproblem droht. Also versuchten die PR-Strategen, den Schwelbrand auszutreten. Ermotti wolle sich jetzt vollständig auf den neuen Job konzentrieren, hieß es.

Am Mittwoch lautete die Sprachregelung noch, er „prüfe“ seine Mandate. Diese Prüfung scheint Ermotti in 24 Stunden gelungen zu sein. Stellt er in dem Tempo die Bank neu auf, dürften seine Chancen, auf Dauer CEO zu bleiben, steigen.

Bei der Suche nach einem permanenten Vorstandschef streckt die Bank offenbar die Fühler weiter aus. Das „Wall Street Journal“ berichtete gestern mit Bezug auf mit der Sache vertraute Personen in seiner Online-Ausgabe, UBS habe die Personalberatung Egon Zehnder International mit der Suche eines Vorstandschefs beauftragt. Auch habe sie mit Bill Winters, Ex-Chef von JP Morgan, Kontakt aufgenommen.

Von

ali

Kommentare (1)

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sailing

30.09.2011, 13:49 Uhr

"wenn eine Bank von dieser Größe einen HH benötigt um diese Position zu besetzen, dann muß in diesem Institut ein heilloses Durcheinander herrschen. (was ins Bild der letzten Jahre passen würde)"

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