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10.10.2015

13:43 Uhr

Service für Banker

„Nein“ sagen verboten

VonKatharina Slodczyk

Was tun Banken und Fondsgesellschaften alles, um ihren Kunden zu gefallen? Die Antwort kennt die Londoner Ten Group. Welche Wünsche das Concierge-Unternehmen seinen Kunden aus der Finanzwelt erfüllt.

Der CEO der Ten Group, Alex Cheatle, weiß, was Banker wollen. Ten Group

Alex Cheatle

Der CEO der Ten Group, Alex Cheatle, weiß, was Banker wollen.

LondonDie Vorgaben waren recht anspruchsvoll. Es sollte eine möglichst imposante Gruppe von Menschen sein, die den Mann am Flughafen in London Heathrow begrüßt. Sie sollten kreischen, stampfen und jubeln - kurzum: dem Ankommenden einen Empfang wie einem erfolgreichen Rockstar bereiten.

Dies war einer der ungewöhnlicheren Wünsche, die die Londoner Ten Group zuletzt erfüllen musste. „Ein Fondsmanager wollte damit einem seiner größten Investoren eine Freude bereiten“, erzählt Alex Cheatle, Chef des Unternehmens.

Die Ten Group zählt zu der wachsenden Zahl der Dienstleister, die die Reichen dieser Welt umsorgen und unterhalten - darunter zahlreiche Banker, Vermögensverwalter und ihre Kunden. Solche Firmen vermitteln Handwerker und Hausangestellte, kümmern sich um Auto-, Flugzeug- und Hauskauf. Und eines versuchen sie nach Möglichkeit zu vermeiden: Auf die Anfrage eines Kunden mit „Nein“ zu antworten.

Die Ten Group betreibt den Concierge-Service für Geldhäuser wie Barclays, Citigroup und UBS, die ihrer besonders zahlungskräftigen Klientel den Zugang zu den Diensten der modernen Butler verschaffen – als Teil ihres Kundenbindungsprogramms.

Flops im Sommer: Die fallenden Messer des Aktienmarkts

Flops im Sommer

Die fallenden Messer des Aktienmarkts

„Greifen Sie nicht in fallende Messer“, ist eine alte Börsenweisheit. Chinas Wirtschaftsflaute und die verschobene US-Zinswende haben Aktien herbe Verluste zugefügt. Zwanzig der schwächsten Werte im Überblick.

Erster Kunde einer neuen Online-Plattform ist die britische Privatbank Coutts, die auch Teile des Vermögens der Queen verwaltet und der quasi verstaatlichten Royal Bank of Scotland gehört. Wer dort monatlich mindestens 20.000 Pfund (umgerechnet 27.000 Euro) ausgibt und damit die exklusivste Coutts-Kreditkarte, die sogenannte „Silk Card“, besitzt, kann auf die Wunscherfüller zurückgreifen.

Branchenkreisen zufolge sind es viele Investmentbanker, die die nobelste Coutts-Kreditkarte haben und jetzt Zugang zu dem Online-Concierge bekommen. „Sie reisen viel, ihre Zeit ist knapp und sie arbeiten zudem in einem Umfeld, wo bestimmte Luxusprodukte und Statussymbole gang und gäbe sind“, erzählt Ten-Group-Chef Cheatle.

Analysten zum Rekordverlust der Deutschen Bank

Ingo Speich, Fondsmanager Union Investment

„Der Schritt zeigt, dass Cryan der richtige Mann für die Restrukturierung der Bank ist. Er treibt die materielle Aufarbeitung der Krise weiter voran. Personell ist die Krise dagegen noch nicht aufgearbeitet, im Top-Management gab es bisher nur sehr wenige Veränderungen. Ich erwarte, dass Personen ausgetauscht werden, die für die Fehler der Vergangenheit verantwortlich sind.“

Ingo Speich

„Die Ankündigung zum jetzigen Zeitpunkt, dass die Dividende für 2015 ausfallen könnte, ist vor allem ein Signal nach innen – gerade im Hinblick auf die Bonus-Verhandlungen im Herbst. Wenn es Einschnitte für die Aktionäre gibt, müssen sich auch die Mitarbeiter mit weniger zufrieden geben – insbesondere die Investmentbanker. Das wäre ein wichtiger Schritt, um das Vertrauen der Aktionäre zurückzugewinnen.“

Atif Latif, Analyst bei Guardian Stockbrockers

„Da die Nachrichten nun draußen sind, hängt viel davon ab, ob das Management die Furcht zerstreuen kann, ob sie ihre Ziele erreichen. Wenn sie bei ihrem Strategie-Ausblick am 29. Oktober liefern, hat die Aktie Aufwärtspotenzial.“

Zeg Choudhry, Analyst bei Lontrad

„Wann immer ein Unternehmen reinen Tisch macht, hilft es, die Verunsicherung zu beseitigen. Wenn sie keine Dividende zahlen, bedeutet dies, einen Schritt zurückzugehen um voranzukommen. Der Markt könnte dies als guten Schachzug werten. Auf lange Sicht ist dies eine gute Sache. Sie bewahren ihr Kapital und das hilft dabei, die Bilanz zu stärken.“

Huw van Steenis, Analyst bei Morgan Stanley

„Die Abschreibungen und Rückstellungen der Deutschen Bank sind ein erster kathartischer Schritt. Wir erwarten eine signifikante Restrukturierung, da der Verkauf von Geschäftsbereichen nicht ausreichend erscheinen, um die eigenen Kapitalziele zu erreichen.“ Zudem müsse mit weiteren Abschreibungen auf die Postbank und Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten gerechnet werden.

Philipp Häßler, Analyst bei Equinet

„Das ist eindeutig eine negative Überraschung, obwohl die Abschreibungen auf die Postbank und Hua Xia mehr oder weniger erwartet wurden. Positiv ist allerdings, dass die Kapitalisierung der Deutschen Bank mit einer harten Kernkapitalquote von elf Prozent solide bleibt. Das bedeutet, dass wir keine größere Wahrscheinlichkeit einer Kapitalerhöhung sehen.“

Amit Goel, Analyst bei Exane BNP

„Die Dividendenkürzung haben wir nicht erwartet. Die wichtigste Ankündigung war aber diejenige, die nicht gemacht wurde. Der Konzern hat keine Kapitalerhöhung angekündigt. Die Aktien werden sich wohl kaum positiv entwickeln, bis am 29. Oktober die vollständigen Ergebnisse und Details zur Geschäftsstrategie veröffentlicht werden.“

Jon Peace, Analyst bei Nomura

„Wenn Firmenchef John Cryan Anleger davon überzeugen kann, dass eine Kapitalerhöhung vermieden werden kann, erwarten wir eine Erholung der Aktien. Nachdem die 'schlechten Nachrichten' nun draußen sind, sehen wir Kurspotenzial, wenn die Details zur Firmenstrategie gut ankommen.“

Mohamed Souidi, Analyst bei Credit Suisse

„Die Vorwegnahme dieser Verluste kann als Zeichen interpretiert werden, dass das Management den Verkauf der Postbank vorantreiben und bestimmter bei den strategischen Entscheidungen sein will.“

Der häufigste Wunsch aus der Finanzbranche: die Bitte nach einer Tischreservierung im gefragtesten Edelrestaurant der Stadt. „Und dann sollte es nicht irgendein Tisch sein, sondern der mit der besten Aussicht oder in der ungestörtesten Ecke“, so Cheatle.

Der Chef der Ten Group hat dabei neue Gegenspieler: „Wir konkurrieren mit Smartphone-Apps.“ Seine Mitarbeiter müssten daher die eher klassischen Wünsche der Kunden schneller und unkomplizierter als eine App erledigen. Und sich nebenbei um die etwas kurioseren Begehren kümmern – etwa einen Elefanten zu besorgen, der eine Braut zu ihrer Hochzeitsfeier bringt.

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