Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.05.2017

14:14 Uhr

Sitzung der US-Notenbank

Bilanzabbau der Fed dürfte wieder Thema sein

Die Federal Reserve möchte ihre Bilanz verkleinern und hofft, dass das nicht allzu viel Tumult auf den Märkten verursacht. In der heutigen Fed-Sitzung dürfte der Schritt zur Sprache kommen. Analysten sind skeptisch.

In der März-Sitzung haben US-Notenbanker eine Bilanzverkürzung ins Auge gefasst. Marktteilnehmer befürchten Chaos. AFP; Files; Francois Guillot

Fed-Chefin Janet Yellen

In der März-Sitzung haben US-Notenbanker eine Bilanzverkürzung ins Auge gefasst. Marktteilnehmer befürchten Chaos.

Washington/FrankfurtDie Vorsitzende der Federal Reserve, Janet Yellen, möchte die 4,5 Billionen Dollar umfassende Bilanzsumme der US-Notenbank auf „geordnete und vorhersehbare Weise“ verringern, um die Risiken für die Wirtschaft zu begrenzen. Die Hürden, das zu erreichen, liegen jedoch hoch. Denn wie schnell die Reduzierung vorangeht und wann sie endet, liegt nicht in der Macht der Fed allein. Dies könnte bedeuten, dass den Finanzmärkten und der Wirtschaft turbulentere Zeiten bevorstehen als von Yellen und ihren Kollegen erhofft.

„Wir wissen nicht so recht, wie das vor sich gehen wird“, sagte Richard Clarida, globaler Strategieberater bei Pimco. Es gebe nicht allzu viele Präzedenzfälle für die Lage, in der sich die Fed befindet. Die Notenbanker werden bei der Sitzung am Mittwoch des zinspolitischen Offenmarktausschusses wahrscheinlich ihre Diskussionen vertiefen, wann und wie die Anleihebestände der Fed verkleinert werden sollen. Der Offenmarktausschuss dürfte seine Leitzinsen vorerst unverändert lassen, nachdem es im März eine Erhöhung auf 0,75 Prozent bis ein Prozent gab.

Die Reaktion an den Finanzmärkten auf die Bilanzstrategie war bislang gedämpft. Das stützte die Hoffnungen der Notenbanker, die Bilanzverkleinerung lasse sich ohne größere Probleme bewerkstelligen. Die meisten Offenmarktausschuss-Teilnehmer möchten noch in diesem Jahr mit der Verringerung der Bestände an US-Staatsanleihen und mit Hypotheken besicherten Wertpapieren beginnen, zeigte das Protokoll der März-Sitzung.

US-Geldpolitik: Drei Zinserhöhungen 2017 realistisch

US-Geldpolitik

Drei Zinserhöhungen 2017 realistisch

Zuletzt änderte die Federal Reserve ihren Leitzins im März. US-Notenbanker Kaplan hält drei Zinserhöhung in diesem Jahr für realistisch. Die Fed will für Vollbeschäftigung und eine höhere Teuerungsrate in den USA sorgen.

Die Fed-Mitglieder glauben, dass Investoren die Bilanzverkürzung bereits einkalkulieren, so dass die Marktreaktion bei dem tatsächlichen Beginn begrenzt sein sollte. Doch einige Fed-Beobachter geben zu Bedenken, dass das Finanzministerium mehr Einfluss auf die Auswirkungen einer Verringerung des 2,5 Billionen Dollar schweren Portfolios an US-Staatspapieren hat.

Denn das Ministerium muss entscheiden, wie es die Finanzierung ausgleicht, die verloren geht, wenn die Fed die Erlöse aus fälligen Anleihen nicht mehr reinvestiert. Anleger könnten einen Einblick in die Pläne erhalten, wenn das Finanzministerium am Mittwoch seinen vierteljährlichen Auktionskalender bekanntgibt. Im Rahmen des so genannten „Refunding Announcement“ werden oft die Pläne für das Schuldenmanagement bekantgegeben.

US-Finanzminister Steven Mnuchin eröffnete die Möglichkeit, dass die USA Anleihen mit 50 Jahren Laufzeit oder noch länger begeben könnte, um von den niedrigen Zinsen zu profitieren und die Finanzierungslücke zu schließen. Im Interview mit Bloomberg TV sagte er, eine Arbeitsgruppe befasse sich mit dem Thema ultra-langlaufende Anleihen, weil dies „durchaus sinnvoll für uns“ sein könne.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×