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22.04.2016

16:10 Uhr

Skandal um malaysischen Staatsfonds

Der junge Banker und die Staatsaffäre

VonMathias Peer

Der Ex-Mitarbeiter einer Schweizer Bank gerät in Südostasien in einen milliardenschweren Finanzskandal. Sein einstiger Arbeitgeber ist in dubiose Geschäfte verwickelt. Die könnten einen Regierungschef zu Fall bringen.

Bei dem Fonds sollen rund vier Milliarden Dollar veruntreut worden sein. Reuters

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Bei dem Fonds sollen rund vier Milliarden Dollar veruntreut worden sein.

BangkokDie Ausmaße dieses Finanzskandals sind selbst für erfahrene Staatsanwälte nur schwer zu fassen: Es geht um einen milliardenschweren Untreueverdacht, die politische Zukunft eines Regierungschefs und dubiose Geschäfte rund um den Globus. In diesem unüberschaubaren Geflecht findet sich nun ein junger Mann wieder, der von der Lage überfordert zu sein scheint: „Wen soll ich betrogen haben?“, fragte der 33-jährige Ex-Banker am Freitag per Videoschaltung aus seiner Gefängniszelle einen Richter in Singapur. „Bis heute verstehe ich nicht, weshalb mir diese Vorwürfe gemacht werden.“

Der Mann, der vorerst in Untersuchungshaft bleiben muss, arbeitete in Singapur für die Schweizer Privatbank BSI und ist nun offenbar mitten in eine Staatsaffäre geraten: Er ist laut dem Finanzdienst Bloomberg die erste Person, die sich infolge der weltweiten Ermittlungen rund um Unregelmäßigkeiten bei dem malaysischen Staatsfonds 1Malaysia Development Berhad (1MDB) einer Anklage gegenüber sieht.

Singapurs Staatsanwaltschaft wirft ihm Geldwäsche vor. Der Beschuldigte habe eine signifikante Rolle bei der Weiterleitung großer Geldsummen und beim Verschleiern von Transaktionen gehabt, hieß es in einer Mitteilung. Er selbst soll durch illegale Geschäfte umgerechnet rund 130.000 Euro erhalten haben. BSI wollte die Vorwürfe gegen den ehemaligen Mitarbeiter nicht kommentieren. Er habe die Bank 2014 verlassen, teilte eine Sprecherin auf eine Anfrage des Handelsblatts mit.

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Verglichen mit dem Betrag, der bei 1MDB verschwunden sein soll, ist das jedoch geradezu mickrig: Die Schweizer Bundesanwaltschaft, die in dem Fall ermittelt, sieht ernsthafte Anhaltspunkte dafür, dass bei dem Fonds rund vier Milliarden Dollar veruntreut wurden. Malaysische Regierungskritiker sehen den Premierminister des Landes, Najib Razak, im Zuge des Skandals im Zwielicht und fordern seinen Rücktritt. Er hatte mysteriöse Zahlungen im Umfang von mehreren hundert Millionen Dollar auf sein Privatkonto erhalten. Sowohl er als auch 1MDB wiesen Vorwürfe über mögliches Fehlverhalten zurück.

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