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07.04.2014

13:43 Uhr

Skandalgeplagt

Papst Franziskus hält an Vatikanbank fest

Trotz zahlreicher Skandale und Spekulationen hält Papst Franziskus an der Vatikanbank fest: Sie sei für das Wohl der katholischen Kirche und des Heiligen Stuhls wichtig. Nun wird sie ihre Arbeit „mit Umsicht“ fortsetzen.

Die Vatikanbank in Rom. Sie stand lange wegen Geldwäsche und wenig transparenter Geschäfte in der Kritik. dpa

Die Vatikanbank in Rom. Sie stand lange wegen Geldwäsche und wenig transparenter Geschäfte in der Kritik.

RomPapst Franziskus hält trotz zahlreicher Skandale und Spekulationen an der umstrittenen Vatikanbank fest. Der Pontifex stimmte einem Vorschlag für die Zukunft des Instituts zu und bestätigte, dass die Bank für das Wohl der katholischen Kirche und des Heiligen Stuhls wichtig sei, wie der Vatikan am Montag mitteilte. Zuvor war immer wieder spekuliert worden, Franziskus werde das Istituto per le Opere di Religione IOR (Institut für die religiösen Werke) möglicherweise komplett auflösen. Es war in seiner Geschichte immer wieder in Skandale etwa um Geldwäsche verwickelt und stand lange wegen wenig transparenter Geschäfte in der Kritik.

Die Bank wird ihre Arbeit laut der Mittelung „mit Umsicht“ fortsetzen und auch in Zukunft der katholischen Kirche weltweit Finanzdienstleistungen anbieten. Gleichzeitig sollen der deutsche IOR-Präsident Ernst von Freyberg und das Management des Instituts ihre Reformen fortsetzen. Von Freyberg hatte das Amt vor gut einem Jahr übernommen und sich gegen Geldwäsche und Korruption eingesetzt.

Die Vatikanbank IOR

Geschichte

Die Ursprünge reichen jedoch zurück bis ins 19. Jahrhundert. Ein Vorgängerinstitut wurde 1887 gegründet, die Bank in heutiger Form im Jahr 1942 auf päpstliche Anordnung.

Organisation

Die Vatikanbank hat den offiziellen Titel Istituto per le Opere di Religione (IOR/Institut für die religiösen Werke). Der Sitz des Geldinstituts des Heiligen Stuhls ist im Vatikanstaat. Wichtigstes Organ der Bank ist eine Kommission aus fünf Kardinälen (Commissione cardinalizia), die vom Papst bestimmt werden. Diese Kommission ernennt die Mitglieder des Consiglio di sovrintendenza, einer Art Verwaltungsrat.

Verwaltungsratsvorsitz

An der Spitze des Aufsichtsgremiums steht seit diesem Jahr der Deutsche Ernst von Freyberg, der das Institut auch nach außen vertritt.

Aufgabe

Alle Kunden der Bank sind Teil der katholischen Kirche. Mehr als die Hälfte sind katholische Orden, jeder achte Kunde ist Kardinal, Bischof oder ein anderer Würdenträger.

Größe

Die Bank hat rund 19 000 Kunden und mehr als 100 Mitarbeiter. Die Bilanzsumme beläuft sich auf fünf Milliarden Euro, die Bank verwaltet 3,2 Milliarden Euro im Auftrag der Kunden.

Skandale

Die Bank war in der Vergangenheit wegen ihres Finanzgebarens wiederholt in die Kritik geraten, unter anderem wegen des Vorwurfs der Geldwäsche. Anfang Juli 2013 traten außerdem zwei Top-Manager zurück. Der Vatikan hat aber jede Verwicklung der Bankleitung in dunkle Machenschaften bestritten. Papst Franziskus hatte nach seinem Amtsantritt im März mehrfach angekündigt, das Institut zu reformieren.

Das IOR soll in die neuen Finanzstrukturen des Vatikans eingepasst werden, hieß es weiter. Zudem würden die Anstrengungen zur Anpassung an internationale Transparenzstandards fortgesetzt.

Von

dpa

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