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19.03.2017

15:45 Uhr

Skandinavische Banken

Wo Manager viel leisten und wenig verdienen

Die Bankmanager Nordeuropas verdienen nur einen Bruchteil der Gehälter andernorts – dabei liefern sie Top-Leistungen ab. Die Lohnzurückhaltung liegt auch am kritischen Blick der skandinavischen Öffentlichkeit.

Das Gehalt des Chefs der Nordea Bank ist ein Beispiel für ein unter Bankmanagern vergleichsweise geringes Einkommen. Reuters, Sascha Rheker

Casper von Koskull

Das Gehalt des Chefs der Nordea Bank ist ein Beispiel für ein unter Bankmanagern vergleichsweise geringes Einkommen.

SkandinavienEinige der besten Banken der Welt werden von Managern geführt, die nur einen Bruchteil dessen verdienen, was ihre Kollegen bei bekannteren Finanzhäusern bekommen. Das zeigen jetzt veröffentlichte Jahresberichte, die belegen, dass die Vorstandschefs der sechs größten Banken Nordeuropas im vergangenen Jahr nur etwa die Hälfte der Gelder ihrer ausländischen Kollegen verdienten – obwohl ihre Institute die europäischen Ranglisten dominieren durch Ertrags- und Eigenkapitalstärke. Das geht aus Berechnungen des Nachrichtendienstes Bloomberg hervor.

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Nach einem durchwachsenen Börsenjahr sind die Aussichten für skandinavische Aktien besser. Behalten zwei erfolgreiche Experten Recht, kehrt auch ein weltweit bekanntes Unternehmen auf die Erfolgsspur zurück.

Bestes Beispiel hierfür ist Casper von Koskull, CEO der Nordea Bank, der einzigen für das globale Finanzsystem systemrelevanten Bank Skandinaviens. Er bekam 2016 2,46 Mio. Euro (2,61 Mio. Dollar) an festen und variablen Bezügen, Pensions- und anderen Leistungen. Bankinvestoren wiederum konnten sich über eine Rendite von 16 Prozent freuen.

Auch Thomas Borgen, Vorstandschef der Danske Bank, deren Marktwert heute größer ist als jener der Deutschen Bank, wird vergleichsweise bescheiden bezahlt. Er erhielt rund 2,6 Mio. Dollar, darunter Pensionszulagen. Das entspricht weniger als der Hälfte dessen, was sein Pendant zum Beispiel bei der britischen Großbank Lloyds Banking Group bekam. Die Summe liegt auch etwa 40 Prozent unter den Bezügen des Chefs der britischen Standard-Chartered-Bank.

Hintergrund der niedrigen Zahlungen ist auch das politische und soziale Umfeld. So ist die schwedische Regierung überzeugt, dass eine zu hohe Bezahlung von Managern, etwa „exzessive Bonus-Programme und insbesondere Programme, bei denen es profitabel ist, unverantwortliche Risiken einzugehen“, zu einem öffentlichen Aufschrei führen könnte, wie Finanzminister Per Bolund sagte.

Die größten Banken Europas (nach Börsenwert)

Platz 22

Deutsche Bank

Deutschland

23,8 Milliarden Euro

Quelle: Bloomberg / Stand: 13.12.2016

Platz 10

BBVA

Spanien

41,8 Milliarden Euro

Platz 9

Nordea Bank

Dänemark

42,6 Milliarden Euro

Platz 8

Barclays

Großbritannien

46,1 Milliarden Euro

Platz 7

Lloyds Bank

Großbritannien

52,3 Milliarden Euro

Platz 6

ING

Niederlande

52,9 Milliarden Euro

Platz 5

Sberbank

Russland

58,3 Milliarden Euro

Platz 4

UBS

Schweiz

60,2 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander

Spanien

71,3 Milliarden Euro

Platz 2

BNP Paribas

Frankreich

73,8 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC

Großbritannien

154,7 Milliarden Euro

Grundsätzlich liegen die Bezüge der Top-Verdiener bei den Nord-Banken rund ein Drittel unter dem europäischen Durchschnitt, zeigen Daten der European Banking Authority (EBA). Die Gesamtbezüge finden sich im unteren Drittel der Ranglisten wieder.

Die bestbezahlten skandinavischen Banker erhalten auch weniger als ihre Kollegen in Griechenland, Zypern, Spanien und Großbritannien, zeigt die Studie aus dem Februar. Für sie wurde die Bezahlung in 22 europäischen Ländern im Jahr 2015 unter die Lupe genommen.

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