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02.05.2016

16:58 Uhr

Smartphone-Bank „Yomo“ geplant

Sparkassen wollen Number26 das Fürchten lehren

Einige große Sparkassen planen eine gemeinsame Girokonto-App, um gegen neue Konkurrenten besser bestehen zu können. Der Vorstoß könnte jedoch noch auf großen Widerstand stoßen.

Die Website unter dem Arbeitstitel der Smartphone-Bank schmückt ein Grünton – kein Sparkassen-Rot.

Ansicht von yomo.de

Die Website unter dem Arbeitstitel der Smartphone-Bank schmückt ein Grünton – kein Sparkassen-Rot.

BerlinMehrere große Sparkassen planen gemeinsam eine Handy-App für Bankgeschäfte mit dem Smartphone. Unter dem Namen „Yomo“, kurz für „Your Money“, wollen die Institute die „Smartphone-Bank“ ab dem Herbst anbieten, wie die „Süddeutsche Zeitung“ am Montag berichtete. Damit solle insbesondere junge Kundschaft von neuer Konkurrenz auf dem Markt für Online-Banking ferngehalten werden.

Das Projekt ist demnach eine direkte Reaktion auf den Erfolg von Anbietern wie dem Berliner Start-up Number26, das mit einer Gratis-App für das Girokonto binnen kurzer Zeit mehr als 100.000 Kunden gewinnen konnte. Mit der App können Nutzer bei Partnern des Unternehmens beim Einkaufen Geld abheben und sparen sich so den Weg zum Geldautomaten. Der Erfolg von Number26 führe bei den Sparkassen zur Sorge, dass vor allem „junge Leute zwischen 18 und 35“ ohne neue Angebote „früher oder später“ an die neuen Konkurrenten verloren gingen, berichtete die Zeitung.

Die größten Sparkassen (2015)

Platz 10

Sparkasse Bremen AG

Bilanzsumme: 11,1 Mrd. Euro
Einlagen: 7,6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 3,1 Mrd. Euro
Kundenkredite: 8,8 Mrd. Euro

Angaben jeweils für Ende 2015

Platz 9

Nassauische Sparkasse (Wiesbaden)

Bilanzsumme: 11,4 Mrd. Euro
Einlagen: 8,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,8 Mrd. Euro
Kundenkredite: 8,9 Mrd. Euro

Platz 8

Mittelbrandenburgische Sparkasse (Potsdam)

Bilanzsumme: 11,6 Mrd. Euro
Einlagen: 9,5 Mrd. Euro
Spareinlagen: 4,5 Mrd. Euro
Kundenkredite: 5,4 Mrd. Euro

Platz 7

Ostsächsische Sparkasse (Dresden)
Bilanzsumme: 12,3 Mrd. Euro
Einlagen: 10 Mrd. Euro
Spareinlagen: 3,8 Mrd. Euro
Kundenkredite: 5,2 Mrd. Euro

Platz 6

Sparkasse Hannover
Bilanzsumme: 113,7 Mrd. Euro
Einlagen: 10,9 Mrd. Euro
Spareinlagen: 3 Mrd. Euro
Kundenkredite: 10,6 Mrd. Euro

Platz 5

Stadtsparkasse München
Bilanzsumme: 17,1 Mrd. Euro
Einlagen: 14,6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 4,7 Mrd. Euro
Kundenkredite: 12,2 Mrd. Euro

Platz 4

Frankfurter Sparkasse

Bilanzsumme: 18 Mrd. Euro
Einlagen: 15,6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,9 Mrd. Euro
Kundenkredite: 7,5 Mrd. Euro

Platz 3

Kreissparkasse Köln

Bilanzsumme: 24,6 Mrd. Euro
Einlagen: 17,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 5,6 Mrd. Euro
Kundenkredite: 19,4 Mrd. Euro

Platz 2

Sparkasse KölnBonn

Bilanzsumme: 26,7 Mrd. Euro
Einlagen: 19.109.971.000 Euro
Spareinlagen: 5.125.852.000 Euro
Kundenkredite: 19.140.172

Platz 1

Hamburger Sparkasse (Haspa)

Bilanzsumme: 43 Mrd. Euro
Einlagen: 33 Mrd. Euro
Spareinlagen: 7,6 Mrd. Euro
Kundenkredite: 30,5 Mrd. Euro

Quelle

Deutscher Sparkassen- und Giroverband (DSGV)

Hinter dem millionenschweren Projekt steht laut SZ auch der Versuch einiger Großsparkassen, durch die App indirekt das Regionalprinzip der Bank zu aufzuweichen und Kunden aus anderen Teilen Deutschlands hinzuzugewinnen. Initiatoren der „Smartphone-Bank“ sind demnach die einflussreichen Großsparkassen von Köln, Hamburg, Berlin und München, die „Yomo“ gemeinsam mit einigen kleineren regionalen Sparkassen vorantreiben.

Zwar beteuerten die Großsparkassen der SZ zufolge, außerhalb ihrer Heimatregion keine Kunden gewinnen zu wollen. Auch sollen andere Sparkassen sich beispielsweise über eine Lizenz dem Projekt anschließen können. Aus Unternehmenskreisen heiße es jedoch, mit dem Smartphone-Angebot werde die Solidarität der Institute letztlich aufgekündigt.

Von

afp

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