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29.01.2016

18:21 Uhr

Société Générale

Gericht setzt neuen Prozess gegen Ex-Banker Kerviel an

Einst hatte er seinen Arbeitgeber, die Société Générale beinahe in die Pleite getrieben, dann wurde er zu drei Jahren Haft und 4,9 Milliarden Euro Schadenersatz verurteilt. Nun soll die Summe neu verhandelt werden.

Der Ex-Banker hatte der französischen Großbank Société Générale einst einen Milliardenschaden beschert. AFP

Jérôme Kerviel

Der Ex-Banker hatte der französischen Großbank Société Générale einst einen Milliardenschaden beschert.

VersaillesNeue Justizrunde in der Affäre um den französischen Skandalbanker Jérôme Kerviel: Ein Berufungsgericht in Versailles setzte am Freitag für Mitte Juni die Fortsetzung eines Zivilprozesses um den geforderten Rekord-Schadenersatz für die Bank Société Générale an. Der Prozess war am Mittwoch vergangener Woche kurz nach dem Auftakt vertagt worden, nun wird er vom 15. bis zum 17. Juni fortgesetzt.

Kerviels Anwalt hatte zu Beginn des Prozesses gefordert, das Verfahren auf unbestimmte Zeit zu verschieben, da noch ein Antrag auf Berufung im Strafprozess gegen den Banker laufe. Das lehnte das Gericht in Versailles nun ab.

In der Anfang 2008 bekannt gewordenen Affäre hatte Kerviel die Société Générale durch hochriskante Finanzspekulationen fast in den Ruin getrieben. Er wurde unter anderem wegen Vertrauensmissbrauchs und Fälschung zu drei Jahren Haft und zur Zahlung von 4,9 Milliarden Euro Schadenersatz verurteilt. Kerviel argumentierte stets, seine Vorgesetzten hätten von seinen Geschäften gewusst, was die Bank bestreitet.

Frankreichs Oberster Gerichtshof bestätigte später die Haftstrafe gegen den Banker, erklärte den gegen ihn verhängten Rekord-Schadenersatz von 4,9 Milliarden Euro aber für ungültig. Dieser wird nun vor dem Berufungsgericht von Versailles neu verhandelt. Kerviel verbrachte insgesamt rund 150 Tage in Haft. Im September 2014 wurde er vorzeitig mit einer Fußfessel aus dem Gefängnis entlassen.

Von

afp

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