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20.01.2010

18:01 Uhr

Softwarefehler

Sparda-Banken tauschen defekte Girokarten aus

VonYasmin Osman , Laura de la Motte

Die deutschen Sparda-Banken scheren bei der Bewältigung der aktuellen Kartenprobleme aus der Phalanx der übrigen deutschen Kreditwirtschaft aus. Die genossenschaftliche Bankengruppe kündigte an, rund 400 000 Girokarten (EC-Karten), deren Chip nicht funktioniert, auszutauschen.

Fehlerhafte Bankkarten sollten eigentlich umprogrammiert, nicht ersetzt werden. Die Sparda-Banken gehen jedoch ihren eigenen Weg. Quelle: dpa

Fehlerhafte Bankkarten sollten eigentlich umprogrammiert, nicht ersetzt werden. Die Sparda-Banken gehen jedoch ihren eigenen Weg.

FRANKFURT. "Der kostenlose Austausch der betroffenen Karten ist nach unserer Überzeugung der sicherste Weg und die kundenfreundlichste Lösung", sagte der Vorstandsvorsitzende des Verbands der Sparda-Banken, Laurenz Kohlleppel.

Die Verbände der Sparkassen, der Privatbanken und auch der Bundesverband der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR), zu dem auch die Sparda-Banken gehören, hatten sich dagegen für eine Reparatur der rund 35 Mio. defekten Bank- und Kreditkarten ausgesprochen. Es haben sich aber noch nicht alle Banken endgültig entschieden, ob sie austauschen oder umprogrammieren wollen. Das gilt zum Beispiel für die Commerzbank.

Ein Softwarefehler auf dem Karten-Chip hatte Anfang des Jahres Auszahlungen mit den Karten und das Bezahlen tagelang blockiert. Mittlerweile können die Girokarten im Inland wieder genutzt werden, weil Geldautomaten und die Zahlungsgeräte im Handel entsprechend umprogrammiert wurden, im Ausland funktionieren die Karten aber zum Teil noch immer nicht.

Die Sparda-Banken hätten sich bewusst für den Kartenaustausch entschieden und nicht für die Reparatur der Karten, sagte Kohlleppel. Er konkretisierte nicht, weshalb er den Austausch der Karten für den sichersten Weg hält. Ein Sprecher verwies nur darauf, dass durch einen Austausch auch Verfahrensfehler bei der Umprogrammierung am Automaten weitgehend ausgeschlossen würden. Vorteilhaft für die Kunden sei auch, dass sie damit die Lösung direkt "nach Hause" geschickt bekämen.

Der Austausch der betroffenen Sparda-Karten dürfte die Institute nach Branchenschätzungen rund drei Mio. Euro kosten - pro Karte fallen danach gut sechs bis acht Euro an. Von Mitte Februar bis Anfang April werden die Karten ausgetauscht. Die Kunden behalten ihre bisherige Geheimnummer.

Der Zentrale Kreditausschuss (ZKA), in dem die Spitzenverbände der privaten, genossenschaftlichen und öffentlich-rechtlichen Banken zusammengeschlossen sind, gab gestern indes grünes Licht für die Umprogrammierung der betroffenen Karten. Ein entsprechendes Update werde ab Februar zur Verfügung stehen, teilte der ZKA mit. Man habe sich auf ein "gemeinsames technisches Verfahren" verständigt, das erfolgreich getestet und sicherheitstechnisch von unabhängigen Experten überprüft worden sei. "Das Datum ist neben der Guthabenhöhe der Geldkartenfunktion, eine Funktion auf dem Chip, die sich leicht ändern lässt", sagte eine Sprecherin des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes.

Auch bei der Umprogrammierung der Karten entstehen Kosten, in der Regeln dürften diese niedriger ausfallen als bei einem Austausch. Das gilt aber nicht immer. "Hat eine Bank verhältnismäßig wenige Karten, dann kann ein Austausch unter Umständen günstiger sein als die Umprogrammierung", sagt Daniel Bachfeld vom Computermagazin c't.

Kommentare (1)

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Hesselbein

21.01.2010, 13:45 Uhr

ich verstehe die Kostendiskussion nicht so ganz. Haben die banken falsch bestellt (zu billig?), dann wäre es ein Problem der banken oder hat der Lieferant falsch geliefert, dann wäre das ganze doch "nur" ein Problem des Lieferanten und die Sache müßte nicht von den bankkunden/Aktionären bezahlt werden.

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